Leon Draisaitl zum MVP der Hauptrunde gekürtAuf den Spuren von Dirk Nowitzki

Leon Draisaitl hat als erster Deutscher und vierter Spieler der Oilers-Historie nach Wayne Gretzky, Mark Messier und Connor McDavid die Hart Memorial Trophy gewonnen. (dpa picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Mary Altaffer)Leon Draisaitl hat als erster Deutscher und vierter Spieler der Oilers-Historie nach Wayne Gretzky, Mark Messier und Connor McDavid die Hart Memorial Trophy gewonnen. (dpa picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Mary Altaffer)
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Wenn Wayne Gretzky anruft, muss es etwas Außergewöhnnliches passiert sein. So auch bei Leon Draisaitl, der aktuell auf den Balearen urlaubt. "The Great One" klingelte beim gebürtigen Kölner durch, um ihm mitzuteilen, dass er zum Most Valuable PLayer der abgelaufenen NHL-Hauptrunde gewählt worden sei. Und zwar sowohl von Sportjournalisten als auch von den Spielerkollegen. Er ist damit der erste Deutsche, der die höchste individuelle Auszeichnung der besten Eishockey-Liga der Welt erhält - und nach Dirk Nowitzki der zweite, der dies einer der großen vier Profligen Nordamerikas schafft!

"Hochverdient, Gratulation!" - beschied Gretzky dem 24jährigen Stürmer der Oilers kurz und bündig. Draisaitl äußerte sich danach in einem Video-Interview, dass er die Trophäe zwar gerne im Beisein von Freunden und Fanilie entgegengenommen hätte, sich aber natürlich trotzdem sehr darüber freue. Für die Hart Trophy als Most Valuable Player (MVP) setzte er sich bei der Wahl nordamerikanischer Journalisten mit 1309 Punkten gegen den Kanadier Nathan MacKinnon (Colorado Avalanche/1162) und den Russen Artemi Panarin (New York Rangers/889) durch, gegen beide NHL-Kollegen behauptete sich der Kölner auch in der Abstimmung für den Ted Lindsay Award. Draisaitl ist der vierte Oilers-Spieler nach Gretzky, Messier und Connor McDavid, der mit diesen Trophäen ausgezeichnet wird. Dekoriert wurde Draisaitl außerdem als ein Teil des NHL First All-Star Teams der Saison 2019/20 – ebenfalls eine ehrenvolle Premiere für ihn. 

Normalerweise findet die Preisverleihung der NHL-Awards mit großem Bohei in Las Vegas statt. Corona-bedingt fiel die Gala jedoch in diesem Jahr aus. 

Leon Draisaitl ist also der Gewinner der Hart Memorial Trophy (MVP), des Ted Lindsay Award (Spielergewerkschaft NHLPA) und der Art Ross Trophy für den punktbesten Spieler der Regular Season. Draisaitl hatte in der verkürzten Hauptrunde 110 Punkte (1,55 pro Spiel im Schnitt) erzielt und lag in vielen Scoring-Statistiken vorn. Zudem ist er der Stürmer mit der meisten Eiszeit der gesamten Liga.

Bisherige individuelle Trophäen deutscher NHL-Spieler:

Olaf Kölzig (Washington Capitals) – Vezina Trophy (2000), King Clancy Memorial Trophy (2006)

Thomas Greiss (New York Islanders) – William M. Jennings Trophy (2019)

Leon Draisaitl (Edmonton Oilers) – Art Ross Trophy, Hart Trophy, Ted Lindsay Award (alle 2020)

In Edmonton hatte er zuletzt nicht mehr mit seinem kongenialen Partner und Freund Connor McDavid in einer Reihe - Ausnahmen  in Überzahl oder in der Overtime - gespielt, sondern mit Kailer Yamamoto und Ryan Nugent-Hopkins eine äußerst produktive Strumreihe gebildet. 

DEB-Präsident Franz Reindl: „Herzliche Gratulation, Leon! Diese weiteren großartigen NHL-Auszeichnungen setzen ein riesiges Ausrufezeichen. Leon hat auf höchstem Niveau und konstant Spitzenleistungen gezeigt. Superlative sind dafür angemessen und es erfüllt auch den Verband mit großem Stolz, einen solchen Ausnahmesportler zu haben. Das ist ein außergewöhnlicher Tag für das deutsche Eishockey."

DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel: „Herzlichen Glückwunsch an Leon Draisaitl. Diese Auszeichnungen sind verdient, einzigartig und unterstreichen einmal mehr, was für ein Potenzial in Leon steckt. Der Wille, sein eigenes Spiel stetig zu verbessern und Topleistungen abzurufen, ist eine Eigenschaft, die auf Topniveau unverzichtbar ist. Ich bin mir sicher, dass Leon diesen eingeschlagenen Weg weitergeht – und er die Nationalmannschaft sowie seinen Verein weiter mit sportlichen Höchstleistungen entscheidend mitprägt.“

Bundestrainer Toni Söderholm: „Gratulation an Leon, er hat in seiner Entwicklung wieder einige weitere Schritte gemacht. Er übernimmt viel Verantwortung für die Mannschaft und hat gerade in einer Phase, als Connor McDavid verletzt war, die Mannschaft getragen. Erst in dieser Phase sind die Oilers wirklich in Richtung Play-offs marschiert. Dass ganz generell ein deutscher Spieler ein solche Hauptrunde gespielt hat, gibt anderen deutschen Spielern mit Sicherheit einen Schub. Wenn ein Spieler so etwas Außergewöhnliches leistet, dann wissen auch andere, dass solch eine Leistung für einen deutschen Spieler möglich ist. Das wird für uns auch in Richtung Olympia ein wichtiger Punkt bei der Frage, mit wie viel Selbstvertrauen gehen wir in dieses Turnier.“

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