Welchen NHL-Weg gehen die besten europäischen Junioren?NHL-Draft 2019, Teil 2

Der Schwede Philip Broberg ist der dritthöchst ausgewählte Europäer im NHL Draft 2019 - hinter dem Deutschen Moritz Seider. (Foto: dpa/picture alliance/AP Photo) (JOH)Der Schwede Philip Broberg ist der dritthöchst ausgewählte Europäer im NHL Draft 2019 - hinter dem Deutschen Moritz Seider. (Foto: dpa/picture alliance/AP Photo) (JOH)
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Drittbester Europäer wurde der Schwede Philip Broberg (AIK Stockholm) auf Platz acht. Obwohl nur für einen schwedischen Zweitligisten tätig, überzeugte er die Organisation der Edmonton Oilers, die dringend einen starken Verteidiger brauchen. Obwohl Russland nach den Kanadiern (69 Spieler) und den USA (57 Spieler) mit 28 Akteuren die drittmeisten in den Draft miteinbrachte, reichte es für den besten Russen nur für Platz zehn. Vasili Podkolzin vom Zweitligisten SKA Neva St. Petersburg, erst 17-jährig, wird nach Meinung der Experten mit Sicherheit den Durchbruch in der NHL schaffen. Sein erster Weg wird ihn zu den Vancouver Canucks führen.  Auch der zweitbeste Schwede im Draft war ein Verteidiger. Victor Söderström vom Erstligisten Brynäs IF Gävle. Der 18-Jährige gilt als intelligenter Zweiwegespieler, der das Spiel perfekt lesen kann und vor allem seinem Torwart nicht im Wege steht. Interessantes Detail am Rande. Nach Star Kakko wurde der zweite Spieler vom aktuellen Weltmeister aus Finnland erst auf Platz 19 von den Ottawa Senators gedraftet. Verteidiger Lassi Thomson, der bereits einen Ausflug in die WHL hinter sich hat und in Kelowna spielte, wird in der kommenden Spielzeit beim finnischen Erstligisten Ilves Tampere aktiv sein. Die Schweden, die übrigens mit 26 Spielern im Draft zweitbeste europäische Nation waren, konnten neben den erwähnten Broberg und Söderström noch zwei weitere Spieler in der ersten Runde platzieren. Tobias Björnfot von Djurgarden Stockholm verstärkt die Defensive von den Los Angeles Kings und Simon Holmström (HV 71 Jonköping Junioren) wird als bester schwedischer Stürmer ein Mannschaftskamerad von Thomas Greiss bei den New York Islanders.

Der Nachwuchs der Tschechen wurde in diesem Draft als nicht so stark angesehen. Lediglich sieben Spieler konnten sich für den Wettbewerb platzieren. Bester Tscheche auf Rang 87 wurde Lukas Parik von den weißen Tigern aus Liberec. Der Goalie wurde von den Los Angeles Kings gezogen. Genau auf 100 landete Matej Blümel, der von den Edmonton Oilers geholt wurde. Enttäuscht waren die Schweizer, die nach einigen Jahren mit großer Teilnahme nur mit einem Spieler vertreten waren. Valentin Nussbaumer, aktuell bei den Shawinigan Cataracts in der kanadischen QMJHL unter Vertrag, sah sich am Ende nur auf Platz 207, wurde von Arizona gezogen. Auch WM-Gastgeber Slowakei konnte nur einen Akteur im Draft platzieren. Immerhin kam Maxim Cajkovic, der ebenfalls in der QMJHL bei den Saint John Sea Dogs spielt, auf 89, wurde von den Tampa Bay Lightning gezogen.

Wie im Draft üblich, können sich die schwächsten NHL-Teams als erste bedienen. Ottawa bekam sechs Spieler, darunter der Europäer. Neben Verteidiger Lassi Thomson kamen noch als beste Spieler Stürmer Shane Pinto (USA; Tri-City Storm/USHL) und der dänische Torhüter Mads Sögaard (Medicine Hat/WHL). Die in der Saison schwer enttäuschenden Los Angeles Kings bekamen einen internationalen Mix mit Spielern aus fünf Nationen. Am wichtigsten wohl der Amerikaner Alex Turcotte vom US-Nationalteam sowie der Schwede Tobias Björnfot. Für CHL-Beobachter interessant: Der in diesem Wettbewerb sehr positive aufgefallene Göteborger Stürmer Samuel Fagemo geht als 50. Zu den Kings. Die New Jersey Devils, die mit dem weltbesten Junior Jack Hughes ihren Wunschstürmer erhielten, verstärkten danach mit Nikita Okhotyuk, Daniil Misjul und Michael Vukojevic die Defensive.

Der frischgebackene Stanley-Cup-Gewinner St. Louis griff, natürlich, erst spät in den Draft ein. Sein bester Zugriff fand sich schließlich auf Platz 62 mit dem Russen Nikita Alexandrow (Charlottetown Islanders/QMJHL)  und aus der gleichen Liga konnte noch Keeper Colten Ellis (Rimouski Oceanic) gewonnen werden. In wieweit sich St. Louis sich bei den weiteren Neuzugängen Keean Washkurak (155), Vadim Zherenko (208) und Jeremy Michel (217) bedient, bleibt abzuwarten. Vizemeister Boston Bruins konnte ebenfalls nur fünf Stürmer in seiner Organisation begrüßen. Am besten schnitt dabei der US-Nationalstürmer John Beecher mit Platz 30 ab. Erwähnenswert wäre noch Quinn Olsen (92; Okotoks Oilers/AJHL) und Roman Bychkov (Loko Yaroslavl/RUS3).