Islanders und Boston haben gute Chancen auf den Conference-Final-Einzug  Vorschau Eastern Conference Play-Off Halbfinale

Die New York Islanders wollen auch gegen die Philadelphia Flyers wieder jubeln (picture alliance / AP Photo)Die New York Islanders wollen auch gegen die Philadelphia Flyers wieder jubeln (picture alliance / AP Photo)
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Philadelphia Flyers – New York Islanders

Wer vor den Play-Offs auf dieses Conference-Halbfinale getippt hat, wird sicherlich ein paar überraschende Euro gewonnen haben. Nicht so sehr wegen der Teilnahme von Philadelphia, sondern wegen der, der Islanders. Deren Qualifikation war schon eine Überraschung und die Art, wie sie im Viertelfinale über den Meister von 2018, den Washington Capitals hergefallen sind, war wenigstens dem eines Finalisten würdig. Wenn man die beiden Serien betrachtet, dann fällt eindeutig auf, dass die Flyers von ihrer Defensive und vor allem von den Künsten ihres Keepers Carter Hart gelebt haben. Zwar gelangen den Flyers die notwendigen vier Siege, aber das Torverhältnis am Ende sprach mit 13:11 für die Montreal Canadiens. Das klingt nicht gut für Hart und doch war es der Keeper, der den Seriensieg festhielt, denn ihm gelangen zwei Shutouts, während sein Gegenüber, der erfahrene Carey Price (752 NHL-Spiele) nur einen schaffte. Hart zeigte bisher NHL-Sonderklasse, aber sein jetziger Gegenpart, der Russe Semyon Varlamow war kaum schlechter. Mit einer Fangquote von 93,4 Prozent war er auch dafür verantwortlich, dass die Islanders sich auf ihre Abwehr verlassen konnten und sich taktisch offensiver aufstellten. Ihr Torverhältnis von 17:8 ist dann auch eine Ansage und wird Flyers-Coach Alain Vigneault vorsichtig agieren lassen. 
In der Abwehr zeigte sich Philadelphia gut aufgestellt, hatte aber immer wieder dann Schwierigkeiten wenn die Canadiens auf Highspeed schalteten. Das wird sich vermutlich gegen die Islanders wiederholen. Die Islanders dagegen haben auch einige offensivstarke Defender in ihren Reihen, die auch gegen Washington punkteten, wie z.B. Scott Mayfield, Ryan Pulock und Devon Toews. Im Sturm zeigte sich deutlich, dass die Flyers, wenn ihre Top-Linie mit Claude Giroux, Travis Konecny und James van Riemsdyk aus dem Spiel genommen wird, stellenweise hilflos wirken. Das Trio kam in neun Spielen (van Riemsdyk machte sechs Spiele) auf ganze sieben Assist. Daher mussten andere einspringen und da sind in erster Linie Jakub Voracek (8 Punkte) und Kevin Hayes (7 Punkte) zu nennen. Auf der Gegenseite triumphierten vor allem Josh Bailey (10 Punkte), Anthony Beauvillier (9 Punkte), Brock Nelson (7 Punkte) und Matt Barzal (7 Punkte). Für Meistertrainer Barry Trotz wird damit die Taktik klar sein und die wird sich gegenüber der gegen Washington kaum ändern. Mit viel läuferischer Arbeit den Gegner früh zu pressen, Fehler zu provozieren und die eigenen Scharfschützen in Position bringen. Die New Yorker, die während der Saison schon alle drei Spiele gegen die Flyers gewonnen hatten (5:3,4:3,5:3), gelten zwar bei den Buchmachern nicht als Favorit, aber das sollte für das Team aus Brooklyn kein Grund sein die Waffen zu strecken. Vor allem nicht, weil das letzte erreichte Conference-Finale 27 Jahre zurückliegt. Damals unterlag man dem späteren Stanley-Cup Sieger Montreal mit 1:4.

Hockeyweb-Tipp: Islanders gewinnen gegen die Flyers mit 4:2

 
Tampa Bay Lightning – Boston Bruins

Eigentlich die Topserie im Osten. Beide Teams marschierten mit 4:1 Siegen ins Conference-Halbfinale und bei beiden war die Serie weitaus ausgeglichener, als es einem das Endergebnis weismachen will. Tampa z.B. gewann alle vier Spiele mit nur einem Tor Vorsprung, davon alleine zwei in der Verlängerung (Torverhältnis gegen Columbus 14:12). Boston gewann drei Spiele mit einem Tor Vorsprung und musste einmal in die Verlängerung (Torverhältnis gegen Carolina 15:11).
Im direkten Duell in dieser Saison hat bis jetzt Tampa auch die Nase vorn und, witziges Detail, ebenfalls mit 4:1 Siegen (4:3,3:2,1:2,5:3,3:2). Daraus aber einen Favoritenstatus abzuleiten wäre zu einfach. Im Tor muss Boston auf Tuukka Rask verzichten und setzt auf Jaroslav Halak. Ein Nachteil muss das nicht sein, denn der erfahrene Tscheche hat bis jetzt über 30 NHL Play-Off-Spiele absolviert. Sein Gegenüber Andrei Vasilewsky ist seit vier Jahren die Nr. 1 in Tampa, sein Back-up Curtis McElhinney ist ebenfalls sehr erfahren, kam vor der Saison aus Carolina.
Die Abwehr ist das Prachtstück der Bruins. In der Vorrunde kassierte man nur 174 Gegentore in 70 Spielen, hatte die stärkste Defensive der Liga. Tampa blieb mit 195 Gegentoren immerhin unter der psychologisch wichtigen 200er Marke. Boston wird in der Verteidigung angeführt vom 43-jährigen Zdeno Chara (1743 NHL-Spiele). Hier zeigten sich besonders Charlie McAvoy, Matt Grzelcyk, Brandon Carlo und eben Chara als starke Punktesammler. Bei Tampa ist man froh, dass sich mit Victor Hedman, der einer der besten NHL-Verteidiger ist, sich in bester Form befindet. Neben dem Schweden sind noch Mikhail Sergachev und Kevin Shattenkirk starke Punktesammler. Der Rest fällt nicht auf und ist von diesem Trio abhängig.
Die Stärke der Lightnings liegt zweifellos in der Offensive. Dumm nur, dass ausgerechnet Superstar Steven Stamkos verletzt ist. Ohne dessen Power sind Nikita Kucherov und Brayden Point ziemlich auf sich allein gestellt. Nicht viel anders ist die Situation in Boston. Das Team ist fast komplett von Topscorer David Pastrnak, David Krejci und Brad Marchand abhängig. Mit etwas Abstand folgt noch Patrice Bergeron. Daher ist davon auszugehen, dass die Abwehrreihen die Spiele dominieren werden. Fragt sich nur, wessen Coach die am Ende gewinnende Taktik findet. Auf Bostoner Seite ist Bruce Cassidy dafür zuständig. Cassidy ist auch in Deutschland bekannt, stand 1993/94 in Kaufbeuren im damaligen Bundesliga-Team. Sein größter Erfolg war die Vizemeisterschaft 2019. Auf der anderen Seite schwingt Jon Cooper das Zepter. Der Kanadier begann seine Trainerkarriere 1998, steht seit 2013 bei Tampa unter Vertrag. Auch sein größter Erfolg war eine Vizemeisterschaft im Jahre 2015.

Hockeyweb-Tipp: Boston gewinnt die Serie mit 4:3

 


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