Vorschau North Division – Verfolger: Enger Kampf um die Playoffplätze erwartetOttawa Senators wollen nach Rebuild mit Tim Stützle angreifen

Ein enges und spannendes Rennen wird in der kanadischen North Division im Kampf um die Playoffplätze erwartet.  (picture alliance / ASSOCIATED PRESS)Ein enges und spannendes Rennen wird in der kanadischen North Division im Kampf um die Playoffplätze erwartet. (picture alliance / ASSOCIATED PRESS)
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Ottawa Senators

Die Ottawa Senators befinden sich weiterhin im Umbruch, wollen jedoch den nächsten Schritt Richtung Endrunden-Teilnahme machen und an erfolgreichere Zeiten anknüpfen. Die Verantwortlichen in der kanadischen Hauptstadt waren sehr umtriebig in der Offseason und so gelang es nicht nur das deutsche Top-Talent Tim Stützle, den dritten Pick des vergangenen Drafts nach Ottawa zu lotsen, sondern auch einige andere Hochkaräter. Mit Torhüter Matt Murray (Pittsburgh Penguins) kommt die Erfahrung von zwei Stanley-Cup Siegen aus seiner Zeit in Pittsburgh nach Ontario. Für den Angriff wurde Evgenii Dadonov von den Florida Panthers als Free Agent verpflichtet und soll in der Offensive für mehr Durchschlagskraft sorgen. Einen besonders wichtigen Spieler konnte man mit Derek Stepan von den Arizona Coyotes unter Vertrag nehmen. Der 30-jährige bringt zum einen mehr Erfahrung auf der Centerposition, zum anderen soll er ein Mentor für die jungen Spieler, wie Logan Brown und Josh Norris, im Kader sein. Der 18-jährige Tim Stützle, welcher bei der U20-Weltmeisterschaft die Nationalmannschaft als Kapitän anführte und zum besten Stürmer des Turniers ausgezeichnet wurde, könnte auf Anhieb schon in seinem ersten Jahr den Sprung in den Kader der Senators schaffen. Denkbar wäre ein Einsatz zunächst als Flügelstürmer an der Seite von Stepan, wo er wichtige Erfahrung sammeln würde. „Ich hoffe, dass ich ein gutes Trainingslager haben werde,” sagte Stützle nach seinem ersten Training am Sonntag. „Aber erstmal muss ich mich beweisen und gutes Eishockey spielen. Das ist jetzt der erste Schritt.” Daneben erhofft man sich auch von Jake Sanderson, den Ottawa in der ersten Runde des Drafts 2020 an fünfter Stelle auswählte, einiges. Mit der Verpflichtung von Verteidiger Brayden Coburn und Stürmer Cedric Paquette konnten zwei frisch gebackene Stanley Cup-Sieger aus Tampa Bay verpflichtet werden, die für mehr Tiefe und Erfahrung im Kader sorgen sollen. Weitere Zugänge sind unter anderem Austin Watson (Nashville Predators), Alex Galchenyuk (Minnesota Wild) und Erik Gudbranson (Anaheim Ducks). Nicht mehr im Team sind Bobby Ryan (Detroit Red Wings), Mikkel Boedker (HC Lugano) sowie der zweitbeste Torschütze der vergangenen Saison Anthony Duclair (Florida Panthers). Die Verteidigung wird von Thomas Chabot angeführt und muss sich steigern, um gegen die vor allem in der Offensive starken kanadischen Gegner bestehen zu können. Der Angriff ist um Top-Scorer Brady Tkachuk herum mit jungen hoffnungsvollen Spielern gespickt, die nun insbesondere von Derek Stepan und Evgenii Dadonov tatkräftige Unterstützung erhalten.

Fazit: Die Ottawa Senator dürften eines der Teams sein, bei dem die Entwicklung in der kommenden Saison interessant zu beobachten sein wird. Insbesondere aus deutscher Sicht bleibt abzuwarten, ob Tim Stützle sich in seinem ersten Jahr schon in der NHL etablieren kann. Für das Team aus der kanadischen Hauptstadt wird eine Teilnahme an den Playoffs dennoch trotz der namhaften Neuzugänge schwer zu realisieren sein.


