Auch "Preussen" können Pinguin - Express nicht stoppen

Höchstadt  "Alligators" ohne Chance in BremerhavenHöchstadt "Alligators" ohne Chance in Bremerhaven
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Nach einer zumindest ab dem zweiten Drittel sehenswerten Partie des

REV Bremerhaven konnten die "Pinguine" aus der Seestadt die Phalanx der

Berliner Heimstärke durchbrechen und den Hauptstädtern die erste

Heimniederlage dieser Spielzeit beibringen. Am Ende gewann der REV

Bremerhaven vor rund 1700 Zuschauern in der Berliner Deutschlandhalle am

Ende zwar knapp, aber dennoch verdient mit 5:3 (1:1/3:0/1:2) und bleibt

damit weiterhin Tabellenführer der Oberliga Süd Ost.



Verdientes Remis nach den ersten zwanzig Minuten

Nach Anfangs frechen Angriffen der Hauptstädter sahen sich die Seestädter ab

der 4. Minute zunächst einer neunzig Sekunden dauernden 3/5 Unterzahl

ausgesetzt, nachdem Wrobel und Moborg wegen Behinderung und Ellbogenchecks

auf der Strafbank schmoren mussten. Auch danach blieben die Hausherren das

spielbestimmende Team und erarbeiteten sich gute Chan-cen, die aber

letztlich nicht zum Erfolg führten. In der 9. Minute zeigten dann die

"Pinguine" erstmals ihre Krallen. Nachdem sich Patrick Pysz mit einer tollen

Einzelaktion auf der rechten Außenbahn durchgekämpft hatte, passte dieser

zum mitgelaufenen Dennis Meyer und der ließ sich nicht zweimal bitten und

erzielte mit einem trockenen Schuss das 1:0 für den REV Bremerhaven. Trotz

des Rückstands ließen sich die Berliner aber nicht weiter beeindrucken und

kamen im weiteren Verlauf durch die agilen Czaijka, Kimstatsch und Schertz

zu weiteren Gelegenheiten. Hatten die "Pinguine" in der 15. Minute noch

Glück als Caijka den bereits am Boden liegenden Pethke nicht überwinden

konnte, spielte eine Minute später Schiedsrichter Klau Fortuna, nachdem er

einen vermeintlichen Lattenschuss von Schertz als Tor wertete und somit die

Fans der Berliner zum jubeln brachte. Zwar hatten die Seestädter bis zum

ersten Wechsel noch zwei weitere Großchancen durch Meyer und del Montes

Pfostenschuss, doch letztlich musste das nach zwanzig Minuten erzielte Remis

für beide Parteien als gerecht bewertet werden.



REV legt Grundstock zum Sieg

Der Mittelabschnitt begann für Trainer Draisaitl zunächst mit einer

Schrecksekunde. Als der Berliner Stefan Leciejewski nach einem Konter die

Scheibe jedoch hoch übers Tor gejagt hatte, konnte der Coach der Pinguine

sichtlich erleichtert durchatmen. In der 26. Minute bot sich dann für den

REV Bremerhaven die erste Powerplay-Situation des Spiels, nachdem Jan

Schertz Bekanntschaft mit der Kühlbox machen durfte. Bereits nach einer

Minute konnten sich auch die Fans der "Preussen" von der in dieser Spielzeit

eminenten Überzahlgefährlich-keit der Norddeutschen überzeugen. Patrick Pysz

war es, der in der 27. Minute Torsteher Martin das Nachsehen gab. Pysz blieb

auch weiterhin im Focus der Zuschauer, denn er war es, der an diesem Abend

Akzente setzen konnte. In der 33. Minute war es wiederum der polnische

Nationalspieler, der mit einem millimetergenauen Diagonalpass Brent Fritz

bedient hatte und der unhaltbar einsenden konnte. Zu diesem Zeitpunkt war es

der REV Bremerhaven, der das Heft klar in der Hand zu halten schien. Noch

ruhiger auf den Rängen wurde es in der 38. Minute als Craig Streu einem

Berliner Verteidiger die Scheibe abnahm und nach einer beherzten

Einzelaktion den vierten Treffer für den REV erzielen konnte. Spätestens zu

diesem Zeitpunkt schien sich das Blatt zu Gunsten des REV gewendet zu haben.



REV im Schlussabschnitt erneut unkonzentriert

Im Schlussabschnitt waren es zunächst die Berliner die klar die Initiative

übernommen hatten und durch Patrick Caijcka zwei "dicke" Chancen

ausgelassen hatten. Auf der Gegenseite standen die Seestädter den Berlinern

aber in nichts nach und vergaben durch Alan Reader ebenfalls zweimal in

aussichtsreicher Position. Beiden Mannschaften schien man zunächst

anzumerken, dass sie die Partie als bereits entschieden betrachteten. Doch

weit gefehlt! Zwar verlor die Partie vorübergehend an Farbe, der REV schien

bereits in Gedanken auf der Heimreise, da war es ein Gastgeschnek der

Bremerhavener, welches die Hausherren urplötzlich wieder ins Spiel zurück

brachte. In der 52. Minute sah die Bremerhavener Abwehr tatenlos zu, wie der

Berliner Hurbanek den mitgelaufenen Alexander Kanellopulos bediente, der

kaltschnäuzig das 2:4 erzielen konnte. Nach einer weiteren Strafzeit gegen

den REV (Reader), konnten die Berliner nur Sekunden später den

Anschlusstreffer zum 3:4 erzielen. Obwohl Torhüter Marc Pethke mit Vehemenz

auf Torraumabseits reklamierte, Schiedsrichter Klau ließ sich nicht mehr

umstimmen. So wurden "Schweinfurter Erinnerungen" wach und der REV

Bremerhaven war urplötzlich drauf und dran, ein bereits sicher gewonnenes

Spiel erneut zu gefährden. Vier Sekunden vor Ende war es Dan del Monte, der

dann aber Mannschaft und Trainer mit seinem "empty net goal" erlöste.



Tore:

1:0 (9.) Meyer

1:1 (16.) Schertz

1:2 (27.) Pysz

1:3 (33.) Fritz

1:4 (38.) Streu

2:4 (52.) Kanellopulos

3:4 (55.) Gensel

3:5 (60.) Del Monte ENG



Zuschauer: 1683

Strafen: Bremerhaven: 10 - Berlin: 2

Schiedsrichter: HSR Klau

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