Tor irregulär - aber Marlies-Niederlage hat BestandAHL: Liga bestätigt Fehler der Schiris

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Die Toronto Marlies, für die Holzer und Müller bekanntlich spielen, liegen im Finale der American Hockey League mit 0:3 hinten. Wie der 1:0-Siegtreffer für die Norfolk Admirals, die die ersten beiden Spiele mit 3:1 und 4:2 gewonnen hatten, in der 70. Minute fiel, ist allerdings schier unglaublich. Die Marlies, die erstmals in der Finalserie zu Hause spielten, hatten den Puck geklärt. Etwa in Höhe der Mittellinie nahm Mike Kostka den Puck aber auf und wollte ihn einfach tief ins Drittel der Marlies spielen. Torontos Goalie Ben Scrivens fuhr schon hinter das Tor, um die Scheibe zu stoppen. Vorher jedoch traf der Puck jedoch eine Halterung in der Bande und sprang völlig überraschend ab und trudelte aus ganz spitzem Winkel ins leere Tor.

Noch einige Zeit starrten die Marlies-Spieler ungläubig aufs Eis und auf den Videowürfel – doch das Spiel war tatsächlich vorbei und verloren. Das Problem ist nur: Das Tor hätte nicht zählen dürfen. Was auf den Videos nur schwer zu sehen ist: Wahrscheinlich wurde der Schiri, der schließlich auch auf Tor erkannt, vom Puck an der Kufe touchiert. Da aber kein Tor zählen darf, dass der Schiri ins Netz abgefälscht hat, wäre das schon der erste Grund gewesen, sich mächtig zu ärgern. Entscheidender und deutlicher zu erkennen: Als Kostka den Puck ins Drittel schoss, stand Brandon Segal von den Admirals im (angezeigten) Abseits. Der Spieler aus Norfolk hatte das Angriffsdrittel zwar verlassen, bevor der Puck über die Linie trudelte, was die eigentliche Abseitssituation zwar aufgehoben hat, dennoch hätte das Tor nicht zählen dürfen – und das erklärte die American Hockey League nun auch offiziell.

AHL-Präsident David Andrews erklärte: „Wir haben mit dem Management der Toronto Marlies gesprochen und bestätigt, dass es beim Overtime-Tor in Spiel 3 des Calder-Cup-Finals zu einem Fehler bei der Regelauslegung durch die Schiedsrichter gekommen ist. Ein Schuss eines Norfolk-Spielers prallte von einer Halterung ins Netz von Toronto ab. Die korrekte Anwendung der AHL-Regel 83.4 hätte zu einer Annullierung des Norfolk-Tors aufgrund einer angezeigten Abseitssituation führen müssen. Da die AHL-Satzung aber keine Änderung des Endergebnisses aufgrund einer unkorrekten Regelauslegung erlaubt, bleibt das Ergebnis des Spiels bestehen.“

Die genannte AHL-Regel 83.4 besagt, dass bei einem angezeigten Abseits das Spiel fortgesetzt werden kann, wenn die Angriffszone durch die sich verfehlende Mannschaft verlassen wird.  Dann aber heißt es: „Sollte der Puck als Resultat eines Schusses während einer angezeigten Abseitssituation in das Tor der verteidigenden Mannschaft gelangen, entweder direkt oder durch einen Torhüter, Spieler und Schiedsrichter, muss das Tor aberkannt werden, da der ursprüngliche Schuss abseits war. Der Umstand, dass das angreifende Team die Angriffszone verlassen hat, bevor der Puck ins Tor geriet, hat keinen Einfluss auf diese Regel.“

So bitter es auch ist, Marlies-Manager David Nonis will das so schnell wie möglich abhaken und hatte früh einen formalen Protest verworfen: „Je mehr wir damit weitermachen, über Spiel 3 zu reden, desto geringer werden die Chancen, Spiel 4 zu gewinnen.“ Bereits am heutigen Samstag um 21 Uhr deutscher Zeit beginnt Spiel vier in Toronto. Eine ausführliche Zusammenfassung der Partie zeigt ESPN America am Sonntagmorgen um 10.30 Uhr.

Und hier noch ein Link zu einem YouTube-Video, das das kuriose Tor aus Spiel drei zeigt:


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