Len Barrie: „Frankfurt war einfach nur fantastisch“

Len Barrie: „Frankfurt war einfach nur fantastisch“Len Barrie: „Frankfurt war einfach nur fantastisch“
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14 Jahre lang war Len Barrie Eishockeyprofi, zwei davon hat er in Frankfurt verbracht, wo er 1998/99 mit 59 Punkten (24 Toren) der Topscorer im Team der Lions war. Am Rande des vergangenen NHL-Wochenendes in Prag konnte Hockeyweb exklusiv mit dem erst 39-jährigen Kanadier, der inzwischen ein überaus erfolgreicher Geschäftsmann und Mitbesitzer des NHL-Teams Tampa Bay Lightning ist, sprechen.



Mister Barrie, wie viele Stunden hat eigentlich Ihr Arbeitstag?

Len Barrie: Oh, ich denke, so 18 Stunden können es schon sein. Manchmal habe ich sechs Jobs zur selben Zeit. Ich habe einige gute Leute um mich herum, aber die letzten zwei Jahre war ich schon sehr beschäftigt und das hat auch Kraft gekostet. Ich brauche natürlich immer mehr auch einige Mitarbeiter, die meine Geschäfte voranbringen, so dass mir mehr Zeit zum Golfspielen und Spaßhaben bleibt. Vielleicht tauche ich dann auch mal wieder in Frankfurt auf.



Welche Erinnerungen haben Sie noch an Ihre Zeit als Spieler in Frankfurt?

Die Erinnerungen sind nichts anderes als fantastisch. Wir hatten großartige Fans, ein großartiges Team, mit Bernie Johnston einen großartigen Manager. Gerhard Schröder, der vor noch gar nicht langer Zeit leider verstorben ist, hatte all das sichergestellt. Für mich persönlich und auch für meine Familie war es eine Zeit, die mit am meisten Spaß gemacht hat.



Wie sehr sind Sie noch auf dem laufenden, was das Frankfurter Eishockey betrifft?

Ich habe mitbekommen, dass die Lions ein paar Jahre später Meister geworden sind. Patrick Lebeau, bei dessen Wechsel nach Frankfurt ich mitgeholfen hatte, war maßgeblich daran beteiligt. Ich weiß auch, dass Rich Chernomaz schon länger einen fantastischen Job als Trainer macht und dass auch Dwayne Norris als Manager in Frankfurt ist.



Können Sie einmal in ein paar Worten zusammenfassen, wie aus einem DEL-Topscorer ein NHL-Teambesitzer wird?

Zunächst einmal habe ich mit dem Spielen schon ein paar Jahre früher aufgehört, als ich das eigentlich vor hatte. Ich wäre wirklich gern wieder nach Frankfurt zurückgekommen, um dort zu spielen oder etwas mit zu entwickeln. Dann hat sich aber die Möglichkeit ergeben, in Victoria etwas rund um Golfanlagen und Immobilienbesitz aufzubauen. Das wurde ein großer Erfolg. Als der Weg beschritten war, konnte ich jetzt bei Tampa einsteigen.



War das insgeheim schon immer ein heimlicher Plan oder eher ein Traum, Besitzer eines NHL-Clubs zu sein?

Natürlich war es immer ein Traum von mir, ein NHL-Team am Laufen zu haben, dort selbst und mit den Partnern die tagtäglichen Entscheidungen zu treffen. Ich bin jetzt in die sportliche Seite eingebunden, übernehme auch Verantwortung, was Spielerfragen betrifft.



Welche Vision haben Sie denn überhaupt für den Lightning in dieser Saison, nachdem die letzte Spielzeit eher enttäuschend war?

Unser erstes Ziel ist es, unsere Division zu gewinnen und so die Play-Offs zu erreichen. Von dort wollen wir dann angreifen. Wir freuen uns, dass wir Steven Stamkos als vielversprechendes Talent im Team haben, wir mögen unsere Truppe.



Aber die jüngeren Spieler brauchen noch Zeit. Sind gerade deshalb diese Routiniers und Mentoren wie Olaf Kölzig, Gary Roberts oder Mark Recchi von besonderer Bedeutung für den Erfolg in diesem Jahr?

Diese Spieler sind sehr wichtig, mit ihnen wollen wir die Teamkultur verändern. Sie sollen zeigen, wie man dagegen hält, hart arbeitet, gewinnt und das wird, davon bin ich überzeugt, die Teamkultur beeinflussen. Dafür sind diese Spieler da. Aber natürlich haben sie auch ihre individuellen Qualitäten auf dem Eis, auf die wir bauen.



Was denken Sie generell über die Gastspiele der NHL in Europa, wie jetzt auch von Ihrem Team in Prag?

Einfach fantastisch. Die Partien waren ausverkauft. Den Spielern hat es gefallen. Das ist eine großartige Sache für die NHL und für das Eishockey überhaupt. Es gibt soviel Unterstützung hier drüben. Es war kein Scherz, als ich gesagt habe, dass ich eine meiner besten Zeiten in Frankfurt hatte.



Abschließend zur DEL. Natürlich ist der Unterschied zwischen Deutschland und der NHL ein großer. Woran würden Sie ihn am meisten festmachen und was muss sich noch verbessern?

Den größten Unterschied machen die besten Spieler, die Superstars aus. Viele der Jungs, die in Deutschland spielen, könnten ohne Frage auch in der NHL mithalten. Die DEL hat aber schon viele großartige Sachen angefangen, man soll dort so weitermachen. Es ist eine tolle Liga, wie es überhaupt in Europa viele gute Ligen gibt. Auch diese Champions League gefällt mir.

Foto by Tampa Bay Lightning 

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