Starker Draisaitl steht mit Edmonton vor Playoff-AusZwei Tore und ein Assist reichen nicht für Sieg aus

Leon Draisaitl erzielt einen seiner Treffer gegen Corey Crawford (picture alliance / empics)Leon Draisaitl erzielt einen seiner Treffer gegen Corey Crawford (picture alliance / empics)
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Chicago Blackhawks - Edmonton Oilers 4:3

Serienstand: 2:1

Leon Draisaitl, mit 110 Punkten in der regulären Saison der NHL-Topscorer, lieferte mit zwei Toren und einer Vorlage eine ganz starke Vorstellung in Spiel 3 ab. Dennoch war diese nicht ausreichend, um die Edmonton Oilers zu dem so wichtigen zweiten Sieg in der Serie gegen die Chicago Blackhawks zu führen, da das Ergebnis am Ende 3:4 lautete. Die Blackhawks starteten besser in die Partie und gingen in der 10. Minute mit 1:0 in Führung. Superstar Patrick Kane spielte einen tollen Pass auf Verteidiger Olli Maatta, der mit einem krachenden Schlagschuss Oilers-Torhüter Mikko Koskinen (21 Paraden) keine Abwehrchance ließ, da Rookie Kirby Dach entscheidend die Sicht verdeckte. Die Antwort von Edmonton dauerte nur 28 Sekunden, als Tyler Ennis den Puck neben dem Tor erkämpfte, zu Leon Draisaitl spielte und dieser zum Ausgleich abstaubte. Zum Ende des ersten Abschnitts brachte sich Edmonton mit zwei Strafen wegen Hakens gegen Kailer Yamamoto und Kris Russell in eine 3-gegen-5-Unterzahl, welche Chicago in Person von Kapitän Jonathan Toews 4,2 Sekunden vor der Pausensirene zur erneuten Führung ausnutzte. Dabei sprang der Puck vom Schlittschuh des 32-jährigen Kanadiers Richtung Tor und kullerte über die Torlinie, bevor Koskinen zur Stelle war. Da keine aktive Bewegung des Schlittschuhs zu erkennen war, gaben die Schiedsrichter den Treffer. Wenig beeindruckt kamen die Oilers zurück aus der Kabine und konnten in der 25. Spielminute erneut ausgleichen. Hawks-Torhüter Corey Crawford konnte einen abgefälschten Schuss von Matt Benning gerade noch so parieren, jedoch war er gegen den Nachschuss des deutschen Leon Draisaitl chancenlos. Wieder stand der 24-jährige Kölner goldrichtig im Slot und feierte seinen zweiten Treffer der Partie. Draisaitl war es auch, der im Powerplay (40.) seine ganze Ruhe und Übersicht ausspielte, als er in der Ecke die Scheibe kontrollierte, den richtigen Moment abwartete und dann den Puck auf das Tor spielte, so dass Connor McDavid acht Sekunden vor der Pause den Rebound zur erstmaligen Führung verwerten konnte. Wer nun glaubte, dass diese Führung den Oilers ausreichen sollte, täuschte sich. Zunächst fälschte Matthew Highmore (55.) mit seinem ersten Karriere-Playofftreffer einen Schuss von Slater Koekkoek unhaltbar zum 3:3 ab, bevor Jonathan Toews 76 Sekunden vor Ende seinen Schläger in den Schuss von Connor Murphy zum 4:3-Siegtreffer hielt.  Edmonton steht nun unter enormen Druck und muss beide Spiele gewinnen, um nicht vorzeitig aus dem Wettbewerb auszuscheiden. Außenseiter Chicago hat alle Trümpfe in der Hand und laut Statistik für Teams, die Spiel 3 beim Serienstand von 1:1 in einer Best-of-5-Serie gewannen, eine 75-prozentige Chance auf den Einzug in die nächste Runde. Diese beruht auf Werten aus den Jahren 1980-86, als zuletzt Best-of-5-Serien gespielt wurden. Ein enttäuschter Draisaitl sagte nach dem Spiel: „Es ist ganz klar enttäuschend, keine Frage. Wir müssen nun die beiden nächsten Spiele gewinnen. Ich denke, wir wissen alle in welcher Situation wir nun sind. Wir müssen uns nun auf ein Back-to-Back vorbereiten. Was auch immer es benötigt um zwei Spiele hintereinander zu gewinnen.“



