Marcel Goc im Hockeyweb-Interview

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Marcel Goc hat mit den San José Sharks nach einem durchwachsenen Saisonstart die Play-offs der NHL erreicht. Für Hockeyweb erzählte der 23jährige von seinem Leben in der NHL.

Hockeyweb: Herzlichen Glückwunsch zum Erreichen der Play-offs. Ihr habt es ja ganz schön spannend gemacht.

Goc: Danke! Wir haben vor zwei Jahren starke Play-offs gespielt und hatten im Sommer eine gute Vorbereitung, da dachten wir wohl, es geht von alleine und der Saisonstart war nicht so gut. Mit dem Thornton-Trade ging ein Ruck durch die Mannschaft und ab Dezember gerechnet gehörten wir in fast allen Bereichen zu den besten fünf Teams der Liga. Für mich persönlich lief es am Anfang und nach der Olympia-Pause sehr gut, ich war immer ein Teil der Mannschaft.

Hockeyweb: Die Sharks haben gleich sieben Mittelstürmer zur Verfügung, davon dürften Joe Thornton und Patrick Marleau wohl gesetzt sein. Findet unter den restlichen Kandidaten ein großer Kampf um die übrigen Plätze statt?

Goc: Nur ein wenig. Die anderen Center werden oft auch als Aussenstürmer eingesetzt, ich bin der einzige, der immer in der Mitte gespielt hat und da möchte ich auch bleiben.

Hockeyweb: Warum werden ausgerechnet von den Sharks so viele Deutsche gedraftet?

Goc: Das werde ich oft gefragt, ich weiß es nicht. Die Scouts fragen manchmal, ob ich den einen oder anderen Deutschen kenne, aber zu mir hat noch niemand gesagt, dass man bewusst auf Deutsche setzt.

Hockeyweb: Den Draft kann man ohnehin nicht so genau kontrollieren, dass man immer seinen Wunschspieler erhält, es ist wohl auch Zufall, dass viele Deutsche bei euch gelandet sind?

Goc: Man kann kann schon Ziehungsrechte tauschen, um genau den Wunschspieler zu draften. Vielleicht mögen die Sharks ja etwas an uns.

Hockeyweb: Ihr müsst zu Auswärtsspielen oft Tausende von Kilometern reisen, was für Europäer völlig ungewohnt ist.  Besteht darin ein Stressfaktor, an den man sich erst gewöhnen muss, wenn man aus der DEL in die NHL wechselt?

Goc: Der Zeitunterschied beträgt manchmal drei Stunden, dann liegt man im Hotelzimmer und kann nicht schlafen, das ist dann schon ein Problem. Ansonsten tun die Klubs eigentlich alles, um uns das Leben angenehm zu machen. Wir reisen zu den Spielen immer einen Tag vor dem Spiel an und nehmen immer das Flugzeug. Früher in Schwenningen fuhren wir sechs, sieben Stunden mit dem Bus und mussten anschließend spielen, das war viel anstrengender.

Hockeyweb: Und wie verbringt Ihr die Zeit im Flugzeug? Lesen und schlafen?

Goc: Ja, ausserdem haben wir eine portable Play Station.

Hockeyweb: Was spielt Ihr? NHL 2006?

Goc: Nein, Poker oder Tennis. Manchmal auch so ein Baller-Spiel, da kann man in Vierer-Gruppen spielen, die einen sind die Guten und die anderen die Terroristen.

Hockeyweb: Bist Du als Ausländer dann immer bei den Terroristen?

Goc: (lacht) Nein!

Hockeyweb: Wie ist die Verbindung zu Uwe Krupp? Hättest Du auch bei der B-WM gespielt?

Goc: Seit Olympia habe ich nichts von Uwe Krupp gehört, aber das ist auch nicht nötig, denn wir waren so verblieben, dass ich zur Nationalmannschaft komme, falls die Sharks die Play-offs verpassen sollten. Auch zur B-WM,  wenn die mich haben wollen, bin ich dabei.

Hockeyweb: Bist Du in Sachen DEL auf dem Laufenden?

Goc: Ja, durch meinen Bruder Sascha. Der hat es im Viertelfinale gegen Ingolstadt ja sehr spannend gemacht, gegen Berlin war dann Schluss, aber ich denke, gegen die kann man verlieren. Ausserdem lese ich viel im Internet, z.B. Hockeyweb.

Hockeyweb: Schön, dass man auch im sonnigen Kalifornien gelesen wird.

Goc: Sonnig? Wir hatten seit zwei Monaten nur Regen, das ist ein Rekord an Regentagen seit 1904! Nächste Woche soll es aber besser werden.

Hockeyweb: Dann beginnen ja auch die Play-offs! Viel Glück!

Goc: Danke!

Interview: Alexander Brandt

Weitere Infos über Marcel Goc gibt es auf seiner Website  www.marcelgoc.de


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