Nic Dowd sichert den Washington Capitals Spiel 1 in der VerlängerungAusblick auf die Serie zwischen den Penguis und den Islanders
Grenzenloser Jubel: In der Verlängerung gewinnen die Washington Capitals das erste Spiel gegen die Boston Bruins. (picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Alex Brandon)Washington Capitals - Boston Bruins 3:2 (OT)
Serienstand: 1:0
Nic Dowd und Craig Anderson waren die Helden des Abends für die Washington Capitals. Dowd entschied die Partie nach nicht einmal fünf MInuten in der Verlängerung mit einem abgefälschten Direktschuss von blauen Linie, der irgendwie den Weg vorbei an Tukka Rask im Tor der Bruins fand. Craig Anderson, der nächste Woche seinen 40. Geburtstag feiert, rettete die Partie für die Capitals, weil er nach dem Ausfall von des etatmäßigen Keepers Vitek Vanecek übernahm und mit der ganzen Erfahrung seiner mehr als 600 NHL-Spiele trotz Sprung ins kalte Wasser ein sicherer Rückhalt für den Meister von 2018 war. Vanecek hatte sich nach gut 13 Minuten verletzt beim erfolglosen Versuch, den Schuss von Bostons Jake DeBrusk abzuwehren. DeBrusk glich mit seinem Tor die frühe Führung der Caps durch Tom Wilson aus.
Brenden Dillon brachte die Hauptstädter im Mittelabschnitt in Führung, als sein Schuss von Bruins-Verteidiger Jeremy Lauzon unhaltbar für Rask abgefälschte wurde. Nick Ritchie glich spät im zweiten Drittel aus für die Bruins: Torjäger David Pastrnak schoss in Überzahl seinen Kollegen an, von ihm trudelte die Scheibe ins Tor der Caps. Es war der einzige von 22 Schüssen, den Craig Anderson in seinem unverhofften Auftritt im Tor der Capitals nicht parieren konnte.
Das erste Spiel dieser Serie lieferte eine Blaupause für die gesamte Serie: Für Washington Capitals kommt es darauf, die Top-Reihen Marchand - Bergeron - Pastrnak und auch die zweite Formation mit dem nachverpflichteten Taylor Hall, dem erfahrenen David Krejci und Craig Smith so gut wie möglich aus dem Spiel zu nehmen. Die Capitals widerum müssen versuchen, ihre prominenten Ausfälle wie Jevgeni Kuznetzov und Ilya Samsonov - beide fallen unter das COVID-Protokoll der Liga - so gut wie möglich zu kompensieren. Beides ist den Capitals zur Eröffnung der Serie gelungen und wurde mit dem Sieg in der Verlängerung - auch vier Begegnungen der Hauptrunde gingen in die Overtime - belohnt.
Wenn es die Bruins jedoch schaffen, ihre Trümpfe - eine starke Offensive und Vorteile auf der Torwartposition - konsequent auszuspielen, könnte es in einer langen und engen Serie reichen für das Weiterkommen in die zweite Runde. Das jedoch werden die Caps, gestärkt durch die Rückkehr von Star-Verteidiger John Carlson, mit aller Macht zu verhindern versuchen.
Pittsburgh Penguins - New York Islanders
MIt hauchdünnem Vorsprung - ein Sieg nach regulärer Spielzeit und Verlängerung (Regulation Overtime Win - ROW) mehr als die Washington Capitals auf dem Konto - sicherten sich die Penguins den Spitzenplatz in der stark besetzten East Division. Damit vermieden sie schon mal das Duell gegen die Boston Bruins. Aber auch mit den New York Islanders haben die Pens schlechte Erfahrungen gemacht. Vor zwei Jahren sweepten die New Yorker den fünfmaligen Meister bereits in der ersten Runde in den Sommerurlaub. In dieser Saison haben sie jedoch sechs von acht Vergleichen für sich entscheiden können. "Sie sind gut strukturiert und defensiv so gut organisiert, dass ein Spiel gegen die Islanders immer ein bisschen wie eine Play-off-Begegnung ist. Du musst einfach Geduld haben", sagte Pittsburghs Stürmer Bryan Rust über die Isles.
Weiterer Vorteil für die New York Islanders: Mit Semyon Varlamov haben sie einen erfahrenen Schlussmann zwischen den Pfosten. Tristan Jarry auf Seiten der Penguins ist zwar auch schon einige Zeit dabei, konnte sich aber erst in dieser Saison nach dem Abgang von Meister-Goalie Matt Murray so richtig beweisen.
Die Offensive ist sicher das Prunkstück der Penguins, angeführt von Sidney Crosby, der in seiner langen Karriere gegen kein anderes Team so viele Punkte erzielt hat wie gegen die Islanders. Zusammen mit Jake Guentzel und Bryan Rust bildet er seit Jahren die Top-Reihe der Pens. Dahinter steht mit Jevgeni Malkin ein großes Fragezeichen. Er fiel zum Saisonende lange Zeit aus - in dieser Zeit sicherten sich die Penguins mit 16 Siegen den Division-Titel. Wenn er allerdings fit und sein Können zeigt, kann er den Unterschied ausmachen. Vielleicht hat aber auch der nachverpflichtete Jeff Carter nochmal den ganz großen Auftritt in der Endrunde. Nach seinem Wechsel aus Los Angeles fügte er sich nahtlos in das Team der Penguins und erzielte einige wichtige Tore.
Die Islanders hingegen werden versuchen müssen, den Ausfall von Kapitän Anders Lee zu kompensieren. Mit den Verpflichtungen von Kyle Palmieri und Travis Zajac von den New Jersey Devils ist ihnen dies auch recht gut gelungen. Und womöglich tritt der junge Oscar Wahlström aus dem Schatten, nachdem der schwedische Angreifer in seiner Rookie-Saison trotz seines unbestreitbar vorhandenen Könnens immer wieder mal aus dem Kader gefallen war.
Die Defensiv-Reihen sind in etwa gleich stark, in der Offensive haben die Penguins leichte Vorteile, auf der Torwartposition die Islanders - alles andere als eine enge Serie, inklusive einiger Partien, die erst in der Verlängerung entschieden werden, wäre eine Überraschung. Zumal beide Mannschaften auch über die nötige Play-off-Erfahrung verfügen. Am Ende könnte vielleicht die etwas höhere individuelle Klasse der Penguins den Ausschlag geben.