Thomas Greiss mit fulminantem ComebackFlyers gleichen Serie aus, Tampa und Dallas führen mit 2:1

Thomas Greiss im Tor der Islanders. (picture alliance / newscom)Thomas Greiss im Tor der Islanders. (picture alliance / newscom)
Lesedauer: ca. 5 Minuten

New York Islanders – Philadelphia Flyers 3:4 (0:3,1:0,2:0,0:1) n.V.

Serienstand: 1:1

Drei Spieler setzen dieser Begegnung ihren Stempel auf und einer von diesen dreien war Thomas Greiss. Der 34-jährige Füssener, der vier Jahre auf Long Island und jetzt in Brooklyn für die Islanders das Tor hütet, war Stammkeeper und musste in dieser Saison zurück ins zweite Glied wechseln. Er zeigte seinem Trainer Barry Trotz und seiner Mannschaft, dass er sich trotz der Rückversetzung nicht aufgegeben hat und auf ihn Verlass ist. 15 Minuten und neun Sekunden waren gespielt, als die aktuelle Nummer eins im Islanders-Tor, Semyon Varlamow, seinen Arbeitsplatz für Greiss freimachte. Eben gerade hatte Sean Couturier den ersten Play-Off-Treffer für die erste Sturmlinie der Philadelphia Flyers erzielt und das war gleichzeitig nach zwei Toren von Kevin Hayes (2.,10.), dem zweiten Spieler des Tages, das 3:0. Das Spiel schien entschieden, zumal die Flyers nach schwacher Anfangsphase zwischen der 9. und der 20. Spielminute 8:1-Torschüsse generierten und den frischgebackenen Rekordhalter Varlamow vom Eis jagten. Barry Trotz, Trainer der Islanders, gab dem Russen jedoch keine Schuld: „Wir haben Varlamow zu wenig geholfen.“  Rekordhalter? Ja, denn Varlamow war somit der dritte Hauptakteur des Abends, denn er brach einen vierzigjährigen Vereinsrekord. 1980 hatte Billy Smith im Tor 136 Minuten und 59 Sekunden ohne Gegentor verbracht und jetzt kassierte Varlamow nach 138 Minuten und 17 Sekunden das erste Gegentor. So eng können Traurigkeit und Freude Nachbarn sein. Nach der Rückkehr auf das Eis brauchte Greiss fünf Minuten zum warm werden, dann hatte er sich mit seinem Team eingegroovt und mit dem zweiten Drittel begann die Aufholjagd. Zunächst agierten die Isles vorsichtig, wurden immer mutiger und nachdem Anders Lee in der 32. Minute zum 1:3 traf, begannen die Islanders an sich zu glauben. In der 52. Minute erzielte Anthony Beauvillier das Anschlusstor und in der 58. Minute glich der zuletzt stark spielende Jean-Gabriel Pageau zum 3:3 aus. Wie überlegen die Islanders agierten, zeigte das Schlussverhältnis. Führten die Flyers nach 30 Minuten noch mit 18:11, so lagen sie nach sechzig Minuten mit 28:33 zurück. Wie wertvoll Greiss für sein Team spielte, zeigte eine letzte Szene in der regulären Spielzeit. Die Islanders, die fast zwei Minuten vor Ende auch noch ein Powerplay zugesprochen bekamen, ließen 14 Sekunden vor Schluss den bisher stärksten Flyers-Stürmer, Jakub Voracek davonziehen, aber dieser scheiterte am glänzend reagierenden deutschen Nationaltorhüter. In der Overtime überraschten dann die Flyers, die alle Kräfte bündelten, und schließlich auch die Entscheidung herbeiführten. Nachdem in der 63. Minute Couturier aus nähester Entfernung die Nerven versagten, bekam Verteidiger Philippe Myers an der blauen Linie die Scheibe. Dieser schoss sofort, der Puck wurde von Islanders-Stürmer Lee noch leicht abgefälscht und flog über die Fanghand von Greiss, der ohne Chance war, ins Netz. Enttäuscht zeigte sich Anders Lee, Kapitän der Islanders: „Wir haben die Flyers im ersten Drittel unterschätzt. Sie waren deutlich besser. Danach sind wir stark zurückgekommen, um ein unglückliches Gegentor zu bekommen.“

 

Tore: 0:1 (01:57) Kevin Hayes (Konecny, Braun), 0:2 (09:43) Kevin Hayes (Farabee), 0:3 (15:09) Sean Couturier (Giroux, Sanheim), 1:3 (31:45) Anders Lee (Barzal, Leddy;5-4), 2:3 (51:11) Anthony Beauvillier (Bailey), 3:3 (57:51) Jean-Gabriel Pageau (Pelech), 3:4 (62:41) Philippe Myers (Couturier).


