Trainingscamps sind im vollen GangDeutsche Spieler auf dem Weg in die NHL

Leon Draisaitl bei seinem Draft - nun will er den Sprung ins NHL-Team schaffen. (Foto: Imago)Leon Draisaitl bei seinem Draft - nun will er den Sprung ins NHL-Team schaffen. (Foto: Imago)
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Daher sind die Camp-Roster teils dreifach so groß, wie es am Anfang der Saison sein wird. Unzählige Spieler aus den Canadian Hockey Leagues und Europa sind in den Teams und versuchen ihr Glück. Im Laufe der Vorbereitung werden immer mehr Spieler aus dem Trainingscamp-Kader gestrichen und gehen zurück zu ihren ursprünglichen Teams. Zum Beispiel in das Juniorenteam aus der CHL oder nach Europa. Andere werden in die AHL zu den Farmteams geschickt, damit sie beim Start der dortigen Trainingcamps anwesend sind.

Eine Handvoll Spieler, die sich in den Camps tummeln, kommen aus Deutschland. So ist im Trainingslager der Toronto Maple Leafs der Kaufbeurer Korbinian Holzer zu finden. Er versucht nun bereits in seiner vierten Saison, Fuß in der NHL zu fassen. In der letzten Saison reichte es für 22 Spiele in der besten Liga der Welt. Es ist wahrscheinlich, dass in der kommenden Saison noch einige dazu kommen.

In seine dritte Profisaison geht Marcel Noebels in diesem Jahr. Nach zwei Jahren in der AHL soll in diesem Jahr der große Sprung in die NHL endlich klappen. Sollte es allerdings in diesem Jahr noch nicht ganz für die NHL reichen, so wird er nicht für die Adirondack Phantoms auflaufen, sondern für die Lehigh Valley Phantoms. Die Adirondack Phantoms wurden in die niegelnagelneue Mehrzweckarena umgesiedelt. Nun sind die Farmteamspieler der Philadelphia Flyers einige Kilometer näher am NHL-Team, denn nun spielen die Phantoms in Pennsylvania. Übrigens das dritte AHL-Team in Pennsylvania, neben den Hershey Bears und den Wilkes-Barre/Scranton Penguins.

Gut möglich, dass Marcel Noebels dann in der kommenden Saison einige Spiele mehr gegen Tom Kühnhackl und die Wilkes-Barre/Scranton Penguins macht. Der Bayer ist ebenfalls im Trainingslager seines NHL-Teams. Dort teilt er sich aktuell das Eis mit Christian Ehrhoff, Marcel Goc und Thomas Greiss. Doch anders als bei Ehrhoff, Goc und Greiss ist es wahrscheinlicher, dass Kühnhackl in der kommenden Saison das AHL-Eis zu Gesicht bekommt. In seiner nun dritten Saison versucht auch er, den Sprung in den Profikader zu schaffen, doch ist die Dichte der Stars bei den Pittsburgh Penguins hoch, und sich dort durchzusetzen, ist nicht einfach. Doch mit etwas Glück und Können, wird sich Kühnhackl in der kommenden Saison beweisen können.

Der Größte aller Deutschen in Nordamerika ist Konrad Abeltshauser. Für die San Jose Sharks versucht der 1,95 Meter große Verteidiger im zweiten Jahr sein Glück, um ein Schlupfloch im Kader der großen Sharks zu bekommen. Mit einer starken Debütsaison mit 21 Punkten und nur 18 Strafen in 57 Saisonspielen, dürfte er bereits in den Fokus der Trainer des NHL-Teams gerückt sein.

Einer, der sich nun beweisen muss, ist Tobias Rieder. Der Landshuter kam in seiner ersten Saison für die Portland Pirates auf 28 Tore und 20 Assists in 64 Spielen. Sollte er diese Leistung in der folgenden Saison wiederholen, findet er sich sicher ganz schnell im Kader der Arizona Coyotes wieder. Die Chancen in Arizona aufs Eis zu gelangen, sind auf jeden Fall höher als anderswo.

Ein alter Hase ist hingegen Dennis Seidenberg. Er muss sich in Bosten keine Gedanken machen, wo er in der kommenden Saison spielen wird. Nach seiner Verletzung ist er wieder topfit und hofft auf eine ähnlich erfolgreiche Saison wie 2010/11, als er den Stanley Cup gewann.

Ein ganz Frischer ist hingegen Leon Draisaitl. Bei seinem ersten Maincamp bei den Edmonton Oilers, die ihn erst im Sommer an dritter Position im Draft zogen, konnte er bereits im ersten Spiel gegen die Calgary Flames sein Können aufzeigen. Bereits nach wenigen Minuten bereitete er das 1:0 vor. Am Ende sprang ein 3:1-Sieg und eine Nominierung zum Third Star of the Night heraus. Ob Draisaitl allerdings den Sprung in den NHL Kader schafft oder nicht, ist noch nicht sicher.  Die Oilers bekunden immer wieder, dass sie schauen werden, was für Draisaitl das Beste ist und nicht für die Organisation. Wenn der Kölner körperlich und geistig bereit für den Sprung ist, wird er im NHL-Team auflaufen. Man kann allerdings davon ausgehen, dass Draisaitl auf jeden Fall in der kommenden Saison sein Debüt im NHL-Team geben wird. Ob dies dann von langer Dauer ist, bleibt abzuwarten.

Schon einige Lenze älter ist David Wolf. Der 25-jährige Stürmer will wieder für positive Schlagzeilen sorgen – zuletzt waren es nur Schläge, die die Zeilen über den gebürtigen Düsseldorfer bestimmten. In den zurückliegenden DEL-Play-offs attackierte Benedikt Schopper und handelte sich eine lange Sperre ein, die es unmöglich machte, ihn für die Weltmeisterschaft zu nominieren. Schon zuvor hatte er den Vertrag mit den Calgary Flames in der Tasche. Dort präsentiert er sich nun. Es ist aber wahrscheinlich, dass er sich über das AHL-Farmteam, die Adirondack Flames, an die NHL heranarbeiten muss.

Der Letzte im Bunde ist Nickolas Latta. Der in Schongau geborene Angreifer ist aktuell ohne Vertrag und kam bei den New York Rangers zunächst im Rookie Camp, dann im Maincamp unter. Bereits in der letzten Saison hat er für das Farmteam, das Hartford Wolf Pack elf Spiele gespielt. Also ist es gut möglich, das die Rangers, Latta einen Zwei-Wege-Vertrag für das AHL Team geben werden. Sollten sie dies nicht tun, so kann das Wolf Pack Latta auch ohne Hilfe der Rangers unter Vertrag nehmen. Und sollte beides nicht passieren, kann sich Latta in den kommenden Wochen bei den AHL-Trainingcamps beweisen.


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