New York Rangers verpflichten Jaromir Jagr für Anson Carter

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Nach langer Vorbereitungszeit war es endlich soweit: Die New York Rangers und die Washington Capitals einigten sich auf einen Tausch, der Superstar Jaromir Jagr an den Broadway bringt und im Gegenzug mit Anson Carter den Schützen des goldenen Tores in die Hauptstadt schickt, das Kanada den WM-Titel 2003 einbrachte.



Die Capitals übernehmen circa 20 der noch verbleibenden 44 Mio. Dollar Salär im noch vier Jahre laufenden Vertrag des teuersten Spielers der NHL. Der Tscheche erklärte sich im Zuge einer Umstrukturierung seines Kontraktes gegenüber dem Management der Rangers bereit, für eine Million pro Jahr einen Zahlungsaufschub zu gewähren. Der Anspruch auf die so gesparte Summe bleibt ihm jedoch. Im Falle des Erreichens bestimmter Erfolgskriterien wie das Überstehen der ersten Playoff-Runde, erzielte Scorerpunkte oder gar dem Gewinn des Stanley Cups in den beiden letzten Vertragsjahren, verlängert sich der Kontrakt um ein weiteres Jahr.



Die Rangers haben mit der Verpflichtung von Jagr ihren mit namhaften Spielern wie Alexej Kovalev, Mark Messier, Eric Lindros oder Robert Holik ohnehin bereits hochkarätig besetzten Angriff um einen weiteren Superstar erweitert. „Wenn man seine Statistiken ansieht ist er einer der erfolgreichsten Spieler der NHL. Wir denken, dass er es uns erleichtern wird, in die Playoffs zu kommen und wenn wir sie erst einmal erreicht haben, dort dann weit zu kommen,“ so der zufriedene General Manager und Head Coach in Personalunion der New Yorker, Glen Sather.



Für George McPhee, Vize-Präsident und General Manager der Hauptstädter, waren einzig finanzielle Dinge ausschlaggebend für den Wechsel. „Niemand tauscht gerne gute Spieler ein, aber wenn man diese nicht mehr bezahlen kann, muss man es eben tun. Selbst wenn er 300 Scorerpunkte gemacht hätte, könnten wir ihn uns nicht mehr leisten,“ erklärte McPhee. Auch der Haupteigentümer der Capitals, Ted Leonsis, blies in dasselbe Horn: „Mit unserer aktuellen Gehaltsliste waren sowohl unsere Möglichkeiten eingeschränkt, uns zu verbessern, wie auch unsere Flexibilität, um für die Zukunft zu planen, denn wir gehen schließlich einem möglichen neuen Geschäftsmodell in der NHL entgegen,“ erörterte Leonsis im Hinblick auf den auslaufenden Rahmentarifvertrag zwischen Spielergewerkschaft und Liga.



Angesichts dieser Aussagen ist es kaum verwunderlich, dass auch andere teure Stars der Capitals auf dem Sprung zu anderen Teams stehen sollen. Neben Olaf Kölzig (Colorado, Philadelphia, Boston) ranken sich bereits Gerüchte um Robert Lang (Detroit), Peter Bondra (Ottawa) und Sergej Gonchar (Toronto), mit deren Abgängen bis zum Ende Wechselfrist Mitte März fest gerechnet wird. Im Fall von Gonchar, dem aktuell punktbesten Verteidiger der NHL, sind mögliche Tauschpläne allerdings vorerst wohl buchstäblich auf Eis gelegt, da der Russe sich bei der 1:4-Niederlage gegen Florida am Freitag eine schwere Schulterverletzung zuzog.



Die Rangers verpflichteten neben Jagr auch Defensivverteidiger Jamie Pushor von den Columbus Blue Jackets und reagierten damit auf die angespannte Situation in der Abwehr, in der mit Darius Kasparaitis und Greg de Vries zwei wichtige Säulen wegen Verletzungen längerfristig ausfallen. (JM)