Tampa Bay Lightning – Boston Bruins 7:1 (2:0,4:1,1:0) 

Serienstand: 2:1

Eines sollte den Fans, aber auch den Verantwortlichen der Tampa Bay Lightning klar sein. Auf ihre osteuropäischen Arbeitskräfte ist Verlass. In erster Linie sind dabei Ondrej Palat, Nikita Kucherov und Michael Sergachew zu nennen, die gegen Boston alleine neun Punkte sammelten. Sie sorgten zudem dafür, dass auf der anderen Seite Keeper Jaroslav Halak vorzeitig vom Eis musste und die eigentliche Nr. 3 der Bruins, Dan Vladar, seinen Einstand gab. Bei den Nordamerikanern der Lightning war der Kanadier Alex Killorn der Held des Tages, denn ihm gelangen drei Punkte, davon ein Tor, hintereinander. Ein weiterer Garant für den hohen Erfolg war das nahezu unwiderstehliche Powerplay des Teams aus Florida. Mit einer Erfolgsquote von fünfzig Prozent (Boston: 33 Prozent) waren sie ihrem Gegner in diesem Fall deutlich überlegen. Zwei Details am Rande: Von den ersten vier Toren wurden drei in Überzahl erzielt und zwischen dem 1:0 und dem 2:0 lagen nur 15 Sekunden. Vereinsrekord! Auf der anderen Seite gab es nicht viel Positives. Brad Marchand vereitelte mit seinem Powerplay-Tor in der 25. Minute einen Shutout für Lightning-Keeper Andrei Vasilewsky und der nach dem 1:4 für Halak eingewechselte Vlader machte trotz seiner drei Gegentore ein gutes Spiel. Defender Zdeno Chara über Vlader: „Er kam definitiv in einer für ihn schwierigen Lage. Er hat dann noch für uns einiges herausgeholt.“ Nach dem Spiel war dann auch Jon Cooper, Coach der Lightning, bemüht den Ball oder besser den Puck flach zu halten: „Seien wir ehrlich. Boston ist ein sehr starkes Team und so einen Sieg sieht man nicht jeden Tag. Der Gegner wird wiederkommen und wir müssen darauf vorbereitet sein.“ Sein Gegenpart Bruce Cassidy meinte: „Das war bitter, aber ein 1:7 ist auch nur eine Niederlage. Wir müssen uns jetzt auf Spiel vier konzentrieren.“

 Tore: 1:0 (12:46) Ondrej Palat (Sergachew, Kucherow; 5-4), 2:0 (13:01) Yanni Gourde (Coleman, Cernak), 3:0 Michael Sergachew (22:14) (Kucherow, Point; 5-4), 3:1 (24:56) Brad Marchand (Krug, Pastrnak;5-4), 4:1 (28:35) Alex Killorn (Palat, Kucherow), 5:1 (35:23) Brayden Point (Killorn, Sergachew), 6:1 (38:01) Alex Killorn (Gourde, Bogosian), 7:1 (43:58) Nikita Kucherow (Point).

 

Colorado Avalanche – Dallas Stars 6:4 (0:1,3:0,3:3)

Serienstand: 1:2

Die Abwesenheit des deutschen Nationalkeepers Philipp Grubauer konnten die Colorado Avalanche auch in der dritten Conference-Halbfinalbegegnung, die in Edmonton stattfand, nicht kaschieren. Da Grubauer aber scheinbar länger verletzt ist, werden die Avalanche, für die Back-up Pavel Francouz (32 Saves in Spiel drei) im Tor stand, defensiver agieren müssen. Ein weiterer Ausfall ist der Finne Joonas Donskoi. Für ihn wurde Logan O`Connor vom AHL-Partner Colorado Eagles kurzfristig verpflichtet.

Herausragend im Team der Avalanche die Europäer, die für fünf der sechs Tore die Verantwortung übernahmen und somit Dallas fast alleine auf die Verliererseite schickten. Lediglich Nazem Kadri war der einzige Kanadier, der für die Avalanche traf, aber sein Tor in der 54. Minute zur 5:4 Führung war psychologisch natürlich Gold wert. Im dritten Drittel schien es, als wenn Dallas im dritten Spiel in Folge einen Rückstand in einen Sieg verwandeln könnte. Nach dem 1:3-Rückstand schossen sie drei Tore hintereinander, nur diesmal antwortete der Gegner mit einer gleichen Leistung und darauf wussten die Texaner keine Antwort. Nach dem Spiel war Jared Bednar, Trainer der Avalanche, sehr zufrieden: „Ein äußerst wichtiger Sieg, den wir in erster Linie Francouz zu verdanken haben. Er musste sich erst in unser Spiel finden, hat dann aber eine wirklich gute Leistung gezeigt.“ Sein Gegenüber Rick Bowness war nicht so amüsiert: „Nach dem 4:3 waren wir in der richtigen Spur und haben dann den Faden verloren. Das sollte in Spiel vier möglichst nicht passieren.“

Tore: 0:1 (11:12) Tyler Seguin (Benn, Heiskanen), 1:1 (21:00) Nikita Zadorow (Kadri), 2:1 (24:41) Andre Burakowsky (Makar, Zadorow), 3:1 (31:00) Gabriel Landeskog (Makar, MacKinnon), 3:2 (44:42) Denia Gurianow (Hintz, Perry), 3:3 (49:02) Blake Comeau, 3:4 (50:47) Jamie Benn (Lindell), 4:4 (52:02) Mikko Rantanen (MacKinnon), 5:4 (53:54) Nazem Kadri (Connauton, Makar), 6:4 (58:26) Pierre-Edouard Bellemare (Rantanen, Cole;ENG).


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