Wo sind denn alle hin? – Vergessene Franchises der NHLDenkwürdige Momente der Eishockeygeschichte

Ein Originaltrikot der New York Americans in der Hall of Fame.  (Foto: the)Ein Originaltrikot der New York Americans in der Hall of Fame. (Foto: the)
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Noch heute tragen die Alternativ-Kapitäne der Calgary Flames das „A“ aus dem Logo des Vorgängers auf der Brust. 1972 wurden die Atlanta Flames gegründet, nur acht Jahre später erfolgte der Umzug nach Calgary. Was zuerst makaber wirken könnte, stellt sich letztlich als Symbol der Geschichte heraus: Sowohl der Name als auch das Logo der Flames, den „Flammen“ entstammend, stehen für den Sezessionskrieg, der 1864 die Stadt Atlanta verwüstete. Die Atlanta Flames widmeten diesem geschichtsträchtigen Ereignis mit dem in Flammen stehenden „A“ für den Städtenamen einen Teil ihres Logos, als diese 1972 im Rahmen der Erweiterung der NHL gegründet wurde. Mit jedoch nur einer Teilnahme an einer Halbfinal-Runde und der drohenden Insolvenz 1980 existierten die Flames in Atlanta lediglich acht Jahre und zogen nach Calgary um; der Standort des Clubs änderte sich, die Geschichte blieb unberührt. Auch in Calgary hieß der Verein nun „Flames“, der bis heute eine der kanadischen Hochburgen darstellt.

Der Eishockeysport sollte jedoch in die Stadt Atlanta zurückkehren. Mit der Gründung der Atlanta Trashers 1997 und der Aufnahme des Spielbetriebes zur Saison 1999/2000 gab es damit wieder Eishockey im US-Bundesstaat Georgia zu sehen. Ilja Kowaltschuk als Star des Teams erreichte in 594 Spielen 328 Tore und 287 Vorlagen, jedoch zog das Team nur 06/07 in die Playoffs ein, nachdem die Trashers die Southeast Division gewannen, dann aber mit 0:4 gegen die New York Rangers rausflogen. Allzu lange währte das Franchise in Atlanta erneut jedoch nicht: Ende Mai 2011 erlagen die Trashers und damit der Eishockeysport in Atlanta zum zweiten Mal finanziellen Schwierigkeiten, das Franchise wanderte in die kanadische Eishockey-Hochburg Winnipeg, deren Jets seit 2011 wieder Fahrt bzw. den Flug aufgenommen haben.

Apropos Winnipeg Jets: Bereits 1972 bis 1996 existierten die Winnipeg Jets unter eben diesem Namen. Finanzielle und sportliche Schwierigkeiten sorgten dafür, dass das Franchise nach Phoenix wanderte und unter dem Namen Phoenix Coyotes an den Start ging, die nun seit bereits 2014 Arizona Coyotes heißen. 2018 gelangte das neue und doch alte Franchise, das im fast immer ausverkauften und rund 16.000 Zuschauer fassenden Bell MTS Place seine Heimspiele austrägt, bis ins Conference-Finale, unterlag dort den Vegas Golden Knights und ein Jahr später – 2019 – dem späteren Stanley-Cup-Gewinner aus St. Louis.

Ein kleiner Schwenker weiter zurück in die Historie lässt uns einen Blick auf die Brooklyn Americans werfen. 1925 bis 1941 spielten die New York Americans in der NHL. Unter dem Namen Brooklyn Americans agierte man nur in der Saison 1941/42, um sich vom Lokalrivalen, den New York Rangers, abzuheben und entsprechend Fans anzulocken. Dieser Plan ging jedoch nicht auf und das Franchise löste sich nach nur einem Jahr unter diesem Namen auf.  In der gesamten Historie gab es keine Cup-Gewinne oder Division- bzw. Conference-Titel zu verzeichnen.