Florida Panthers -  New York Islanders 3:2

Serienstand: 1:2

Die Florida Panthers feierten in Spiel 3 den ersten Sieg der Playoff-Qualifikation über die New York Islanders und verkürzten die Serie auf 1:2. Nur 24 Stunden nach der 2:4-Niederlage hatten die Panthers ihre Schlüsse aus den ersten beiden Niederlagen gezogen und die passende Antwort parat. Im ersten Abschnitt fand keines der beiden Teams den Weg auf die Anzeigetafel. Besser machte es dann Erik Haula (25.) zu Beginn des zweiten Drittels, als er in Überzahl mit seinem allerersten Treffer im Trikot der Panthers das 1:0 erzielte. Mike Hoffman schoss von der blauen Linie, Evgeni Dadonov schnappte sich den Rebound und passte mit viel Übersicht zu Haula, der erfolgreich abschloss. New York brachte im zweiten Abschnitt nur vier Schüsse auf das Gehäuse von Sergei Bobrovsky (20 Paraden), verwertete allerdings einen davon zum 1:1-Ausgleich, als Anthony Beauvillier den Puck tief in die Angriffszone spielte, diesen sich mit viel Speed wieder holte, mit Überblick Jean-Gabriel Pageau in Szene setzte und dieser mit einem platzierten Flachschuss abschloss. Der Pausentee schien Florida gut getan zu haben, denn nach nur 41 Sekunden im letzen Durchgang brachte Mike Hoffman die Panthers mit einer tollen Direktabnahme vom rechten Bullykreis nach einer klasse Passstaffel über Keith Yandle und Aleksander Barkov wieder in Front. Vorausgegangen war eine Strafe für Islanders-Torhüter Semyon Varlamov, da dieser den Puck ohne Gegeneinwirkung über das Plexiglas beförderte und dafür zwei Strafminuten für Spielverzögerung erhielt. Nur kurze Zeit später (53.) konnte die Islanders-Defensive den Puck nicht vor dem Tor klären, Brian Boyle schnappte sich den Puck und haute diesen in den linken Winkel zum 3:1 vorbei an Goalie Semyon Varlamov (19 Saves), der erneut den Vorzug vor Thomas Greiss erhielt. Nochmal spannend wurde es als Panthers-Abwehrspieler Aaron Ekblad einen Schuss von Brock Nelson unglücklich ins eigene Tor ablenkte. Jedoch hielt Panthers-Torhüter Bobrovsky mit einigen Paraden den Sieg fest und Florida wendete somit das frühzeitige Aus ab. Islanders-Stürmer Tom Kühnhackl erhielt 7:56 Minuten Einsatzzeit und hatten eine Plus-Minus-Statistik von +1. „Wir haben die Gelegenheit verpasst, sie auszuschalten, aber sie sind eine gute Eishockeymannschaft", sagte New Yorks Trainer Barry Trotz. „Sie sind eine sehr talentierte Mannschaft und gut trainiert, und sie haben einige Starpower. Wir sind ein bisschen von unserem Spiel abgekommen, aber wir wissen, dass wir zu unserem Spiel zurückkehren müssen." Panthers-Coach Joel Quenneville brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: „Playoff-Hockey, man muss einen defensiven Spielstil annehmen und sich damit anfreunden, ohne Puck zu spielen. Einfachheit ist manchmal die richtige Art und Weise. Der Versuch, ständig zu produzieren, führt normalerweise zu Problemen gegen dich."

Arizona Coyotes - Nashville Predators 4:1

Serienstand: 2:1

Die Nashville Predators legten im dritten Spiel der Serie gegen die Arizona Coyotes ein hohes Tempo zu Beginn vor. In den ersten 3:32 Minuten beförderte Nashville bereits acht Schüsse auf as Gehäuse von Coyotes-Torhüter Darcy Kuemper, der jedoch seinen Kasten vorerst sauber hielt. Der erste Schuss des Spiels für Arizona fand hingegen den Weg ins gegnerische Tor. In der sechsten Minute erzielte Christian Dvorak das 1:0 und stellte somit den Spielverlauf bei einem Schussverhältnis nach dem ersten Drittel von 19:9 für Nashville auf den Kopf. Im zweiten Abschnitt übernahm Arizona mehr Initiative (Schüsse 9:5), kassierte jedoch den Ausgleich durch Viktor Arvidsson in der 28. Spielminute. Somit ging es mit einem 1:1 in den Schlussabschnitt, in dem nur noch Arizona erfolgreich sein sollte. In der 48. Minute zog Derek Stepan drei Abwehrspieler auf sich, spielte punktgenau auf den mitgelaufenen und völlig frei gelassenen Conor Garland, der mit einer tollen Körpertäuschung erst einen Gegner umspielte und dann platziert den Puck an dem chancenlosen Predators-Torhüter Juuse Saros (24 Paraden) im Tor unterbrachte. Nashville investierte viel, scheiterte jedoch immer wieder am überragenden Darcy Kuemper, der am Ende 39 Paraden und eine Fangquote von 97,5% verzeichnete. Coyotes-Trainer Rick Tocchet nach dem Spiel über Kuemper: „Du hast immer die Torhüter, für die du spielen möchtest, aber er ist so ein großartiger Kerl, der niemals seinen Teamkollegen einen Vorwurf macht. Es gibt Kerle, für die du Schüsse blocken und spielen möchtest. Kuemper ist so ein Typ. Es war eine großartige Leistung." Die Vorentscheidung dann in der 56. Minute während eines Powerplays der Coyotes. Juuse Saros konnte den Schuss von Phil Kessel nur abprallen lassen und Taylor Hall verwerte den Nachschuss zum 3:1. Den Schlusspunkt zum 4:1 setzte der Schwede Carl Soderberg (59.) in das für einen weiteren Feldspieler verwaiste Tor. Der deutsche Nationalspieler Korbinian Holzer gehört nicht zum Aufgebot der Nashville Predators.

