Marcel Noebels will in die NHL

Noch jubelt Marcel Noebels für die Seattle Thunderbirds - er will aber in die NHL. Sein Team sind die Philadelphia Flyers. (Foto: privat/Marcel Noebels)Noch jubelt Marcel Noebels für die Seattle Thunderbirds - er will aber in die NHL. Sein Team sind die Philadelphia Flyers. (Foto: privat/Marcel Noebels)
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Marcel Noebels fiebert dem 11. September entgegen. Dann steigt das finale Trainingscamp der Philadelphia Flyers. Und der 19-jährige Tönisvorster ist bereit, alles zu geben.

Doch der Nachwuchsstürmer ist realistisch: „Zu 80 bis 85 Prozent gehe ich davon aus, dass ich in der kommenden Saison noch in Seattle spielen werde.“ Der am 14. März 1992 geborene Noebels spielte von Kindesbeinen an beim Krefelder EV. Im Schüleralter ging er bereits zu den Eisbären Berlin Juniors, kurze Zeit später zu den Jungadlern Mannheim. „Das war wichtig für meine Entwicklung, hat mir geholfen, selbstständiger zu werden.“ Mit seinem Heimatverein hatte das nichts zu tun. „Ohne den KEV wäre ich nicht da, wo ich bin“, betont er. So kehrte er im Juniorenalter nach Krefeld zurück und wurde auch 33 Mal in der Deutschen Eishockey-Liga bei den Pinguinen eingesetzt.

Vor einem Jahr wagte er aber schließlich den großen Schritt – und wechselte zu den Seattle Thunderbirds, die in der Western Hockey League spielen, also einer der drei starken in Kanada basierten Juniorenligen. Vor wenigen Wochen ist er schließlich von den Philadelphia Flyers gedraftet worden. „Ich bin schon etwas unruhig geworden, weil es ja hieß, ich könnte schon in der zweiten Runde gezogen werden“, berichtet Noebels. Es wurde erst die vierte Runde, „aber ich hätte kaum einen besseren Club als die Flyers bekommen können, bei dem ich jetzt schon einen Vertrag bekomme.“ Den hat er unter Dach und Fach. Nach voraussichtlich einem weiteren Jahr in Seattle hofft Noebels auf den nächsten Schritt, will dann in die Flyers-Organisation. „Natürlich wird das zunächst nur über die AHL gehen“, weiß der junge Stürmer. Den „Umweg“ über die Adirondack Phantoms würde er aber keineswegs scheuen.

Die letzten Wochen waren jedenfalls ausgesprochen anstrengend für Noebels. Vor dem Draft war er beim so genannten „NHL Combine“ dabei, bei dem junge Spieler in Interviews und im Training auf Herz und Nieren geprüft werden. „Manche sprechen dabei mit 29 Teams, manche nur mit zwei.“ Und er selbst? Kurz überlegt er: „Das waren 14 Clubs.“  Vor kurzem konnte sich Noebels schließlich in einem ersten Trainingscamp der Flyers präsentieren. „Das war sehr anstrengend, hat aber auch viel Spaß gemacht“, so der 19-Jährige.

Das erste Jahr in Seattle hat Noebels auch gefallen. „Ich bin bei einer ganz tollen Gastfamilie untergebracht“, schwärmt er. Eigene Wohnungen sind eher die Ausnahme, die auswärtigen Spieler werden auf diese Weise gut versorgt. „Für meine Eltern war das schon schwieriger, schließlich bin ich ein Einzelkind. Ich habe zwar schon in Berlin gespielt, aber jetzt sind es 8000 statt 800 Kilometer“, lächelt er. Auch auf dem Eis hat ihn die Zeit bei den Thunderbirds weitergebracht. „Dort lernt man, sich wirklich durchzusetzen“, sagt er.

Das will er auch in Zukunft – und hofft auf den Sprung in die NHL. Sein Vorbild? Als KEV-Spieler ist das keine Frage: „Christian Ehrhoff.“ Sich so zu behaupten, wie der andere aus dem Krefelder Nachwuchs stammende Deutsche, das wäre eine große Sache. Und dafür will Marcel Noebels alles geben.

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