Zwei Torhüter auf dem Sprung nach ÜberseeMarvin Cüpper und Philip Lehr

Marvin Cüpper spielte in der vergangenen Saison für den Eisbären-Kooperationspartner FASS Berlin in der Oberliga. (Foto: Christian Ulbricht/FASS Berlin)Marvin Cüpper spielte in der vergangenen Saison für den Eisbären-Kooperationspartner FASS Berlin in der Oberliga. (Foto: Christian Ulbricht/FASS Berlin)
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Vor drei Jahren versuchten nur acht deutsche Talente unterhalb der NHL ihr Glück für den großen Sprung. Dagegen stehen für die kommende Saison bereits 19 Deutsche fest, die es entweder erstmals oder weiterhin in Nordamerika versuchen. Übrigens sind von den acht Spielern von vor drei Jahren nur noch Alexander Sulzer sowie die beiden Torhüter Philipp Grubauer und Thomas Greiss in Nordamerika. Und an diesen drei Beispielen zeigt sich auch, dass sich die Ausdauer „drüben“ lohnt. Thomas Greiss und Alexander Sulzer gehören in der kommenden Saison fest zu einem NHL-Team und auch Philipp Grubauer könnte dieses Jahr zum ersten Mal in den Kader der Washington Capitals berufen werden.

Nun wagen zwei weitere Torhüter den Sprung nach Nordamerika. Marvin Cüpper geht in die Quebec Major Junior Hockey League zu den Shawinigan Cataractes und Philip Lehr zieht es in die United States Hockey League und wird künftig das Tor der Tri-City Storm hüten.

Die beiden Goalies starteten unterschiedlich früh in ihre Eishockey-Karriere. So begann Philip Lehr bereits mit fünf Jahren, nachdem er seinen Vater die Stirn bot: „Mein Vater hat Fußball gespielt und wollte mich zum Fußball anmelden. Da das Fußballstadion und die Eishalle im Berliner Sportforum direkt nebeneinander sind, habe ich ihm gesagt, dass ich lieber in die Halle will und so bin ich dazu gekommen.“ So blieb er auch bis zur Saison 2008/09 bei den Eisbären und wechselte dann in die DNL-Mannschaft der Jungadler Mannheim.

Bei Marvin Cüpper lief es etwas anders. Cüpper ist in Köln geboren, kam zwar auch über seinen Vater zum Eishockey: „Er hat mich zu den DEL-Spielen von Köln mitgenommen und irgendwann wollte ich unbedingt spielen. Ich musste meinen Vater ein Jahr lang nerven, bis er mich spielen ließ.“ Als Papa Cüpper ihm dies gestattete, war Marvin gerade acht Jahre alt. Eigentlich ein spätes Alter für einen Einstieg ins Eishockey. Cüpper spielte bis zur Saison 2009/10 in Köln und ging dann nach Krefeld. „Die Bedingungen haben nicht gestimmt“, erklärt er seinen Wechsel. In Krefeld wurde Cüpper dann erster Torhüter und hexte sich damit ins Tor der Nationalmannschaft. An der U18-WM nahm er in diesem Jahr teil. International hat Cüpper gegenüber Lehr also einen kleinen Vorteil. Er bestritt bereits 23 Spiele mit der deutschen Nationalmannschaft, der ein Jahr ältere Lehr kam bis jetzt auf neun Einsätze.

Nun geht Marvin Cüpper mit seinen 18 Jahren in die erste Saison in Nordamerika. Auf die Frage, ob er sich auf seine Reise freut, antwortete er mit einem Lachen: „Ja, auf jeden Fall! Wer würde das nicht tun?“

Anders als für Cüpper wird es für Philip Lehr nicht das erste Mal sein, dass er nach Nordamerika geht. Über die Adler Mannheim wurde er von deren Torhütertrainer Brian Daccord nach North Andover in der Nähe von Boston eingeladen, um an seinem Torhüter-Trainingscamp teilzunehmen.

Die beiden Torhüter werden in Nordamerika starke Nebenleute im Tor bekommen. Philip Lehr wird bei den Tri-City Storm wahrscheinlich auf Christian Frey treffen. Frey selbst begann die letzte Saison bei den Des Moines Buccaneers und kam kurz vor Saisonende nach Tri-City. Nach zwei Spielen für die Storm wurde Frey sogar zum Torhüter der Woche gewählt. Der ehemalige Stammtorhüter Adam Wilcox wird in der kommenden Saison für die Universität von Minnesota spielen.

In größere Fußstapfen wird Marvin Cüpper treten müssen. Er wechselt in die Quebec Major Junior Hockey League zu den Shawinigan Cataracters, den Überraschungssiegern des Memorial Cups. Die Meister-Torhüter sind allerdings nicht weiter im Team. Alex Dubeau wurde zu den Moncton Wildcats getradet und Gabriel Girard spielt in der kommenden Saison in Frankreich. Vor den ersten Trainingscamps stehen fünf Torhüter im Aufgebot der Cataracts. Am 1. August vermeldeten die Cataracts einen Trade mit den Rouyn-Noranda Huskies, durch den sie Jeffrey Noonan bekamen. Er absolvierte in den letzten beiden Jahren knapp die Hälfte der Spiele für die Huskies. Daher liegt der Verdacht nahe, dass die Cataracts ihn mit Cüpper als Torhütergespann einplanen.

„Ich hoffe natürlich auf eine gute Saison, und dass ich dort einfach mit dem System klarkomme. Der Spaß am Spiel soll da nicht an letzter Stelle stehen. Ich will mich dort wohl fühlen und mein Bestes geben. Ich werde Mitte August meine Reise nach Kanada antreten und dann wird sich zeigen, was die Zeit so mit sich bringt“, sagt Marvin Cüpper abschließend.

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