Talent Denis Reul wagt den Sprung in die AHL

Talent Denis Reul wagt den Sprung in die AHLTalent Denis Reul wagt den Sprung in die AHL
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So hatte sich Denis Reul das Ende seiner Junioren-Karriere sicher

nicht vorgestellt. Mit den Lewiston Maineiacs wurde der 19-Jährige in der

ersten Playoff-Runde der Quebec Major Junior Hockey League (QMJHL) förmlich

abgeschossen. Die Drummondville Voltigeurs waren mehr als nur eine Nummer zu

groß, mit 38 Toren (9,5 pro Spiel) fertigten sie die Maineiacs in nur vier Spielen

ab: Sweep, und was für einer.

Da der gebürtige Marktredwitzer in der kommenden Spielzeit zu alt für

die kanadischen Junior-Leagues sein wird, bedeutete das Ausscheiden seiner

Maineiacs zugleich das Ende der Junioren-Zeit. Zwar könnte Reul noch als sogenannter "Overager" in der QMJHL auflaufen, dies sei aber nicht geplant, heißt es aus Boston. Die Bruins halten die Rechte an Reul.

Direkt im Anschluss an die Niederlage in den Playoffs ging es für Reul zu

den Providence Bruins, Bostons Farmteam in der American Hockey League (AHL).

Hier wird er die restliche Zeit der regulären Saison verbringen und bei

anständigen Leistungen womöglich noch einmal Playoff-Luft schnuppern.

Körperlich hat der robuste Hüne keine Problem, im Profibereich standzuhalten. Seine ausgeprägte Physis beeindruckte schon vor Jahren die NHL-Scouts.

Mit 1,93 Meter Körpergröße überragt Reul die meisten seine Kollegen und zählt

mit 100 Kilogramm Kampfgewicht zu den schweren Jungs auf dem Eis. Wenn er seinen Körper einsetzt, schepperte es oftmals gewaltig.

Von der Physis her hat Reul das Zeug zum NHL-Spieler. Jetzt gilt es, die

Entwicklung seiner Junioren-Zeit konsequent fortzusetzen. In den zwei Jahren

bei den Lewiston Maineiacs (137 Spiele, 7 Tore, 25 Vorlagen, 204 Strafminuten)

hat er einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Dennoch liegt noch viel Arbeit

vor ihm.

Läuferisch muss Reul sich weiter verbessern, sein Spielverständnis benötigt

weitere Entwicklungszeit. In brenzligen Situationen trifft der Verteidiger von

Zeit zu Zeit die falschen Entscheidungen. Offensiv tritt er selten in Erscheinung, besitzt

so gut wie keinen Schlagschuss. Wenn Reul einmal mal von der blauen Linie

abzieht, dann in der Regel aus dem Handgelenk. Zwar relativ hart (über 100

km/h), aber selten gefährlich.

Skeptiker gibt es einige. Viele glauben aufgrund

mangelnder technischer Fähigkeiten nicht daran, dass er jemals den Sprung in die NHL

schaffen wird. Fans hat er in

Nordamerika dennoch viele, allein wegen seiner Statur. Und abgefahren ist der

NHL-Zug noch lange nicht.

Die Umstellung aufs Profieishockey machte Reul in seinen

ersten beiden AHL-Spielen zu schaffen, dennoch war man in Providence mit seinen

Leistungen zufrieden. Die

Verantwortlichen in Boston sind bereit, Reul noch weitere Entwicklungszeit einzuräumen und vertrauen auf den deutschen Youngster. Mit 19 Jahren gehört er zu den jüngsten Spielern im

Profikader.

Wohin Reuls Weg letztlich führen wird, kann heute niemand

mit Gewissheit sagen. Sicher ist, dass er einiges an Arbeit investieren muss, um

seine Entwicklung voranzutreiben. Mit der richtigen Einstellung könnte er dann

doch eines Tages wahr werden, der Traum von der NHL. (dp)