7:3 – Wizards feiern ersten Sieg gegen Ravensburg

Wizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der SonneWizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der Sonne
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Am Dienstagabend war Premierenzeit auf der Stuttgarter Waldau. Im siebten Aufeinandertreffen mit dem EV Ravensburg gelang den heimischen Wizards endlich der erste Sieg. Der Eishockey-Oberligist setzte sich 7:3 (3:2, 3:1, 1:0) durch und verbesserte sich dadurch auf den fünften Tabellenplatz der Gruppe Süd. „Ich bin natürlich froh über den ersten Sieg gegen Ravensburg. Wir wussten, dass heute ein hartes Stück Arbeit auf uns zukommt. Im Hinblick auf den Einzug in die Meisterrunde war es ein wichtiger Erfolg. Schlüssel dazu war sicher unser Überzahlspiel, in dem wir vier Treffer erzielt haben. Dennoch darf man das Ergebnis nicht überbewerten. Es gilt nun, konzentriert weiter zu arbeiten und nicht abzuheben. Gegen Heilbronn müssen wir noch eine Schippe drauflegen, um erfolgreich sein zu können“, zog Stuttgarts Coach Wilbert Duszenko ein positives Fazit. Zum morgigen Derby gegen die Heilbronner Falken (30.12.2004, 20.00 Uhr, Eissport-Zentrum Waldau Stuttgart), die momentan auf Rang zwei platziert sind, möchte die Stuttgart Wizards Eishockey GmbH ein Zeichen im Sinne der Opfer der Flutkatastrophe in Asien setzen und spendet 50 Cent des Erlöses jeder verkauften Eintrittskarte zugunsten der Betroffenen.



Gegen den oberschwäbischen Rivalen aus Ravensburg, der trotz der jüngsten Niederlagenserie von rund 150 Fans nach Stuttgart begleitet wurde, sorgten insgesamt knapp 1.200 Besucher für eine tolle Kulisse auf der Waldau. Ganze 19 Sekunden waren gespielt, als die mitgereisten EVR-Anhänger das erste Mal jubeln durften. Mit der ersten Aktion des Spiels, einem verdeckten Schuss von der blauen Linie, erzielte Kapitän Mike Muller die frühe Führung der Gäste.

Die Wizards zeigten sich davon jedoch wenig beeindruckt und störten den EVR früh im Spielaufbau. Mit konsequentem Zweikampfverhalten erarbeiteten sie sich gute Chancen und wurden bereits in der sechsten Spielminute mit dem Ausgleich durch Jeff White belohnt. Nun nahmen die Hausherren mehr und mehr das Heft in die Hand und sorgten für viel Druck auf das Ravensburger Gehäuse, in dem Waldemar Quapp den Vorzug vor Markus Hätinen erhalten hatte. Logische Konsequenz war das 2:1 für Stuttgart durch Sebastian Buchwieser in Überzahl nach knapp zehn Minuten. Die Wizards kamen immer besser ins Spiel und hielten die individuell deutlich besser besetzten Gäste von der Schussen mit bedingungslosem Kampf um jeden Zentimeter Eis geschickt in Schach. Trotzdem gelang dem Team von Trainer Gerhard Brunner nach einer Hinausstellung gegen Wizard Markus Wartosch mit einer sehenswerten Powerplay-Kombination der Ausgleich durch Martin Miklik (14.).

Die Partie wogte nun hin und her, beide Mannschaften lieferten sich einen offenen Schlagabtausch. Dabei wirkten die heimischen Zauberer insgesamt spritziger und kamen zu etlichen hochkarätigen Möglichkeiten. Die Gäste versteckten sich jedoch nicht und Stuttgarts Keeper Tyrone Garner musste mehrmals sein ganzes Können aufbieten, um einen Rückstand zu verhindern. Dies gelang dem Kanadier ohne Probleme und 70 Sekunden vor Ende des ersten Durchgangs brachte Andreas Klundt die Wizards mit einem satten Schuss 3:2 in Front. „Ich habe meinen ganzen Frust da rein gepackt und endlich wieder getroffen“, verriet der Torjäger, der zuletzt acht Spiele lang ohne Erfolgserlebnis geblieben war, nach der Partie.



Im Mitteldrittel glänzten die Wizards vor allem durch gute Chancenverwertung und trafen stets zum richtigen Zeitpunkt. Nach 23 gespielten Minuten erhöhte der starke Jeff White mit seinem zweiten Treffer – erneut in Überzahl – auf 4:2. Der Torjubel der Stuttgarter Fans war jedoch noch nicht verklungen, als die Scheibe 19 Sekunden später zum dritten Mal hinter Tyrone Garner einschlug und der EV Ravensburg den Rückstand verkürzen konnte. Alan Reader verwertete einen Abpraller eiskalt und brachte seine Farben wieder zurück in die Partie (23.).

Die Hausherren hatten jedoch erneut die richtige Antwort parat. Sebastian Buchwieser unterstrich seinen starken Auftritt mit seinem zweiten Treffer und stellte nur 81 Sekunden nach dem Anschlusstor des EVR den Zwei-Tore-Abstand wieder her (24.). Die Wizards hatten Ravensburg nun unter Kontrolle und sahen sich nur wenigen zwingenden Gegenangriffen ausgesetzt. Trotz der technischen Klasse ihrer Stürmer präsentierten sich die Gäste im Abschluss viel zu harmlos und mussten weiter einem Zwei-Tore-Rückstand hinterherlaufen.

