Islanders und Vancouver überraschen mit StartsiegenTitelverteidiger St. Louis strauchelt, Colorado mit klarem Erfolg

Die Vancouver Canucks hatten in Spiel 1 gegen die St. Louis Blues jede Menge Grund zur Freude. (picture alliance / AP PhotoAnbieter:)Die Vancouver Canucks hatten in Spiel 1 gegen die St. Louis Blues jede Menge Grund zur Freude. (picture alliance / AP PhotoAnbieter:)
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New York Islanders – Washington Capitals 4:2 (0:0,1:2,3:0)

Serienstand: 1:0

Die Hoffnung der deutschen Fangemeinde, dass beide Vertragsspieler der Islanders, Keeper Thomas Greiss und Stürmer Tom Kühnhackl zu den tragenden Säulen gehören würden, erfüllte sich leider nicht. Islanders-Coach Barry Trotz vertraute im Tor Semyon Varlamow und Kühnhackl gehörte, zumindest im ersten Spiel, nicht zum Aufgebot. Die New Yorker, die nicht als Favorit in die Serie gingen, mussten im ersten Drittel erleben was es heißt in der eigenen Zone eingeschlossen zu werden. Washington beherrschte die Begegnung, ließ im gesamten ersten Drittel ganze zwei Torschüsse zu und hätte in Führung gehen müssen. Im zweiten Spielabschnitt zeigte sich zunächst Washington überlegen und ging, nicht zu Unrecht, mit 2:0 in Führung, obwohl nach dem ersten Drittel Washingtons Top-Stürmer Nicklas Backström verletzt in der Kabine blieb. Beide Tore erzielte in seiner 889. NHL-Partie T. J. Oshie. Das erste in der 26. Minute in Überzahl und auch beim 2:0 hatten die Hauptstädter einen Mann mehr auf dem Eis. Danach änderte sich die Begegnung. Die Islanders verstärkten das Pressing und die Offensive und das schmeckte den Capitals überhaupt nicht. Und doch schien Washington das 2:0 in die zweite Pause retten zu können, ehe Jordan Eberle mit einem satten Handgelenkschuss Washingtons Keeper Braden Holtby überwand. Dieser Anschlusstreffer brachte die Islanders zurück ins Spiel und bereits 51 Sekunden nach Beginn des dritten Drittels hieß es 2:2. Verteidiger Ryan Pulock versuchte einen Blueliner, Holtby konnte nur prallen lassen und Anders Lee traf zum Ausgleich. Jetzt schwamm die Abwehr der Capitals und dies wurde richtig deutlich in der 47. Minute, als Josh Bailey die Islanders erstmals in Führung brachte. Brock Nelson fing einen unmotivierten Pass der Capitals innerhalb ihres Verteidigungsdrittels ab, bediente Bailey und dieser schloss mit dem dritten Tor seines Teams ab. Die Capitals zeigten sich jetzt nicht mehr in der Lage, das Spielgeschehen wieder in die Offensive verlagern zu können und als in der 52. Minute Anthony Beauvillier einen weiteren Defensivfehler des Gegners mit dem 4:2 bestrafte, war klar, dass die Capitals den Return nicht mehr schaffen würden. Josh Bailey von den Islanders: „Washington ist stark, ging mit 2:0 in Führung. Wir wussten, dass wir eine Chance haben, wenn wir geduldig weiterspielen. Das haben wir gemacht und dann auch einen Weg zum Sieg gefunden.“ Capitals-Trainer Todd Reirden: „Wir werden uns das Spiel noch ein paarmal ansehen, die Fehler analysieren und wiederkommen. So etwas darf nicht wieder passieren.“


Arizona Coyotes – Colorado Avalanche 0:3 (0:0,0:0,0:3)

