Islanders und Blue Jackets „sweepen” sich in die nächste RundeWinnipeg Jets gleichen ihre Serie aus

Tom Kühnhackl leistete die Vorarbeit zu Brock Nelsons entscheidendem Treffer für die New York Islanders. (picture alliance / AP Images)Tom Kühnhackl leistete die Vorarbeit zu Brock Nelsons entscheidendem Treffer für die New York Islanders. (picture alliance / AP Images)
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Columbus Blue Jackets – Tampa Bay Lightning 7:3

Play Off-Stand: 4:0

Überraschung, Paukenschlag, Sensation – wie auch immer man den Ausgang dieser Serie betitelt, sehr unerwartet kam er in jedem Fall: Der Hauptrundenmeister mit Punkterekord gegen die Last Minute-Qualifikanten, der haushohe Favorit gegen den Underdog – mit dem deutlichen Triumph für den Außenseiter aus Columbus. Vier Spiele, vier Siege für das Team aus Ohio, das sich erst im vorletzten Hauptrunden-Spiel für die Play Offs qualifiziert hatte - und nun sich per Sweep in die nächste Runde katapultierte. Wie es so weit kommen konnte, wird man in Florida sicher tiefer analysieren müssen: Woher dieser Einbruch in den Play Offs, warum stachen die zahlreichen Trümpfe – Steven Stamkos gelang in Spiel vier der erste Punkt in den diesjährigen Play Offs – nicht? „Schwer zu sagen, warum ausgerechnet jetzt unser Spiel nicht gefunden haben – es war die ganze Saison über da, nur nicht in diesen sechs Tagen im April. Leider macht es diese grandiose Saison, die wir gespielt haben, zunichte“, sagte ein völlig enttäuschter Bolts-Trainer Jon Cooper.

In Spiel 1 gaben die „Bolts“ einen 3:0-Vorsprung aus der Hand. Schwamm drüber, kleiner Betriebsunfall – doch dann folgte die 1:5-Pleite in Spiel zwei, womit die Heimvorteil vollkommen dahin war. Vor eigenem Publikum ließen die Jackets nichts mehr anbrennen: Sie gewannen Spiel und überzeugten auch im schwierigsten, dem letzten Spiel, der Serie: Sie führten mit 2:0, 3:1 – mussten den 3:3-Ausgleich durch Brayden Point spät im zweiten Dritten verkraften und schlugen nur 54 Sekunden nach dem Ausgleich zurück: Oliver Björkstrand staubte bei angezeigter Strafe gegen Tampa Bay aus kurzer Distanz ab zur erneuten Führung für die Blaujacken. Es war der entscheidende Treffer, denn bis in die Schlussphase konnte die Gäste den Ausgleich nicht mehr erzwingen und fingen sich noch drei Empty Net-Goals durch Panarin, Texier und Duchene. Danach gab es nur noch komplette Eskalation: „Ich wäre auf der Bank fast zusammengebrochen“, sagte Blue Jackets-Stürmer Cam Atkinson. „Jeder sprang auf den anderen – ich bekam von irgendwem einen Cut am Kinn. Alle haben geschrien.“

Die Blue Jackets, die erstmals in ihrer Historie eine Play Off-Serie gewannen, treffen nun auf den Sieger der Serie Boston – Toronto.

Pittsburgh Penguins – New York Islanders 1:3

Play Off-Stand: 0:4

Auch in dieser Serie gab es einen durchaus überraschenden Sweep: Die New York Islanders gewannen alle vier Spiele gegen den Meister von 2016 und 2017. Dieses Kunststück gelang ihnen zuletzt im Stanley Cup-Finale 1983 gegen die Edmonton Oilers! Dabei sah es zunächst so aus, als könnten die Penguins erstmal den Kopf aus der Schlinge ziehen: Nach nur 35 Sekunden erzwangen sie einen Scheibenverlust der Isles in ihrer eigenen Zone: Sidney Crosby, dem in dieser Serie kein einziges Tor gelang, spielte Jake Guentzel an, der freistehend hoch über die Stockhand von Robin Lehner zur Führung für die Gastgeber traf. Aber nur 94 Sekunden später glichen die Gäste aus dem Big Apple aus: Jordan Eberle schloss einen 2-auf-1-Konter mustergültig über die linke Schulter von Pens-Goalie Matt Murray ab. Zwei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels dann das „Series Winning Goal“, an dem Ex-Penguin Tom Kühnhackl entscheidenden Anteil hatte: Gegen Pittsburghs jungen Verteidiger Marcus Pettersson eroberte er hinter dem Tor von Matt Murray mit energischem Körpereinsatz die Scheibe, Josh Bailey nahm sie auf und passte sie zu Brock Nelson, der aus kurzer Distanz einschob.

Crosby und Eberle trafen noch jeweils einmal das Gestänge – mehr passierte nicht bis in die Schlussphase, in der die Penguins natürlich Matt Murray vom Eis nahmen. Mit dem sechsten Feldspieler agierten die Hausherren aber etwas zu kompliziert und so kam, was kommen musste: Josh Bailey, der zu Beginn der Serie bereits den Overtime-Winner für die Islanders geschossen hatte, traf vom Bully aus der eigenen Zone zur endgültigen Entscheidung.

Damit hat Islanders-Coach Barry Trotz zum zweiten Mal hintereinander – im vergangenen Jahr noch mit Washington – eine Serie gegen die Pittsburgh Penguins gewonnen. Der nächste Gegner der Islanders wird noch ermittelt – zwischen den Carolina Hurricanes und Trotz‘ Ex-Team Washington Capitals.

Vegas Golden Knights – San Jose Sharks 5:0

Play Off-Stand: 3:1

Mit einer derben Klatsche schickten die Golden Knights die Sharks aus der Wüste Nevadas zurück an die Pazifik-Küste und benötigen nur noch einen Sieg zum Weiterkommen. Die beiden Männer des Abends waren Torwart Marc-Andre Fleury, der seinen 15. Shutout in den Play Offs feierte, und Stürmer Max Pacioretty, der mit zwei Toren und zwei Assists an den ersten vier Toren der Hausherren beteiligt war.

St. Louis Blues – Winnipeg Jets 1:2 (OT)

Play Off-Stand: 2:2

Kyle Connor heißt der Held der Jets: Nach gut sechs Minuten in der Verlängerung erzielte er den alles entscheidenden Treffer des Spiels, der den Gästen aus der Provinz Manitoba den Serienausgleich bescherte. Es war unter den Augen des ehemaligen Blues-Stürmers Wayne Gretzky der erste OT-Sieg in der Geschichte der Jets. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag geht es in Winnipeg mit Spiel 5 weiter.