Ihr Visier besser eingestellt hatten hingegen die Wizards. Kapitän John Sicinski beendete in der 32. Minute – Stuttgart hatte erneut einen Mann mehr auf dem Eis – seine sechs Spiele andauernde Torflaute und erzielte mit dem 11. Saisontreffer das 6:3. Nicht nur bei diesem Gegentor aus spitzem Winkel machte Ravensburgs Keeper Waldemar Quapp, der allerdings auch ein ums andere Mal von seinen Vorderleuten im Stich gelassen wurde, nicht den sichersten Eindruck.



Die letzten 20 Minuten gehörten eindeutig dem EV Ravensburg. Die Wizards ließen sich mit der komfortablen Führung im Rücken zu sehr in die Defensive drängen und boten den Gästen zu viel Raum. Dadurch kam der EVR zu etlichen hochkarätigen Chancen, die jedoch mitunter kläglich vergeben wurden. Stuttgart ließ nichts mehr anbrennen und in der Schlussphase der Partie kamen auch die Youngsters Arthur Gross und Ron Horwath gemeinsam mit Marc Mundil zum Einsatz. Diese Reihe machte ihre Sache gut und sorgte vor dem schweren Match gegen Heilbronn für die nötige Entlastung der übrigen Angreifer. Kurz vor Spielende schlugen die Wizards noch einmal in Überzahl zu: Georg Hessel gelang in der 57. Minute das 7:3, das den Schlusspunkt eines überraschend deutlichen Sieges gegen enttäuschende Ravensbuger bildete.



Dennoch wollte Stuttgarts Trainer Wilbert Duszenko den Erfolg auf der Pressekonferenz nicht überbewertet wissen: „Wir dürfen jetzt nicht abheben. Nach dem schnellen 0:1 habe ich gedacht, dass es ganz übel für uns laufen könnte. Dadurch hätte Ravensburg den Weg zurück in die Erfolgsspur finden können, was dem EVR jedoch nicht gelungen ist. Meine Mannschaft hat eine gute Partie geboten. Schlüssel zum Sieg waren die vier Tore in Überzahl. Im letzten Drittel hat Ravensburg noch einmal gewaltig Druck gemacht, zum Glück haben wir diese heikle Phase unbeschadet überstanden. Wichtig war auch, dass der zweite Block immer besser in Fahrt kommt. Sebastian Buchwieser und Andreas Klundt sind nun das eingespielte Duo, das wir uns erhofft haben. Ich bin natürlich froh über die drei Punkte, wünsche dem EVR aber die nötige Geduld, um aus seinem Tief herauszukommen. Das Potential dazu hat die Mannschaft auf jeden Fall“, so der Übungsleiter.



Duszenkos Ravensburger Pendant Gerhard Brunner rang nach der siebten Niederlage im achten Spiel als EVR-Coach um Worte: „Ich gratuliere den Wizards zu drei Punkten. Meine Mannschaft hat heute gekämpft, gut auf den Körper gespielt und alles probiert. Im letzten Durchgang hatten die Wizards nur eine Torchance im Powerplay. Das zeigt, dass sich das Team nie aufgegeben hat. Wir hatten viele Chancen, das Ergebnis freundlicher zu gestalten, doch die Wizards haben mit Tyrone Garner einen starken Keeper, der etwas dagegen gehabt hat“, meinte Brunner.



Für die Wizards steht bereits am morgigen Donnerstag (30.12.2004, 20.00 Uhr, Eissport-Zentrum Waldau Stuttgart) das nächste schwere Derby auf dem Programm. Zu Gast sind die Heilbronner Falken, gegen die die Wizards bislang zwei Mal den Kürzeren zogen (2:4 auf der Waldau, 1:2 im Unterland). Das soll sich nun ändern: „Wir möchten im dritten Anlauf endlich die Punkte einfahren. Dazu müssen wir uns freilich gegenüber dem Spiel gegen Ravensburg noch steigern. Wenn wir 60 Minuten lang hellwach sind und es uns gelingt, den starken Heilbronner Keeper David Belitski konsequent unter Druck zu setzen, haben wir gute Aussichten auf Erfolg. Dafür werden wir alles tun. Ich wünsche mir, dass die Zuschauer die Leistung der Mannschaft gegen Ravensburg honorieren und gegen die Falken noch zahlreicher auf die Waldau pilgern“, blickt Stuttgarts Coach Wilbert Duszenko voraus.

Eine große Kulisse hilft indes auch den Opfern der Flutkatastrophe in Asien. Um die Not zu lindern, hat sich die Stuttgart Wizards Eishockey GmbH entschlossen, 50 Cent des Erlöses jeder verkauften Eintrittskarte zugunsten der Betroffenen zu spenden.



Stuttgart Wizards – EV Ravensburg 7:3 (3:2, 3:1, 1:0)


Tore: 0:1 (0:19) Mike Muller, 1:1 (5:38) Jeff White (Marc Garthe, Jay Woodcroft), 2:1 (9:52) Sebastian Buchwieser 5-4, 2:2 (13:41) Martin Miklik (Georg Havlik, Jarkko Varvio) 5-4, 3:2 (18:50) Andreas Klundt, 4:2 (22:10) Jeff White (John Sicinski, Jay Woodcroft) 5-4, 4:3 (22:29) Alan Reader (Phil Huber, Todd Wetzel), 5:3 (23:50) Sebastian Buchwieser, 6:3 (31:40) John Sicinski (Jeff White, Peter Westerkamp) 5-4, 7:3 (57:22) Georg Hessel (Sebastian Buchwieser) 5-4


Strafminuten: Stuttgart 18, Ravensburg 18

Zuschauer: 1.137

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