Tampa Bay Lightning gewinnt zum zweiten Mal den Stanley Cup Shutout in Spiel 6 der Finalserie

Nach 16 Jahren Pause gewinnt Tampa Bay Lightning wieder den Stanley Cup. (dpa / picture-alliance / ASSOCIATED PRESS | Jason Franson)Nach 16 Jahren Pause gewinnt Tampa Bay Lightning wieder den Stanley Cup. (dpa / picture-alliance / ASSOCIATED PRESS | Jason Franson)
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Tampa Bay Lightning – Dallas Stars 2:0 (1:0,1:0,0:0)

 



Play-Off-Stand: 4:2

Der Kapitän saß auf der Bank, konnte trotz voller Montur aus Verletzungsgründen nicht spielen und hatte daher nur eine Aufgabe. Wenn das Spiel gewonnen wird, dann ist er der Erste, der den Pokal in den Händen halten darf. Und so war es dann am Ende auch. Steven Stamkos, Star der Tampa Bay Lightning und Kapitän der Mannschaft, wurde in den gesamten Playoffs nur für ganze drei Minuten eingesetzt, in denen er auch noch ein Tor schoss. Er durfte nach Spielende, gegen 5 Uhr europäischer Zeit, den Stanley-Cup in die Höhe recken. Der erste Erfolg der Lightning seit 2004 und das Karriere-Highlight für Stamkos und seine Mannschaftskameraden. Vor 16 Jahren hieß sein Vorgänger bei der Präsentation Dave Andreychuk.

Der schwedische Verteidiger Victor Hedman gewann die Conn-Smythe-Trophy als Bester Spieler der Play-Offs, da er in 25 Spielen sagenhafte 22 Punkte, davon gleich zehn Tore, erzielte. Victor Hedman: „Es ist der beste Moment unseres Hockey-Lebens. So viele Emotionen. Es wird Monate dauern, bis es einsetzt, aber wir werden für immer Meister sein, wir werden für immer in diesem Pokal sein. Unser Team hat die ganze Zeit an diesen Moment gedacht und nun hat er sich realisiert.“

Auf der anderen Seite zeigten sich die Dallas Stars als fairer, aber natürlich auch enttäuschter Verlierer. Die Texaner, die zuletzt 1999 den Cup holten, müssen also weiter warten. Aber sie durften mit Stolz das Eis verlassen, wie es danach auch ihr Trainer Rick Bowness ausdrückte: „Jeder, der jemals einen Stanley Cup gewonnen hat, wird Ihnen sagen, dass Sie Glück haben und gesund sein müssen". Ich bin stolz auf unsere Spieler. Sie haben alles gegeben, was sie konnten. War heute Abend genug Kraft im Tank? Nein, war es nicht. Aber es ist ein Verdienst unserer Spieler mit allem, was wir durchgemacht haben, um zu Spiel sechs zu gelangen. Ich bin sehr stolz auf sie und sehr stolz, ihr Trainer zu sein."

Dabei schaffte es Dallas tatsächlich, die Bolts ein kleines bisschen nervös werden zu lassen. Wer im fünften Spiel einer Finalserie in der 90. Spielminute das Siegestor erzielt und ein weiteres Spiel erzwingt, muss definitiv gute Nerven haben. Auf der anderen Seite konnte Dallas den Kraftaufwand in Spiel fünf in der nun entscheidenden sechsten Partie nicht ausgleichen. Tampa war in den ersten beiden Dritteln offensiv stärker, zwang auch die Offensive der Stars zu vermehrter Defensivarbeit und lag folgerichtig nach vierzig Minuten mit 2:0 in Führung. Für das 1:0 sorgte Playoff-Monster Brayden Point (14. Playoff-Tor, 33 Scorerpunkte), der zweimal hintereinander zum Schuss kam und letztendlich Dallas-Keeper Anton Khudobin (93,1 Prozent Fangquote, nur 1,90 Gegentore in der Endrunde) keine Chance ließ. Auf der anderen Seite gab es deutlich weniger Möglichkeiten.

