NHL: Playoff-Vorschau Western Conference

NHL-Playoffs: Tampa Bay und Calgary spielen um den Stanley CupNHL-Playoffs: Tampa Bay und Calgary spielen um den Stanley Cup
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WESTERN

CONFERENCE-Viertelfinale:


Detroit Red Wings (1.) - Nashville Predators (8.)


Eindrucksvoll gelang es den Spielern aus Michigan, die Schmach der

Erstrundenniederlage gegen Anaheim aus der vergangenen Saison aus den Köpfen

der Anhänger zu spielen. Trotz zahlreicher Verletzungen, darunter lange Zeit

auch das Goalie-Gespann Hasek / Joseph, stürmten die Red Wings zur Presidents

Trophy als punktbestes Team der regulären Saison. Außer auf der Torhüterposition,

wo Manny Legace nach einer starken Saison die Nummer eins sein dürfte, hat sich

die Personalsituation entspannt. Nur der späte Neuzugang Robert Lang wird noch

einige Zeit fehlen. Spieler wie Lidström, Hull, Datsyuk, Zetterberg, Hatcher,

Shanahan, Yzerman, Schneider oder Chelios gehören zu dem Besten was das

Eishockey zu bieten hat. So dürfte es eine "Mission impossible" für

die Predators werden. Mit viel Kampf erstmals in der Franchise-Historie in der

Endrunde, wäre eine Kopie der Leistung der Mighty Ducks aus dem letzten Jahr

eine noch größere Sensation. Goalie Tomas Vokoun und die anderen Schlüsselspieler

Nashvilles wie Kimmo Timonen, David Legwand, Scott Walker oder Steve Sullivan

werden Übermenschliches leisten müssen, um die Offensivmaschinerie der Red

Wings zu stoppen und gleichzeitig selbst noch im Angriff erfolgreich zu sein.

Prognose: Nashville wird die erste Runde nicht überstehen. Zu stabil zeigte

sich Detroit in der Vorrunde, zu übermächtig erscheinen die zahlreichen

Superstars gegen zwar sehr entwicklungsfähige, aber noch unerfahrene

"Raubtiere". Einzig der Playoff-unerfahrene Manny Legace ist ein

kleines Fragezeichen.



San Jose Sharks (2.) - St. Louis Blues (7.)


Die Sharks haben nach einer desaströsen Saison 2002/03 ein beeindruckendes

Comeback mit dem Sprung auf Platz zwei im Westen geschafft. Leider muss der

Deutsche Marco Sturm (Knöchel- und Beinverletzung) in der Endrunde passen. Auch

Christian Ehrhoff dürfte allenfalls sporadisch, bei Verletzungen in der

Stammverteidigung, zum Zuge kommen. Der Ex-Krefelder wird daher hauptsächlich

in den Playoffs der AHL zu sehen sein, wie auch seine Teamkollegen in Cleveland,

Marcel Goc und Dimitri Pätzold. Der Erfolgsgarant der Kalifornier ist neben

Torhüter Evgeni Nabokov vor allem ein starkes Kollektiv. Während nur Patrick

Marleau ansatzweise aus einem starken Team herausstach, sind Spieler wie die

Verteidiger Mike Rathje und Brad Stuart oder die Stürmer Alyn McCauley und

Jonathan Cheechoo Sinnbild für solides Zwei-Wegespiel inklusive Torgefahr. Die

Blues haben mit einiger Mühe ihre "Silberhochzeit" - gemeint ist die

Qualifikation für die Playoffs zum 25. Mal in Serie - gefeiert. Während Al

MacInnis' Zukunft wegen einer schweren Augenverletzung weiterhin ungewiss ist,

sind die anderen Stars fit. Spielern wie Pronger, Tkachuk, Weight oder Demitra

ist durchaus einiger Wirbel in der Endrunde zuzutrauen, aber auch Akteure aus

der zweiten Reihe werden Topleistungen abrufen müssen, will die Mannschaft von

Neu-Coach Mike Kitchen Erfolg haben.

Prognose: Es wird eine enge Serie werden, denn beide Mannschaften haben nur

wenig Schwachpunkte. Nabokov, aber auch Osgood stehen für solide Torhüterleistungen,

die Verteidiger beider sind hart und diszipliniert. Dennoch könnte das

eingespielte Kollektiv der Sharks, mit vier ausgeglichenen Reihen, am Ende den

Ausschlag zugunsten der Mannschaft von Head Coach Ron Wilson geben.