Montreal Canadiens - Pittsburgh Penguins 4:3

Serienstand: 2:1

Die Montreal Canadiens stehen dicht vor der ersten großen Überraschung in der Playoff-Qualifikation. Mit 4:3 gewann der krasse Außenseiter gegen die favorisierten Pittsburgh Penguins und benötigt nur noch einen Sieg, um sich für die Playoffs zu qualifizieren. Dabei sah es lange danach aus, dass Pittsburgh den so wichtigen zweiten Sieg in der Serie holen würde. Nach Toren durch Patric Hornqvist (9.), Jason Zucker (10.) und Teddy Blueger (26.) führte die Penguins mit 3:1. Allerdings gaben die Canadiens nie auf und drehten die Partie zu ihrem Gunsten. Nachdem Shea Weber (5.) das zwischenzeitliche 1:0 erzielte, glichen Jonathan Drouin (31.) und Paul Byron (36.) noch im zweiten Drittel zum 3:3 aus. In der 46. Minute dann zum Entsetzen der Penguins das 4:3 für Montreal. Jeff Petry wurde am linken Bullykreis angespielt, skatete fast bis zur Grundlinie und schoss den Puck genau zwischen Pfosten und Schulter, des bei diesem Treffer nicht ganz gut aussehenden Pens-Goalies Matt Murray (27 Paraden). Da Canadiens-Torhüter Carey Price (30 Saves) im weiteren Verlauf des Spiels nicht mehr zu bezwingen war, führt Montreal in der Best-of-5-Serie mit 2:1 und benötigt nur noch einen Sieg, um erstmals seit 2017 wieder in die Playoffs einzuziehen. Mannschaftskapitän Shea Weber avancierte mit einem Treffer und zwei Vorlagen zum Star des Spiels. Für seinen Verteidigerkollegen Jeff Petry war es nach dem Overtime-Tor in Spiel 1 bereits der zweite Siegtreffer in der Serie. „Wir haben gut bei 5-gegen-5 gespielt. Das hat uns wettbewerbsfähig gehalten und die Jungs haben hart gekämpft, egal wie die Situation heute Abend war ", sagte Weber. „Und in den Playoffs ist es das, was man braucht. Man muss einfach nur ruhig bleiben, egal ob man oben oder unten ist. Ich denke, heute Abend war das Beste, was wir bisher in dieser Serie gesehen haben."

In der Platzierungsrunde fanden noch zwei Spiele statt. Im Topspiel der Eastern Conference gewannen die Tampa Bay Lightning knapp mit 3:2 gegen die Boston Bruins. Zunächst ging Tampa Bay im ersten Durchgang nach Toren durch Brayden Point (8.) und Alex Killorn (11.) mit 2:0 in Front, bevor Boston in der 37. Minute den Anschlusstreffer durch Charlie McAvoy schaffte und Chris Wagner zu Beginn des dritten Drittels (42.) das 2:2 erzielte. Letztendlich gelang Tampa Bay der Gegenschlag mit einem späten Treffer 87 Sekunden vor Spielende. Bruins-Torhüter Tuukka Rask (32 Saves) konnte den Schuss von Yanni Gourde nur nach vorne abwehren und Tyler Johnson verwerte den Nachschuss zum 3:2. Für Boston bedeutet die zweite Niederlage im zweiten Spiel, dass die Spitzenposition aus der regulären Saison dahin ist und maximal noch der dritte Platz mit einem Sieg zum Abschluss gegen die Philadelphia Flyers möglich wäre. Im zweiten Spiel der Platzierungsrunde spielten die Dallas Stars gegen die Colorado Avalanche in der Western Conference. Die Avalanche gewann die Partie mit 4:0 und liegt nach zwei Siegen aus zwei Spielen auf dem ersten Rang. Diesmal erhielt Pavel Francouz im Tor von Colorado den Vorzug vor Nationaltorhüter Philipp Grubauer und avancierte mit 27 Paraden und einem Shutout zum Matchwinner für sein Team. Die Tore für Colorado erzielten Cale Makar (4.), Joonas Donskoi (16.), Vladislav Namestnikov (38.) und Andre Burakovsky (42.).

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