Montreal Canadiens

Die Montreal Canadiens konnten in den vergangenen Playoffs zur Überraschung vieler die Pittsburgh Penguins in der Playoff-Qualifikation schlagen, scheiterten danach aber an den Philadelphia Flyers, denen sie alles abverlangten. Wie schon in Ottawa waren auch im rund 200 Kilometer entfernten Montreal die Verantwortlichen sehr aktiv auf dem Transfermarkt. Mit der Verpflichtung von Tyler Toffoli (Vancouver Canucks) schaffte man es einen Leistungsträger zu den Habs zu lotsen. Die 44 Punkte (24 Tore, 20 Vorlagen) aus der abgelaufenen Saison stellen auf jeden Fall eine Aufwertung der Canadiens-Offensive dar. Mit dem 35-jährigen Corey Perry konnte man einen Stanley Cup-Sieger mit sehr viel Erfahrung in das Team holen, der zuletzt mit den Dallas Stars im Stanley Cup-Finale stand. Um den abgewanderten Max Domi (Columbus Blue Jackets) zu ersetzen, wurde zudem noch Josh Anderson (Columbus Blue Jackets) nach Kanada gelockt. Auch für die Defensive um Shea Weber konnte General Manager Marc Bergevin einen Routinier gewinnen. Joel Edmundson von den Carolina Hurricanes soll mit seiner Erfahrung im Kampf um die Playoffs helfen. Mit dem Transfer von Jake Allen (St. Louis Blues) konnte man sich auf der Torhüterposition verbessern und hat zusammen mit Carey Price, wohl eines der besten Duos der Liga. Besonders wichtig wird es hierbei sein, dass Allen bei dem straffem Spielplan für die nötigen Auszeiten von Price sorgt, damit dieser konstant auf hohem Niveau performen kann. 

Fazit: Ein starkes Torhüterduo soll das Gerüst für eine Mannschaft sein, die auf mentale Stärke und Ausgeglichenheit setzt. Toffoli, Anderson und Perry sind im Angriff sinnvolle Verstärkungen, während Edmundson der Abwehr mehr Stabilität verleihen soll. Aufgrund der qualitativ stark besetzten North Division wird es aber schwer, um die Playoffs mitzuspielen.

 

Vancouver Canucks

Die Mannen aus British Columbia avancierten in der letzten Postseason zu einem echten Überraschungsteam und konnten lange im Kampf um den Stanley Cup mithalten. Besonders die erfrischende und freche Spielweise beeindruckte, mit der sie die St. Louis Blues als Stanley Cup-Sieger eliminierten und die starken Vegas Golden Knights am Rande einer Niederlage hatten und erst im siebten Spiel des Conference-Halbfinales scheiterten. Mit dem Abgang von Torhüter Jacob Markström (Calgary Flames) verliert das Team nicht nur seinen Stammtorwart, sondern auch ein Aushängeschild. Schließen soll diese Lücke kein geringerer als Braden Holtby, welcher aus der US-Haupstadt nach Vancouver wechselte. Zusammen mit dem jungen Thatcher Demko, der in den Playoffs seine Qualität unter Beweis stellen konnte, soll er ein starkes Torhüterduo bilden. Auch die Abgänge von Christopher Tanev (Calgary Flames) sowie Tyler Toffoli (Montreal Canadiens) stellen eine Schwächung des Teams dar. In der Verteidigung erhofft man sich neben dem starken Abwehrchef Quinn Hughes von Neuzugang Nate Schmidt (Vegas Golden Knights) die nötige Stabilität. Die Stars der Mannschaft sind im Angriff Elias Pettersson, J.T. Miller, Bo Horvat und Brock Boeser. Von dem 24-jährigen Jake Virtanen erhoffen sich die Verantwortlichen den nächsten Schritt in seiner Entwicklung. Dem deutschen Marc Michaelis werden nur Außenseiterchancen auf einen Stammplatz zugetraut.  

Fazit: Mit der Verpflichtung von Braden Holtby gelang den Canucks ein Coup auf der Torhüterposition, welcher den Abgang von Markström abfedern soll. Die jungen Stars Elias Petterson, Brock Boeser, Bo Horvat und Quinn Hughes sind bereits zu Leistungsträgern herangereift und dürfen mit ihren Leistungen in der kommendem Saison nicht nachlassen. Ansonsten wird der Kampf gegen die starken kanadischen Konkurrenten um die Playoffplätze extrem schwierig.

Tobias Linke / Timo Helfrich


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