 Serienstand: 0:1

Das war das Spiel des Philipp Grubauer. Der 28-jährige Rosenheimer musste 14 Einschussversuche der Coyotes verhindern, was ihm auch vortrefflich gelang, so dass seine Avalanche nicht nur mit einer Serienführung in die zweite Partie gehen werden, sondern weil sie sich auch als deutlich überlegen zeigten. 
40:14 Torschüsse hatte man am Ende für Colorado gezählt und damit war klar, wer in diesem Spiel direkt nach Hexenmeister Grubauer der zweitwichtigste Spieler gewesen sein muss. Arizonas Darcy Kuemper zauberte, glänzte 53 Minuten lang und hielt seine Coyotes im Spiel. Dann aber fuhr förmlich eine Lawine auf die Spieler aus Arizona herab. Innerhalb von 88 Sekunden knallte es dreimal hintereinander, wobei spätestens nach dem 2:0, das zehn Sekunden nach der Führung erzielt wurde, die Entscheidung bereits gefallen war. Der erste der Colorados Torbremse löste, war Nazem Kadri in Überzahl. Ihm folgte, per Rückhand erzielt, J.T. Compher und schließlich der Finne Mikko Rantanen. Colorados Coach Jared Bednar meinte nach dem Spiel: „Wir hatten ein solches Spiel, wenn auch nicht in dieser Konsequenz, erwartet. Arizona spielt sehr engmaschig und kämpft um jeden Zentimeter. Und wenn du mal durchkommst, dann steht da noch Kuemper. Wir wollten ihn unter Druck setzen und das ist uns gelungen.“ Für Arizonas Verteidiger Niklas Hjalmarsson war der Knackpunkt das Penaltykilling: „Speziell in den Play-Offs muss das Penaltykilling perfekt funktionieren und das hat es bei uns nur bedingt. Wir haben ihnen beim 1:0 viel Schwung mitgegeben und das war nicht gut.“


Montreal Canadiens – Philadelphia Flyers 1:2 (0:1,1:1,0:0)

Serienstand: 0:1

Die Serie hat alle Voraussetzungen um für beide Mannschaften lang und schwer zu werden. Bereits der Auftakt zeigte dies deutlich. Es wurde um jeden Zentimeter Eis gerungen, insgesamt 59 Torschüsse (31:28 für Philadelphia) abgegeben und beide Keeper, Carey Price für Montreal und Carter Hart für Philadelphia konnten mehr als einmal ihre Klasse unter Beweis stellen. Daher war es dann auch kein Wunder, dass eine Überzahlsituation für das erste Tor sorgte. Philadelphias Ivan Provorov zog in der neunten Minute des ersten Drittels von der blauen Linie ab, Jakub Voracek gab der Scheibe noch einen letzten Touch und Price im Tor der Canadiens war geschlagen. In den zweiten zwanzig Minuten zogen die Kanadier deutlich die Zügel an, drückten stark, scheiterten aber immer wieder an Hart im Flyers-Tor, der wie ein Magnet die Pucks anzog. Keine Chance hatte der 22-jährige dann aber in der 35. Minute, als er in Unterzahl zunächst zwei Schüsse abwehren konnte, aber gegen den finalen Versuch von Shea Weber keine Abwehrmöglichkeit hatte. Die Freude der Kanadier hielt jedoch nicht lange, genau 16 Sekunden. Praktisch im Gegenzug versuchte Travis Sanheim von Philadelphia einen Blueliner, Montreals Carey Price konnte nur abprallen lassen, weil er die Scheibe zu spät sah und sein Verteidiger Brett Kulak verteidigte nur halbherzig, so dass Joel Farabee einen Nachschuss anbringen konnte, der das 2:1 für die Flyers bedeutete. Das war ärgerlich für die Canadiens, die sehr aufwändig agierten und im dritten Drittel den Druck nicht mehr aufrechterhalten konnten. Trotzdem hätte es fast zum Ausgleich gereicht, denn zwanzig Sekunden vor Schluss traf Nick Suzuki nur den Pfosten der Flyers. Der Mann des Abends, Torhüter Carter Hart freute sich über den Sieg: „Wir sind gerade in den Playoffs, es ist also Crunch-Time. Wir wussten, dass Montreal eine starke Vorstellung geben wird und es war das erwartet harte Spiel. So ein Sieg fühlt sich gut an.“ Glücklich war auch der Schütze zum 2:1, Joel Farabee: „Ich versuche einfach, alles zu tun, um dem Team zu helfen, egal welche Rolle ich spiele. Mit zwei Weltklassespielern wie Couturier und Giroux zu spielen macht viel Spaß. Hoffentlich können wir diesen Schwung beibehalten."