Dieselbe Halbwertszeit erfuhren die Philadelphie Quakers aus dem Bundesstaat Pennsylvania. Der fünf Jahre unter dem Namen Pittsburgh Pirates spielende Standort versuchte ab der Saison 1930/31 – nach Philadelphia umziehend – der aufkommenden Weltwirtschaftskrise zu trotzen und in erster Linie mittels neuer Besitzer und Spielerverkäufe finanziell zu konsolidieren. Eine einzige sportlich schwache Saison genügte und das einjährige Kapital in der amerikanischen Stadt der brüderlichen Liebe um den Eishockeysport wurde geschlossen.

Die aus den nur zwei Saisons angetretenen Kansas City Scouts 1976 hervorgegangenen Colorado Rockies stellten den ersten Versuch dar, den Eishockeymarkt im Staat Colorado zu ergründen. Sechs Saisons ohne nennenswerte Erfolge verstrichen, bevor das Team 1982 nach New Jersey umsiedelte und seither als New Jersey Devils die NHL schmückt. Trotz guter Zuschauerzahlen war die finanzielle Lage instabil, sodass Eishockey in Denver ein vorerst kurzes Vergnügen darstellte.

Mit den Hartford Whalers beleuchten wir nun einen NHL-Standort mit längerer NHL-Präsenz. Mit dem Vorgänger, den New England Whalers, die das Franchise 1972 erst eröffneten, schluckten die Hartford Whalers 1979 damals das unter dem Konkurrenzprodukt WHA spielenden Franchise und wechselten als eines von nur vier Teams aus der WHA in die NHL. Direkt in der Saison 1972/73 gewannen die Whalers die Playoffs der WHA, deren Pokal bis dato für die neu zusammengesetzte Liga noch nicht fertiggestellt war. Aber das sollte die Feier sicher nicht trüben, genauso wie die in den nächsten beiden Jahren folgenden Division-Titel, die allerdings ohne weitere Erfolge in der Endrunde um den Cup endeten. Nach der Eingliederung in die NHL 1979 gelang das Team 1986 und 1992 jeweils in die Halbfinalrunden der Division, scheiterte aber dabei drei Mal an Montreal, zwei Mal an den Boston Bruins und einmal an den Quebec Nordiques. Fünf Spielzeiten ohne Playoffs in der Folge sorgten dafür, dass die Hartford Whalers 1997 ihren Umzug bekanntgaben – ohne eine sichere neue Heimatstadt zu haben. Wie sich später zeigte, erfolgte der Umzug nach Raleigh, North Carolina – und die Carolina Hurricanes waren geboren.

Und auch die bereits erwähnten Quebec Nordiques sollen an dieser Stelle nicht fehlen. Die Nordiques aus der kanadischen Stadt Quebec spielten zuerst mit Gründung 1972 in der WHA, danach 1979 bis 1995 in der NHL. Während die Anfangszeit der 1980er-Jahre noch mehr oder weniger erfolgreich verlief, schieden die Nordiques in den 90ern meist früh in den Playoffs aus; dreimal erreichten sie diese erst gar nicht (1991, 1992, 1994). Auch der damals noch junge Center Joe Sakic und spätere NHL-Rekordspieler – unter anderem bis dato mit den meisten Overtime-Toren in den Playoffs – konnte den Nordiques nur zu sporadischem Erfolg verhelfen, blieb mit dem Umzug der Nordiques zurück nach Colorado dem Franchise aber treu und gewann in der Gründungssaison 1995/96 mit den Colorado Avalanche den Stanley Cup. 2001 wiederholten Sakic und die Avalanche diesen Erfolg.

