2:4-Heimniederlage gegen Garmisch

"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Nach einer guten kämpferischen Leistung unterlagen die Roten Teufel Bad Nauheim am Freitagabend im Colonel-Knight-Stadion dem SC Riessersee mit 2:4 (0:2, 1:0, 1:2), der durch diesen Erfolg die Meisterrunde in der Tasche hat. Barta und Pietiläinen waren die Torschützen für die Hessen in einem guten Oberligaspiel.

Für den abwesenden Brian Stacey (aus privaten Gründen in Kanada) spielte erstmals Russell Spence in der Defensive, und dieser vertrat Stacey mehr als ansehnlich. Nach langen Wochen konnte Peppi Eckmair wieder in den Sturm zu Hackert und O'Grady wechseln, während Barta mit den beiden Finnen und Knihs mit Mader und Popp stürmten. Das Match begann mit viel Druck von den Gästen, die unbedingt drei Spieltage vor Schluss die Meisterrunde klar machen wollten. Die Gastgeber hielten aber dagegen und zeigten viel Engagement, ohne jedoch nach vorne Durchschlagskraft zu besitzen. Die Bayern warteten auf ihre Chancen und ließen die Scheibe besonders in den beiden Blöcken mit Stephens, Spoltore, Mulock und Bablitz immer wieder durch die eigenen Reihen kreisen. Allerdings musste erst eine Popwerplay-Situation die Führung für den SCR bringen: als Michel für zwei Minuten draußen saß, nutzte Stephens mit einem Onetimer nach einem Querpass von Spoltore die Gelegenheit zum 0:1 (9.). Garmisch machte nun ordentlich Druck und kam sogar zu einem Lattentreffer von Stephens sowie einem Pfostenschuss von Mulock (13.), so dass es schnell höher hätte stehen können. Eine erneute Überzahl brachte dann das 0:2, nachdem Jeßberger draußen saß, und Bablitz mit einem Rebound erfolgreich war (14.).

Im Mittelabschnitt machten die Gastgeber nun mehr Druck. Sie standen enger am Mann und ließen die Gäste nicht mehr zur Entfaltung kommen. Belohnt wurde dieses Bemühen mit dem 1:2 durch Barta in der 25.Minute, dessen Schuss aus spitzem Winkel diskussionswürdig aus dem Netz wieder heraussprang. Der Schiedsrichter sah das Tor zwar nicht, der Linienrichter belehrte ihn anschließend aber eines Besseren. Dieser Treffer gab den Kurstädtern sichtlich Auftrieb, und man war nahe dran am Ausgleich. Was die ganze Saison jedoch bislang fehlt, ist die Offensivkraft und das Verwandeln von Torchancen. Zudem hielt Garmischs Torhüter McArthur ebenso wie Ingo Schwarz überaus sicher, so dass die Scheibe nicht ins Netz wollte. Kurz vor Ende des Drittels hatten die Hausherren bei 50 Sekunden 5:3-Überzahl die große Chance auf das zweite Tor, doch auch die andere große Schwäche - das Powerplay - machte sich in dieser Situation wieder bemerkbar, so dass es mit dem knappen Resultat in die zweite Pause ging.