 

Vancouver Canucks – St. Louis Blues 5:2 (1:1,1:1,3:0)

Serienstand: 1:0

Das war nicht das Spiel des Jordan Binnington. Der Keeper der Blues, einer der Architekten des überraschenden Stanley-Cup-Erfolges von 2019, musste bei 22 Schussversuchen der Canucks die Scheibe gleich fünfmal aus dem Netz holen. Eine Fangquote von 77,3 Prozent ist für den Kanadier, der normalerweise bei 92 Prozent liegt, unterirdisch. Dazu taten sich die Blues auch in der Offensive schwer. Nach der frühen Führung von Vancouver durch Bo Horvat nach nur fünf Minuten benötigten sie ein Powerplay in der 17. Minute, welches David Perron erfolgreich abschloss. Ebenfalls ein Powerplaytor fiel im zweiten Spielabschnitt für Vancouver in der 29. Minute. Elias Pettersson wuchtete die Scheibe im fallen unter die Latte. Diesmal hielt die Führung jedoch, im Gegensatz zum ersten Drittel, nur eine Minute. Beeindruckend bei diesem 2:2, die Antrittsgeschwindigkeit von Blues-Stürmer Jaden Schwartz, der über das gesamte Eis stürmte, von keinem Canucks-Verteidiger aufgehalten werden konnte und am Ende Jakub Markström im Tor von Vancouver noch tunneln konnte. Bei diesem Spielstand blieb es bis zur 46. Minute, bei optischen Vorteilen für St. Louis. Dann erhielt Vancouvers Troy Stecher die Scheibe und traf diagonal aus kurzer Entfernung durch die Hosenträger von Binnington. 150 Sekunden später startete Bo Horvat einen Sololauf und schloss diesen mit dem 4:2 ab. Obwohl die Blues danach alles nach vorne warfen, blieb es bis zur 60. Minute bei diesem Rückstand für den Titelverteidiger. Dann gelang J.T. Miller mit einem Powerplaytor sogar noch das 5:2.

 

Boston Bruins – Carolina Hurricanes 4:3 (1:1,1:1,1:1,0:0,1:0) n.2V.

 Serienstand: 1:0

Auch am zweiten Tag der Play-Offs musste in einem Spiel die Verlängerung für eine Entscheidung herhalten. Allerdings wurden die 152 Minuten von Tampa Bay und Columbus bei weitem nicht erreicht, sondern lediglich 82. Trotz alledem, hätte die Begegnung schon zum regulären Ende fertig sein können, wenn Favorit Boston seine Überlegenheit in Tore umgemünzt hätte. 40:28 Torschüsse verzeichneten die Statistiker am Spielende für das Team aus Massachusetts und doch konnte Boston zunächst froh sein, dass es nach sechzig Minuten 3:3 stand. In der 14. Minute begann der Torreigen durch Joel Edmundson mit einem Schlagschuss fast von der blauen Linie. Eine exzellente Aktion der Bostoner Toplinie mit Patrice Bergeron und Brad Marchand brachte in der 18. Minute den Ausgleich durch David Pastrnak. In der 25. Minute schien Boston dann das Geschehen an sich zu reißen, als Carolinas Keeper Petr Mrazek die Scheibe bei einem Bruins-Angriff nicht festhalten konnte, Charlie Coyle die Situation am schnellsten erfasste und das 2:1 für Boston besorgte. Die Freude dauerte ganze 21 Sekunden, dann erzielten die Hurricanes den Ausgleich. Carolinas Brock McGinn fing einen Querpass von Bruins-Defender Kevan Miller ab, fuhr einen Konter und überwand Bostons finnischen Keeper Tuukka Rask mit der Rückhand. Im dritten Drittel starteten die Bruins wie die Feuerwehr. Der Minutenanzeiger hatte die erste Umdrehung noch nicht vollendet, da traf David Krejci zum 3:2, nachdem zuvor Ondrej Kase an Mrazek gescheitert war. In der 50. Minute hatte Carolina letztendlich viel Glück. In Überzahl versuchte Haydn Fleury einen Handgelenkschuss von der blauen Linie und Rask im Bostoner Tor, dem die Sicht versperrt war, hatte keine Chance. Somit ging es in die erste Verlängerung, die torlos blieb. Es musste eine zweite her und hier fiel die Entscheidung bereits nach 73 Sekunden. David Pastrnak spielte Patrice Bergeron glänzend frei und dieser überwand Mrazek im Hurricanes-Tor zum 4:3. Bruins-Coach Bruce Cassidy war glücklich über seine Topreihe: „Wir haben so etwas schon häufig gesehen. Dieses Trio kann, jeder für sich, Spiele entscheiden. Heute war wieder so ein Tag und wir sind glücklich.“ Carolinas Trainer Rod Brind`Amour meinte: „So eine Niederlage, besonders in der Verlängerung, ist extremst ärgerlich. Wir werden aus unseren Fehlern lernen und sie in Spiel zwei alle korrigieren.“

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