Olaf Kölzig: „Rückkehr ins Nationalteam? Glaube nicht“

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Wenn am Wochenende Tampa Bay Lightning gegen die

New York Rangers in die neue NHL-Saison startet, dann könnte Torhüter Olaf

Kölzig in Prag sein Punktspieldebüt für sein neues Team geben. Im

Hockeyweb-Interview spricht der 38-Jährige über seine momentane Situation, seine

Zukunft und verrät, dass eine Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft sehr

unwahrscheinlich ist.

 

Olaf Kölzig, Sie waren vor vier Jahren schon einmal

in Prag, damals bei der WM. Mit welchen Erinnerungen sind Sie zum NHL-Auftakt

hierher zurückgekommen?

 

Olaf Kölzig:
Die Halle war damals nagelneu und

gerade zur WM eröffnet worden. Ich war damals das erste Mal in Prag. Ich habe

mich immer an die schöne Stadt erinnert. Wir hatten viel Spaß. Wenn mich

die Kollegen jetzt nach Prag gefragt haben, konnte ich ihnen schon sagen, dass

ihnen diese Stadt gefallen wird. Und so ist es jetzt auch.

 

Vor ein paar Tagen standen Sie beim Testspiel des

Lightning in Berlin im Fokus. Wie war die Zeit an der Spree?

 

Olaf Kölzig:
Zu kurz. Es waren aber ein paar

großartige Stunden. Wir hatten ein gutes Spiel gemacht. Ich konnte die neue O2

Arena sehen, die ganze Energie der Fans wieder spüren und meine alten Berliner

Teamkameraden wieder sehen. Das hat Spaß gemacht. Es gab große Veränderungen in

Berlin. Aber die Mannschaft ist immer noch gut und gewinnt Titel.

 

Wie bewerten Sie Ihre Situation bei Ihrem neuen

Club, dem Tampa Bay Lightning, im Moment?

 

Olaf Kölzig:
Ich will so gut ich kann spielen

und so hart ich kann arbeiten. Wenn ich im Tor stehe, möchte ich der Mannschaft

die Möglichkeit geben, das Spiel zu gewinnen. Ich bin auch bereit, die Rolle

eines Mentors für die Jüngeren zu übernehmen.

 

Ist das momentan etwas, das bewusst in das Team

gebracht wird. Diese Mentoren wie Gary Roberts, Mark Recchi und auch

Sie?

 

Olaf Kölzig:
Ja, ich denke schon. Es geht um

diese alten Führungsqualitäten für das Team. Aber es geht auch um Anerkennung.

Ich bin nicht hier, um nur der Ersatzmann zu sein. Ob ich spiele, ist allerdings

die Entscheidung des Trainers. Nach dem letzten Jahr will ich beweisen, dass ich

nicht so schlecht bin, wie mich manche gemacht haben. So ist es für mich auch

ein Neuanfang mit den Jungs hier. Hoffentlich bringen wir Tampa Bay wieder

dorthin, wo das Team 2004 war (Anm. Stanley Cup-Gewinner).

 

Erwarten Sie, am Wochenende bei einem oder beiden

Partien gegen die Rangers im Tor zu stehen?

 

Olaf Kölzig:
Ich habe noch keine Ahnung. Ich

weiß nicht, wie die Situation gerade ist. Mike Smith hat auch gut gespielt. Ich

muss abwarten, was passiert.

 

Sollte diese Saison für Sie gut laufen, könnten Sie

sich dann vorstellen, noch eine weitere dranzuhängen?

 

Olaf Kölzig:
Es ist noch zu früh für eine

konkrete Aussage dazu. Wenn es aber ideal läuft, will ich schon so lange

spielen, wie ich gesund bin und mithalten kann. Sollte es nicht so gut aussehen,

dann werde ich auch meinen Abschied akzeptieren.

 

Haben Sie von ihrem deutschen Torhüterkollegen

Robert Müller und seinem Kampf nach einem Gehirntumor nicht nur um seine

Rückkehr in die DEL gehört?

 

Olaf Kölzig:
Ja, Stefan Ustorf hat mir davon

erzählt. Das ist eine traurige Geschichte, die zeigt, dass es im Leben mehr und

Wichtigeres gibt als Eishockey.

 

Wie sehen Sie überhaupt die Torhütersituation in

Deutschland? Wem trauen Sie einiges zu?

 

Olaf Kölzig:
Thomas Greiss ist ein wirklich

guter Torhüter. Ich denke, er hat eine große Zukunft in der Nationalmannschaft

vor sich.

 

Würden Sie sich noch einmal in den Dienst des

Nationalteams stellen, wenn Bundestrainer Uwe Krupp bei Ihnen

anruft?

 

Olaf Kölzig:
Ich denke nicht. Meine Tage in der

Nationalmannschaft sind vorbei. Ich habe drei Kinder, meine Familie hat

Priorität. Es ist eine lange Saison in der NHL, die viel Kraft kostet. Ehrlich

gesagt, glaube ich nicht, dass ich so auf dem hohen Niveau, das dann noch für

eine WM notwendig ist, spielen könnte. Ich werde auch älter. Man soll niemals

Nie sagen, aber ich glaube nicht, dass ich noch einmal in der deutschen

Nationalmannschaft auflaufen werde.

 

Was würden Sie den deutschen Eishockey-Fans gerne

noch mit auf den Weg geben?

 

Olaf Kölzig:
Ich hatte eine großartige Zeit in

der Nationalmannschaft. Die Fans sollen so enthusiastisch bleiben. Unser Team

war sehr beeindruckt davon, wie in Berlin angefeuert und gesungen wurde. So

sollen sie bleiben, dafür sind sie auf der ganzen Welt

bekannt.


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