Vegas Golden Knights auf Rachefeldzug Bester NHL-Neuling aller Zeiten

Die Vegas Golden Knights im Siegesrausch  (picture alliance / AP Photo)Die Vegas Golden Knights im Siegesrausch (picture alliance / AP Photo)
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In Las Vegas können sie ihr Glück nicht fassen. Ausgerechnet im Spielerparadies. Denn die Vegas Golden Knights übertreffen alle Erwartungen. Nicht nur das. Der Neuling in der NHL hat sich innerhalb kürzester Zeit in die Herzen der Fans geschossen. Das 5:4 nach Verlängerung gegen die Buffalo Sabres war der fünfte Sieg im sechsten Spiel und damit der besten Start eines NHL-Expansion-Teams alles Zeiten. Die T-Mobile-Arena in der Glitzerstadt explodierte zu einem Feuerwerk der Freude. Wer auf einen solchen Erfolg der Ritter vor der Saison gewettet hätte, würde wohl auch am Roulette-Tisch, Automaten, beim Poker oder Black Jack der perfekte Zocker sein. Offensichtlich ist es aber wohl auch so, dass die Profis im Spieler-Paradies derzeit ihr Glück gefunden haben. Sie sind für Vegas ein echter Hauptgewinn. In der schillernden Show-Metropole ganz und gar nicht selbstverständlich.

Das Geheimnis? Die goldenen Ritter befinden sich sozusagen auf einem Rachefeldzug. Im Rahmen eines sogenannten Expansion-Draft durften die Golden Knights aus Las Vegas ihr erstes Team zusammenwürfeln. Die bisherigen 30 Teams der NHL fertigten dafür eine Liste mit ausgewählten Spielern aus ihrem Kader an, aus der sich Neuling jeweils einen Spieler herauspicken durften. "Viva Las Vegas" war, frei nach Elvis Presley, das Motto.

Nicht für jeden. Kritiker sehen die Praxis als Menschenhandel an. Weil die NHL unbedingt eine von Beginn an konkurrenzfähige Mannschaft im Spielbetrieb sehen wollte, konnten sich die Ritter fast nach Herzenslust bei der Konkurrenz bedienen, die nur ihre Topstars schützen durfte. „Das ist der größte Spaß, den ich jemals im Eishockey hatte“, strahlte General-Manager George McPhee. Der Schmied der Ritter war zwar strengen Regeln unterworfen. So galt die Gehaltsobergrenze (Salary Cap) auch für Las Vegas, zudem durften sich die künftigen Gegner aussuchen, welche Spieler sie für die Expansion Draft zur Verfügung stellen. Einen Torwart, sieben Stürmer, drei Verteidiger oder einen Torwart und acht Feldspieler unabhängig ihrer Position konnten die Teams vor dem Zugriff der Knights schützen.

Der Rest der Profis saß aber sozusagen auf gepackten Koffern. Die Auserwählten der Knights wurden im wahrsten Sinne des Wortes in die Wüste geschickt. Von denen will nun jeder seinem ehemaligen Klub beweisen, dass es besser gewesen wäre, ihn zu behalten. „Unsere alten Teams wollten uns nicht schützen. Unsere neue Organisation gibt uns eine neue Chance. Wir haben dem Team und uns selbst etwas zu beweisen“, sagt David Perron, der umjubelte Siegtorschütze gegen Buffalo, kämpferisch.

„Das passiert, wenn man Spieler hat, die hungrig sind, jeden Abend hart arbeiten und Spaß haben“, schwärmt Vegas-Cheftrainer Gerald Gallant, „ich denke, dass wir ein besseres Team haben, als man erwarten konnte.“ William Carrier beispielweise machte gegen sein Ex-Team Sabres das beste Saisonspiel. „Er hat definitiv den Unterschied ausgemacht. Das hätte ich nicht gedacht“, staunt Gallant. Vegas-Held Perron spielt übriges am Samstag gegen sein Ex-Team St. Louis Blues. Was der Gegner als Warnung verstehen sollte. „Wir haben eine sehr talentierte Truppe. Die Jungs wollen ihrer Karriere einen Schub geben “, weiß Gallant, „als ich die Liste der Spieler gesehen habe, die wir auswählen dürfen, war ich erstaunt, wie viele Top-Leute darauf stehen. Wir haben richtig gute Spieler bekommen.“

Momentan sind die Knights für Vegas ein echter Volltreffer. Wenn die Serie weiter Bestand hat, könnte sogar der Jackpot abgeräumt werden – die Play-offs. „Es ist noch viel zu früh, jetzt schon davon zu reden. Der Weg ist noch sehr weit.“ Unterstatement? Die Glitzerstadt erlebt ein Märchen. Die Euphorie ist groß. So träumt die Las Vegas Sun schon vom Happyend einer Cinderella-Story. In der Hoffnung, dass der Zauber nicht verfliegt. Auf das er niemals endet. Frei übersetzt heißt es: „Es ist noch jede Menge Zeit, bis sich die Kutsche der Golden Nights in einen Kürbis verwandelt. Aber um Mitternacht schließen dennoch alle lieber die Augen, während das Team weiter gewinnt.“

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