Was wird aus den Arizona Coyotes?Steht der zehnte Umzug der modernen NHL-Ära bevor

Die nur 5000 Zuschauern Platz bietende Mullett Arena steht auf dem Campus der Arizona State University. (Foto: dpa/picture alliance/Newscom)Die nur 5000 Zuschauern Platz bietende Mullett Arena steht auf dem Campus der Arizona State University. (Foto: dpa/picture alliance/Newscom)
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Während die National Football League mit dem Thema recht offen umgeht und gefühlt jede sich bietende Chance nutzt, wenn irgendwo ein großes Stadion entsteht, dieses per Umzug für sich einzunehmen, hat die National Hockey League eine ganz andere Herangehensweise.

Und diese hat NHL-Commissioner Gary Bettman zur Genüge erklärt. Eine Relocation ist die letzte, finale Maßnahme. Praktisch ein Eingeständnis des Scheiterns. Oder, wenn man es positiv ausdrücken will: die NHL tut alles in ihrer Macht stehende, um Standorte zu erhalten. Tatsächlich gab es in der Nachkriegszeit nur neun Umzüge von NHL-Franchises. Die ersten beiden Umzüge in der modernen Ära erfolgten gar erst 1976. In der modernen Phase der NHL-Geschichte gab es zudem nur einen einzigen Fall, dass eine Franchise ihren Spielbetrieb komplett eingestellt hat, als die Cleveland Barons 1978 aufhörten zu existieren und offiziell in einer Fusion mit den Minnesota North Stars aufgingen. Eine Franchise zog sogar gleich zweimal um: Die 1974 gegründeten Kansas City Scouts wurden 1976 zu den Colorado Rockies, die wiederum 1982 zu den heutigen New Jersey Devils wurden.

Könnte es 2024 zu einer weiteren, der dann zehnten Relocation der modernen NHL-Ära kommen? Tatsächlich haben viele Experten eine Mitteilung der National Hockey League rund um das Allstar-Wochenende erwartet. Inhalt: Das mögliche Ende der Arizona Coyotes und deren Umzug nach Salt Lake City. Schließlich hatte eine Eignergruppe aus der Metropole in Utah erst vor kurzem offiziell die Einleitung des Expansionsprozesses der Liga beantragt. Und Gerüchte rund um die Phoenix beziehungsweise Arizona Coyotes gibt es praktisch jedes Jahr.

Die Phoenix Coyotes entstanden 1996 durch den Umzug der ursprünglichen Winnipeg Jets, die 1979 durch den Wechsel aus der World Hockey Association in die NHL gekommen waren – doch zu einer Erfolgsgeschichte wurde diese Franchise nie. Seit 1996 haben die Coyotes nur neunmal die Play-offs erreicht. Einmal davon, weil 2019/20 die pandemiebedingt verschobenen Play-offs auf 24 Teams ausgeweitet wurden. Nur dreimal gewannen die Coyotes eine Play-off-Serie. Ihren größten Erfolg feierten sie 2012 als sie Meister der Pacific Division wurden und ins Conference Finale einzogen.

Die Franchise geriet schon zuvor in finanzielle Probleme, meldete 2009 Insolvenz an und wurde bis 2013 direkt von der NHL betrieben, ehe eine neue Eignergruppe gefunden wurde, die das Team in Arizona halten wollte. 2009 hatte es den Versuch einer Relocation nach Hamilton gegeben, was von einem Konkursgericht aber verhindert worden ist.

Aktuell sind es weniger finanzielle, als infrastrukturelle Probleme, die die Coyotes bedrohen, die seit 2014 den Namen Arizona Coyotes tragen, nachdem sie schon seit 2003 in Glendale und nicht mehr in Phoenix beheimatet waren. 2022 endete die Zeit in Glendale, nachdem es zuvor Irritationen um vermeintlich säumige Steuerzahlungen gegeben hatte. Die Coyotes zog es nach Tempe, eine weitere Nachbarstadt von Phoenix, wo eine neue Arena entstehen sollte. Das hat allerdings nicht geklappt. Aktuell spielen die Coyotes in der zur Arizona State University gehörenden Mullett Arena, die gerade einmal 5000 (!) Zuschauern Platz bietet.

Sowohl die Spielergewerkschaft NHLPA als auch das Board of Governors – sprich die Gesellschafter der NHL, nochmal sprich: die Clubs der Liga – sollen nun aber Druck machen, diesen Zustand möglichst schnell zu beenden. Aktuell gibt es Meldungen, dass die Coyotes Land im Nordwesten von Phoenix erwerben wollen, um dort eine neue Arena zu bauen. Allerdings ist dieses Land infrastrukturell völlig unerschlossen. Straßen, Brücken – all das müsste neben einer Arena, Verwaltungsgebäuden und einer Trainingseinrichtung ebenfalls erst noch gebaut werden. Das würde, wenn der Kauf zustande käme und die Arena wirklich gebaut werden würde, wohl mindestens vier, fünf Jahre dauern. Mit viel Wohlwollen geschätzt.

Und all das heizt nun eben die Umzugsgerüchte der Arizona Coyotes mal wieder an. Neueste Gerüchte besagen, dass die Franchise der Liga bis zum Ende der regulären Saison endgültig mitteilen müsse, wie es weitergehen soll. Aktuell gibt es sogar Spekulationen darüber, dass die Liga die Franchise im Zweifelsfall zu einer Relocation zwingen könnte – was aber wiederum von Rechtsexperten als schwierig eingeschätzt wird. Es bleibt also verwirrend. Sportlicher Erfolg kann sich in einem solchen Umfeld nur schwierig einstellen – wie es die Geschichte der Phoenix/Arizona Coyotes seit 1996 nun einmal auch zeigt.

Alle Relocations der NHL in der Nachkriegszeit:

1976 California Golden Seals -> Cleveland Barons (Spielbetrieb 1978 eingestellt) 

1976 Kansas City Scouts -> Colorado Rockies 

1980 Atlanta Flames -> Calgary Flames 

1982 Colorado Rockies -> New Jersey Devils 

1993 Minnesota North Stars -> Dallas Stars 

1995 Quebec Nordiques -> Colorado Avalanche 

1996 Winnipeg Jets (alt) -> Phoenix Coyotes 

1997 Hartford Whalers -> Carolina Hurricanes 

2011 Atlanta Thrashers -> Winnipeg Jets (neu)


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