Vancouver Canucks (3.) - Calgary Flames (6.)


Das zweite kanadische Duell im Viertelfinale könnte ähnlich interessant werden

wie Toronto gegen Ottawa. Denn die favorisierten Canucks haben zwei große

Probleme: Zum einen ist Todd Bertuzzi nach seinem üblen Foul gegen Colorados

Steve Moore mindestens bis zum Saisonende gesperrt. Zum anderen traut man in

British Columbia weder der etatmäßigen Nummer eins Dan Cloutier, noch Backup

Johan Hedberg, eine herausragende Endrundenleistung zu. Nichtsdestotrotz verfügt

Head Coach Marc Crawford über eine solide Mannschaft. Die Verteidiger

Jovanovski, Öhlund, Sopel, Salo oder Malik können allesamt das Offensivspiel

unterstützen ohne die Abwehrarbeit zu vernachlässigen. Im Angriff müssen

Kapitän Näslund, die Neu-Akquisen Geoff Sanderson und Martin Rucinsky, Brendan

Morrison, Trevor Linden oder Daniel und Henrik Sedin Bertuzzi vergessen lassen.

Calgary baut auf Überraschungs-Torhüter Miika Kiprusoff, der nach seiner

Verpflichtung aus San Jose sofort zu Hochform in Alberta auflief. Auch andere

junge und noch wenig bekannte Spieler wie Jordon Leopold oder Matthew Lombardi

sind für den überraschend souveränen Einzug in die Playoffs verantwortlich.

Zudem ist die junge Verteidiung physisch präsent und gibt der Offensive um

Craig Conroy und Superstar Jarome Iginla viel Rückendeckung.  

Prognose: Unter Head Coach Darryl Sutter könnte Calgary eine kleine Sensation

gelingen. Nur wenn es den neu formierten Reihen der Canucks gelingt, sich zügig

einzuspielen und zudem Dan Cloutier seine Vorrundenform wider erwarten in die

Playoffs rettet, kann das kompakte und sehr schnelle Team der Flames gestoppt

werden.



Colorado Avalanche (4.) - Dallas Stars (5.)


Eigentlich ist diese Paarung keine für eine erste Runde. Doch durch den äußerst

schwachen Start der Texaner und die permanenten Verletzungsprobleme der

Superstars aus Denver reichte es für zwei Topteams im Westen der letzten Jahre

nur zu den Positionen vier und fünf. Bei der "Lawine" machen die

Verletzungen auch vor der Endrunde nicht halt. Paul Kariya wird zunächst nicht

einsatzbereit sein, Alex Tanguay und Peter Forsberg werden allenfalls

angeschlagen bzw. noch nicht voll austrainiert spielen können. Hinzu kommt die

Ungewissheit, ob der Schweizer David Aebischer nach ordentlicher Saison den zurückgetretenen

Patrick Roy auch in den Playoffs würdig vertreten kann. Zumindest dieses

Problem haben die Stars nicht. Goalie Marty Turco war es fast allein zu

verdanken, dass Dallas der Endrundeneinzug am Ende sogar noch einigermaßen

souverän gelang. Vor allem Mike Modano fand nach kostant guten Jahren in dieser

Saison nie zu seiner Form. Immerhin kamen Bill Guerin, Brendan Morrow und Jason

Arnott neben Verteidiger Sergej Zubov mit fortschreitendem Saisonverlauf immer

besser in Schwung. Aber auch der Allstar-Center wird seiner Führungsrolle

gerecht werden müssen, wollen die Stars ihrem Namen in den Playoffs Ehre

machen. 

Prognose: Sollten Forsberg, Sakic, Tanguay, der schwächelnde Selänne oder

Defender Rob Blake allesamt am oberen Limit spielen und David Aebischer

zumindest ein wenig an seinen Mentor der letzten Jahre erinnern, wird Dallas die

Avalanche nicht aufhalten können. Läuft jedoch Turco auch in der Endrunde heiß

und gelingt es Modano Normalform zu erreichen, ist eine Überraschung gut möglich.