Mit Elan kamen die Werdenfelser zum letzten Abschnitt auf das Feld zurück, darüber hinaus setzte sich Hauptschiedsrichter Kadow (Eppelheim), der aus dem Nachwuchs der Kurstädter stammt und früher beim EC Bad Nauheim spielte, in Szene. Jeßberger und Saßmannshausen mussten nach harmlosen Szenen in die Kühlbox, was Bablitz mit seinem zweiten Treffer zum 1:3 für die Gäste nutzte. Nun entluden sich natürlich die Emotionen bei den Fans und den Spielern, da man zuvor nahe am Ausgleich war. Als dann noch Peppi Eckmair wegen einer Nichtigkeit in die Kühlbox geschickt wurde, konnte der Stürmer nicht mehr an sich halten und zerschlug an der Strafbank aus Wut seinen Schläger. Dies brachte ihm eine zehnminütige Disziplinarstrafe ein, was ihn nur noch mehr auf 180 brachte, so dass ihm ein paar Worte in Richtung des Unparteiischen heraus rutschten. Hierfür erhielt er den zweiten Zehner oben drauf, was gleichzeitig Spieldauerstrafe bedeutet, so dass der Schlierseer vorzeitig zum Duschen musste. Hiervon personell geschwächt und auch mit dem Wissen, einen Zwei-Tore-Rückstand nur noch schwer umbiegen zu können, ging es in die letzten zehn Minuten der Partie. Dennoch steckten die Teufel nicht auf und probierten noch einmal alles. Hoffnung kam nach dem 2:3-Anschlusstreffer durch Pietiläinen in Überzahl auf, da waren jedoch nur noch zwei Minuten zu spielen. Man warf Mann und Maus nach vorne und spielte alles oder nichts. Garmisch reagierte in dieser Phase aber clever und konterte eiskalt: nach einer 2:1-Situation schloss Ludwig 56 Sekunden vor Schluss den Spielzug zum 2:4-Endstand ab. Unter dem Strich muss man den Teufeln eine ansprechende Leistung gegen einen motivierten Gegner, der gleichzeitig Hochkaräter in seinen Reihen hat, attestieren. Auf dieser Partie lässt sich für die Zukunft und die Abstiegsrunde aufbauen, während der SCR für die Meisterrunde mit Sicherheit noch eine Schippe wird drauflegen können. Am Sonntag treten die Roten Teufel ab 18.30 Uhr beim EV Weiden an, der mit einem Sieg seinerseits die Meisterrunde klar machen kann.

STIMMEN ZUM SPIEL:

Andreas Brockmann: "Wir hatten es heute selbst in der Hand, den Sack für die Meisterrunde zuzumachen. Wir wussten aber auch, dass es in Nauheim immer schwer ist, jedoch haben wir im ersten Drittel unser Powerplay eiskalt ausgenutzt. Im zweiten Drittel haben wir vergessen zu kämpfen, so dass Bad Nauheim wieder ins Spiel gekommen ist. In dieser Phase haben wir richtig Probleme bekommen, zudem hat der Schiedsrichter keine Linie gehabt. Wenn Nauheim in der Abstiegsrunde so spielt wie heute, werden sie gute Chancen auf den Klassenerhalt haben."

Bill Lochead: "Ich pflichte dem bei, dass der Schiedsrichter keine Linie gehabt hat. Einfache Szene wurden bei uns gepfiffen, während ein Check gegen Sascha Mader, bei dem sogar sein Visier brach und er sich eine Gesichtsverletzung zugezogen hat, nicht gepfiffen wurde. Aber das Spiel war heute sowieso nicht so wichtig, ich wollte eine Steigerung bei der Einstellung mancher Spieler sehen, und das haben sie heute gezeigt. Auch Ingo war heute super, und das brauchen wir einfach in Hinsicht auf eine gute Mannschaftsleistung. Bei 5 gegen 5 haben wir es ausgeglichen gestalten können, und nun müssen wir auswärts den nächsten Schritt machen und uns in Weiden entsprechend präsentieren. Für die Playdowns sind die Auswärtsspiele extrem wichtig, so dass wir auch in der Ferne entsprechend stark auftreten müssen."

Tore:

0:1 (08:29) Stephens (Spoltore, Bablitz/5-4)

0:2 (13:01) Bablitz (Spoltore, Stephens/5-4)

1:2 (24:16) Barta (Kainulainen, Pietiläinen)

1:3 (43:24) Bablitz (Mulock, Spoltore/5-3)

2:3 (57:59) Pietiläinen (Spence, Kainulainen/5-4)

2:4 (59:04) Ludwig (Vollmer).

Strafen: Bad Nauheim 18 + 10 + Spieldauer (Eckmair), Riesersee 18.

Zuschauer: 807.