In der Liste der ehemaligen Eishockeyvereine muss aber auch die Geschichte der Eishockey-Stadt Montreal erzählt sein, das mit den Montreal Canadiens eines der ältesten Eishockey-Franchises der Welt zu verzeichnen hat.  Die Rede ist hier von den Montreal Maroons und den Montreal Wanderers. Die Wanderers als eines der vier Gründungsmitglieder der NHL wurden dabei weitestgehend durch englischsprachige Fans unterstützt, während der französischsprachige Teil eher zum städtischen Pendant, den „Canadiens de Montréal“ bzw. „Montreal Canadiens“, verfolgte. 1906, 1907, 1908 und 1910 gewannen die Wanderers den damals schon verliehenen Stanley Cup. Die Geschichte zur Auflösung des Franchises erscheint ebenso kurz erzählt wie auch tragisch: Nach vier absolvierten Spielen in der Saison 1917/18 fiel die Spielstätte der Wanderers, die Montreal Arena, einem Brand zum Opfer. Den solidarischen Aufruf zur Hilfe an die anderen NHL-Teams erwiderten die anderen Vereine nicht. Durch den Nichtantritt zu den beiden folgenden Spielen erfolgte die Auflösung des Gründungsmitglieds der NHL.

In der Folge schlossen sich die englischsprachigen Fans der Stadt Montreal den französischsprachigen Canadiens an, die 1924 nach 1916 erstmals wieder den Stanley Cup gewinnen konnten. Hinter den Kulissen wurde jedoch bereits an einer Neugründung eines englischsprachigen Franchises gearbeitet. Dieses wurde letztlich umgesetzt und im November 1924 mit den Montreal Maroons gegründet – just nach dem Titelgewinn der sprachvereinenden Canadiens. 1926 und 1935 holten die für ihre eher defensive Spielweise bekannten Maroons den Cup, erst gegen die „Victoria Cougars“, dann gegen die Toronto Maple Leafs. Gezeichnet von der Weltwirtschaftskrise, die 1929 begann und sich bis in die 30er-Jahre fortsetzte, legten die Maroons ihren Spielbetrieb 1938 sprichwörtlich „auf Eis“. Trotz der Versuche, die Montreal Maroons wiederzubeleben, blieb dieses Vorhaben stets erfolglos und endete mit der Auflösung 1947, womit die Montreal Canadiens als einziges Team aus Montreal in der NHL verblieben.

Blickt man also auf die Auflösungen und Umzüge der beleuchteten Franchises, kann man auch hinsichtlich des Eishockeys in Übersee zum Fazit kommen, dass der Eishockeysport ein finanziell schwieriges Pflaster bleibt. Vor allem aber auch das Streben nach größerem Zuschauerzuspruch und höherem Profit treibt die nordamerikanischen Funktionäre bis heute noch dazu, die vielen Städte in den USA und Kanada als Versuchskaninchen zur wirtschaftlichen Optimierung verschiedener Standorte zu verwenden und dabei eine höchstmögliche Resonanz zu erreichen. Die Geschichte wird die vielen Erinnerungen an die Franchises jedoch nie vergessen.  

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NHL Hauptrunde

Montag 12.04.2021
New Jersey Devils New Jersey
2 : 5
Pittsburgh Penguins Pittsburgh
New York Islanders NY Islanders
3 : 2
New York Rangers NY Rangers
Washington Capitals Washington
1 : 8
Boston Bruins Boston
Anaheim Ducks Anaheim
1 : 4
Colorado Avalanche Colorado
Nashville Predators Nashville
3 : 2
Dallas Stars Dallas
Dienstag 13.04.2021
Colorado Avalanche Colorado
4 : 2
Arizona Coyotes Arizona
Carolina Hurricanes Carolina
1 : 3
Detroit Red Wings Detroit
Columbus Blue Jackets Columbus
3 : 4
Chicago Blackhawks Chicago
Los Angeles Kings Los Angeles
2 : 4
Vegas Golden Knights Vegas
San Jose Sharks San Jose
0 : 4
Anaheim Ducks Anaheim
Montréal Canadiens Montréal
4 : 2
Toronto Maple Leafs Toronto
Ottawa Senators Ottawa
4 : 2
Winnipeg Jets Winnipeg