Tag der offenen Tür in Chicago8:7-Heimsieg gegen Ottawa

Die "Ice Crew" hatte alle Hände voll zu tun mit dem Einsammeln von Kopfbedeckungen nach dem Hattrick von "The Cat" (Bildmitte, #12). (picture alliance / AP Images)Die "Ice Crew" hatte alle Hände voll zu tun mit dem Einsammeln von Kopfbedeckungen nach dem Hattrick von "The Cat" (Bildmitte, #12). (picture alliance / AP Images)
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Neun Tore fielen in diesem denkwürdigen Spiel alleine im ersten Drittel. Und weil beide Abwehrreihen sich löchriger präsentierten als der berühmte Schweizer Käse, reagierten beide Trainer noch in den ersten zwanzig Minuten und tauschten ihre Torhüter aus – sieht man auch nicht alle Tage, und Besserung brachte dies nur bedingt. Nicht einmal acht Minuten waren gespielt, als die Blackhawks das Spiel nach einem 0:2-Rückstand mit drei Toren in vier Minuten gedreht hatten. Weitere zehn Minuten später stand es 5:4 für die Hausherren. Dies war dann auch das Endergebnis – im ersten Abschnitt. Ein Alptraum für die Coaches, aber den Fans an der Madison Avenue in Chicago wird es herzlich egal gewesen sein, denn schließlich gab es wunderschöne Tore en masse, zwei wichtige Punkte im Kampf um die Play Offs – und obendrein noch einen Hattrick für Alex DeBrincat, der neben seinen drei Treffern noch zwei Vorlagen beisteuerte. 

Ebenfalls zwei Assists (und ein Tor) leistete Patrick Kane, der damit in 18 aufeinanderfolgenden Begegnungen gepunktet hat. Zudem ist seine Serie von 17 Spielen hintereinander mit mindestens einem Zuspiel die viertlängste der NHL-Geschichte. Den Rekord hält – natürlich – Wayne Gretzky mit 23 Spielen, dahinter folgen Adam Oates mit 18 und Paul Coffey mit ebenfalls 17 Partien. Alles große Namen, in die sich Kane nahtlos einfügt. Bis dahin ist es für Dominik Kahun noch ein weiter Weg, aber ein Assist für ihn in diesem wilden Spiel bedeutete seinen 30. Punkt im 60. Saisonspiel – eine sehr ordentliche Bilanz in seiner Rookie-Saison!

Drama, Baby: Vier Teams am "Strich" durch nur einen Punkt getrennt

Der Kampf um den letzten Play Off-Platz der Western Conference spitzt sich derweil weiter zu. Auf Rang acht stehen derzeit die Minnesota Wild mit 60 Punkten, dahinter gleichauf mit jeweils 59 Zählern Colorado Avalanche, die Chicago Blackhawks und die Vancouver Canucks. Erstes Kriterium für die Vergabe der Plätze bei Punktgleichheit ist die niedrigere Zahl der Spiele (im Moment Colorado mit 59), die zu einer höheren „Winning Percentage“ führt. Dies fällt in der Abschlusstabelle weg, da alle die gleiche Zahl an Spielen absolviert haben werden. Dann entscheidet die Zahl der Spiele, die in der regulären Spielzeit oder der Verlängerung gewonnen wurden (Colorado und Chicago jeweils 24, Vancouver 23) – Shootout-Siege zählen nicht!

Ebenfalls viele Tore und einen Hattrick sahen die Zuschauer in San Jose, wo die gastgebenden Sharks mit 5:6 nach Verlängerung gegen die Boston Bruins verloren – trotz eines Hattricks von „Jumbo“ Joe Thornton gegen sein ehemaliges Team. Von 1997 bis 2005 spielte der bald 40jährige Thornton in „Beantown“. Bruins-Capitano Zdeno Chara gelang zudem sein 199. NHL-Tor zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung für die Gäste von der Ostküste. Bostons Charlie McAvoy verwertete schließlich 61 Sekunden vor dem Ende der Overtime ein Zuspiel von David Krejci per Direktschuss zum sechsten Sieg seiner Mannschaft in Folge – was die längste Siegesserie der Braunbären in dieser Saison ist.

Russische Starpower sichert Tampa Bay und Washington Siege auf fremdem Eis

Der 5:1-Auswärtssieg von Tampa Bay Lightning in Columbus wurde einmal mehr zur großen Nikita Kutcherov-Show. Der 25jährige Russe, der aus Maikop – gut 250 Kilometer nördlich vom Olympiaort Sotschi gelegen – stammt, erzielte die ersten beiden Treffer seiner Bolts selbst und bereitete die drei restlichen Tore vor. Es waren seine Zuspiele Nummer 68-70 in dieser Saison – Franchise-Rekord für das Team aus Florida, das seit 2013 von der russischen Scoring-Maschine profitiert. Sammelt er weiterhin seine nahezu unglaublichen 1,65 Punkte pro Spiel, würde er am Ende der Hauptrunde bei 135 Zählern stehen – ein Wert, den man schon sehr lange nicht mehr gesehen hätte.

Beim 3:2-Sieg seiner Washington Capitals gegen die von Marco Sturm gecoachten LA Kings erzielte Alexander Ovechkin seine Saisontore Nummer 41 und 42 – natürlich im Powerplay und natürlich auf die Art, wie er gefühlt 80 Prozent seiner bislang 647 NHL-Tore erzielt hat: Scheibe an die blaue Linie, dann zu Ovechkin irgendwo rund um den linken Bullypunkt – nicht umsonst nennt man diesen Teil der Eisfläche auch „Ovi’s Office“ – und keinen Wimpernschlag später schlägt es ein. Das Fatale für die Gegner der Caps ist: Sie kennen den Spielzug, sie wissen, dass er kommt, sie sehen ihn auch sich entwickeln, aber sie können ihn einfach nicht verteidigen. Gegen die Anaheim Ducks hatte Ovechkin bereits vor ein paar Tagen die von 40 Saisontoren geknackt – das zehnte Mal in seiner Karriere. Er ist erst der vierte Spieler, dem dies gelang, nach Wayne Gretzky (12) sowie Mario Lemieux und Marcel Dionne (je 10), mit denen 33jährige gebürtige Moskauer nun gleichgezogen hat. Ob er auch mit „The Great One“ gleichziehen kann, wird man sehen – aber alleine die Tatsache, dass er Möglichkeit dazu hat, zeigt die außergewöhnliche Klasse des besten Torjägers der modernen NHL-Ära.

Die weiteren Ergebnisse der letzten Nacht im Überblick:

Calgary Flames – Arizona Coyotes 5:2


Colorado Avalanche – Vegas Golden Knights 3:0


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