Marcel Goc: Urlaub im Schwarzwald

Marcel Goc noch im Trikot der Nashville Predators- Foto: International Hockey Archives Marcel Goc noch im Trikot der Nashville Predators- Foto: International Hockey Archives
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Im Hockeyweb-Interview spricht der 27-Jährige über seinen Abschied aus Nashville, den  Florida Panthers, über das Eishockey in Deutschland, warum er seinen Urlaub daheim im Schwarzwald verbringt und warum ein Comeback als Spieler bei seinem alten Klub, den Schwenninger Wild Wings, nicht ausgeschlossen ist.

 Herr Goc, von Nashville geht es für sie nun nach Florida. Die Panthers haben 10 neue Spieler unter Vertrag genommen, davon sieben Stürmer. Wie beurteilen Sie die Transferaktivitäten ihres neuen Klubs?

Florida ist eine Mannschaft, wo der Erfolg in den letzten Jahren etwas fehlte. Jetzt bauen sie ein neues Team auf und haben gute Spieler verpflichtet. Mit Brian Campbell ist sogar ein Stanley-Cup-Sieger dabei. Ich denke schon, dass dort einiges bewegt werden kann.

Entsprechend ist dass Erreichen der Play-offs realistisch?

Definitiv sollten die Play-offs das Ziel sein.

Wussten Sie denn schon vor der Verpflichtung vom Interesse der Panthers?

Nein. Erst ab dem 1.Juli durfte ja mit den Klubs verhandelt werden. Kurz nach 18 Uhr rief dann mein Berater an und erzählte mir vom großen Interesse aus Florida. Letztendlich haben mich dann die drei Jahre Vertrag und die Perspektiven mit dem Neuaufbau des Teams überzeugt.

Gab es denn auch Optionen in Nashville zu bleiben?

Meiner Familie und mir hatte es in Nashville gut gefallen. Sicherlich hätte es da eine Option gegeben, aber Florida stand nicht zuletzt wegen der drei Jahre Vertrag ganz oben auf meiner Liste.

Sie hätten ja mit Alexander Sulzer in Florida wieder zusammenspielen können.

Es wäre natürlich schön, wenn wir nach Nashville auch in Florida wieder gemeinsam hätten spielen können. Aber er ist Free Agent und konnte noch zu einem anderen Team wechseln. Nun ist er in Vancouver.

Sind denn Ihre Sachen in Nashville schon gepackt und zum Umzug bereit?

Ja klar. Bevor wir nach Deutschland geflogen sind, haben wir unsere Möbel und Hausrat in einem Container eingeladen und unterstellen lassen. Das ist in Amerika so üblich. Der wird dann nach Florida gefahren, wenn wir dort sind.

Momentan sind Sie ja auf Urlaub in Deutschland. Wie lange sind sie denn schon in der Heimat?

Seit etwa zwei Wochen. Ich musste nach meiner Schulterverletzung die Reha in Nashville erst beenden. Bin jetzt aber wieder voll einsatzfähig und kann im Urlaub auch richtig trainieren.

Verreisen Sie im Urlaub?

Nein, dieses Jahr bleibe ich hier im Schwarzwald. Dass ist ja wie Urlaub. Außerdem müssen meine Frau und ich ständig die Omas und Opas unseres kleinen Sohnes besuchen. Die können ihn ja nur selten sehen, wenn wir in Amerika sind.

Sehen Sie auch ihre Brüder Sascha und Niki?

Sascha sehe ich sehr oft. Er wohnt ja hier gleich um die Ecke. Niki pendelt momentan zwischen der Heimat und Mannheim, wo er sich auf die Saison vorbereitet. Ich trainiere oft mit Sascha zusammen.

Ihre beiden Brüder spielen ja in Deutschland. Beobachten Sie die Entwicklung des deutschen Eishockeys bzw. der Nationalmannschaft?

Ja klar. Ich habe die WM in Amerika übers Internet verfolgt und es hat mir sehr gefallen, dass Deutschland überzeugen konnte, wie schon im letzten Jahr zur Heim-WM. Das deutsche Eishockey ist International auf einem guten Weg.

Vor Allem der Sieg gegen die Russen bei der letzten WM war überzeugend!

Natürlich war das super, wie die Russen geschlagen wurden. Genau mit solch einer Einstellung wie gegen Russland muss die Nationalmannschaft in jedes Spiel gehen. Auch wenn es gegen Slowenien oder andere Nationen geht.

Kennen Sie denn den neuen Bundestrainer Jakob Kölliker?

Gesprochen habe ich mit ihm noch nicht, aber ich kenne ihn. Bisher allerdings nur als Gegner in den Duellen gegen die Schweiz. Dort hatte er aber gute Arbeit geleistet was auch durch gute Leistungen der Schweizer bestätigt wurde. Für unsere Nationalmannschaft wünscht man sich natürlich das selbe.

Das deutsche Eishockey repräsentierten mit Dennis Seidenberg und Christian Ehrhoff auch zwei Deutsche im Stanley-Cup-Finale. Mal ehrlich, mit wem hatten sie mitgefiebert?

Ich hätte es beiden gegönnt. Mit Christian spielte ich zusammen in San Jose, mit Dennis war ich zusammen in Schwenningen bei den Schülern und der Jugend. Außerdem spielte wir alle schon zusammen in der Nationalmannschaft. Boston hatte aber letztendlich den Titel verdient gewonnen. Sie waren zum Schluss sehr überzeugend.

Christian Ehrhoff unterschrieb ja in Buffalo einen Vertrag über zehn Jahre und 40 Millionen Dollar. Wird man da vielleicht etwas neidisch?

Nein, Neid ist da keiner da. Ganz im Gegenteil, ich freue mich für Christian, dass er so einen guten Vertrag unterschrieben hat.

Hoffen Sie auch einmal auf so einen Vertrag?

Ich bin erst einmal zufrieden mit den drei Jahren in Florida.

Sie sind ja mit ihren fast 28 Jahren noch recht jung. Gibt es aber trotzdem schon Überlegungen, wie ein Leben nach dem Eishockey aussehen könnte?

Ehrlich gesagt denke ich schon öfter daran, was ich nach dem Eishockey mache. Genaueres oder spruchreifes habe ich mir aber noch nicht überlegt. Auf jeden Fall werden meine Familie und ich wieder nach Deutschland ziehen.

Vielleicht könnten Sie ja auch noch eins-zwei Jahre Eishockey in Deutschland spielen. Beispielsweise bei den Schwenninger Wild Wings, dort wo alles einmal angefangen hatte?

Natürlich wäre das eine Option, über die ich dann sicher nachdenken würde. Aber das hat hoffentlich noch einige Jahre Zeit.

Wie sieht denn jetzt der weitere Verlauf des Sommers aus? Wann geht es nach Florida?

Erst einmal fahren wir am Wochenende nach Prag, wo mein Freund Milan Michalek heiratet. Mit ihm hatte ich in San Jose zusammen gespielt. Danach verbringen wir noch einige Zeit Zuhause. Es sind ja auch noch einige Formalitäten zu klären. Beispielsweise brauche ich nun durch den neuen Arbeitgeber auch ein neues Visum. Aber ich denke, so Ende August oder Anfang September werden wir dann nach Florida fliegen.




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