Jamie Dickinson hatte in der 18. Minute noch die beste, aber er scheiterte per Direktschuss an einem weiteren Helden der Lightning, Andrei Vasilewsky. Der Russe, der in allen 25 Spielen der Endrunde eingesetzt wurde, schaffte ausgerechnet in der finalen Begegnung seinen ersten Play-Off-Shutout. Vasilewsky nach dem Spiel: „Ich habe schon in der Umkleidekabine gesagt, dass wir defensiv perfekt spielen. Dallas hat nur wenige Chancen bekommen und dann gelingt mir in der wichtigsten Spielphase meines Lebens auch noch ein Shutout. Einfach unglaublich.“

 

Bereits in der 27. Minute fiel dann die endgültige Entscheidung. Dabei zeigte sich wieder einmal die Kaderbreite von Tampa. Nicht einer der Stars wie Point oder Kucherov schoss das Tor - es war die vierte Reihe, die das Tor vorbereitete (Cedric Paquette, Pat Maroon). Der Torschütze kam aus der dritten Linie, Blake Coleman. Kurioses Detail: Coleman, der damit sein einziges Play-Off-Tor geschossen hatte wurde in Plano, Texas geboren.

In der Folge beherrschte Tampa das Spiel und wechselte im dritten Drittel in den "Verwaltungsmodus". Dallas wiederum, bis zu diesem Zeitpunkt in der Schussstatistik mit 8:21 zurück ging zur Attacke über. Die Texaner hatten durch Kiviranta, Robertson und Joe Pavelski Großchancen, konnte aber die Defensive der Lightning trotz 14:8 Torschüsse im Schlussabschnitt (gesamt 22:29) nicht mehr überwinden.

Nach der Schlusssirene war dann Zeit für die großen Gefühle. Erst erhielt Stamkos als Kapitän die Stanley-Cup-Trophäe, danach Hedman. Steven Stamkos: „Zu sehen, wie 'Heddy' die Conn Smythe gewinnt, der beste Spieler der Welt in den Playoffs zu sein und zu sehen, wie unsere Beziehung dahin wächst, wo sie heute ist, ist nur Liebe und Bewunderung. Ein wunderbares Gefühl und ich bin dankbar, dies mit „Heddy“ teilen zu dürfen.“

Brayden Point sprach über seine Zusammenarbeit mit Nikita Kucherov: „Er ist so ein besonderer Spieler, der ein Spiel perfekt lesen und steuern kann. Als Arbeiter und Vorbereiter ist er ein absolutes Vorbild. Und dann ist da noch Ondrej Palat, der kämpferisch unglaublich ist. Es ist einfach, mit solchen Leuten zu spielen, die sich so sehr darum kümmern und dazu bereit sind alles tun, um zu gewinnen. " Ein besonderer Gewinner war Pat Maroon, der Assistgeber zum 2:0. Der Mann aus St. Louis kam vor der Saison vom Titelverteidiger und hat somit den Cup zweimal in Folge gewinnen können. Pat Maroon: „Die meisten Menschen haben nicht die Chance, im Stanley Cup-Finale zu spielen und ich durfte ihn jetzt ein zweites Mal gewinnen. Was für ein unglaubliches Gefühl."

NHL-Commissioner Gary Bettman sagte kurz nach der Pokalübergabe: „Unter diesen Umständen an diesem Ort zu sein, ist bemerkenswert und ehrlich gesagt überwältigend. Ehrlich gesagt sollten sich alle teilnehmenden Spieler wie MVPs fühlen." 

In der Presse wurde natürlich der Champion gefeiert. Die Washington Times schreibt: „Tampa Bay Lightning gewinnt den Stanley Cup. Die freudigen Schreie von der Bank waren in den letzten Sekunden in der leeren Arena zu hören, und das Dröhnen der Spieler, als Kommissar Gary Bettman Steven Stamkos aufforderte, den Stanley Cup anzunehmen, hallte noch lauter wieder. Diese Play-Offs waren sicherlich die ungewöhnlichsten in der NHL-Historie, die wegen der Pandemie fast ausschließlich in Quarantäne stattfand. Das Fehlen war schade für ein Team, das jahrelangen Playoff-Herzschmerz und zwei Monate isoliert ertrug. Victor Hedman sagte, 80 Tage in einer Blase sind sehr lang aber es hat sich gelohnt. Wir haben den Pokal.“

Tore:

1:0 Brayden Point (Kucherov, Hedman) 12:23 (PPG)
2:0 Blake Coleman (Paquette, Maroon) 27:01

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