Grubauer hext Colorado zum SiegStarke Keeper ermöglichen zwei Shut-outs

Torhüter Philipp Grubauer bei den Colorado Avalanche. (Foto: dpa/picture alliance/AP Images)Torhüter Philipp Grubauer bei den Colorado Avalanche. (Foto: dpa/picture alliance/AP Images)
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Arizona Coyotes – Nashville Predators 4:3 (3:1,1:0,0:2)

Serienstand 1:0

Bei Arizona und Nashville stehen auf den vier Torhüterpositionen insgesamt drei Finnen, aber der Spieler des Tages war ein Kanadier, Darcy Kuemper. Der 30jährige vollbrachte im Spiel gegen die leicht favorisierten Predators vierzig Glanztaten und brachte so die Serienführung seines Teams unter Dach und Fach. Clayton Keller, Stürmer der Coyotes: „Kuemper gibt uns eine Menge Selbstvertrauen. Er war das ganze Jahr über unser bester Spieler und wird sein Ding weiter machen. Er ist einer der besten seiner Zunft.“ Noch schöner für die Fans. Erstmals hatten sich die Coyotes für eine Play-Off-Runde seit 2012 qualifiziert und der heutige Erfolg war der erste seit dem 20. Mai 2012, als es durch zwei Tore von Shane Doan ein 2:0 im Conference-Finale gegen die Los Angeles Kings gab.

Der Start der Coyotes gegen die Predators war jedenfalls fulminant. Oliver Ekman-Larsson brachte das 1:0 schon in der achten Minute. Nur zwei Minuten später erhöhte Christian Dvorak aus Nahdistanz zum 2:0. Zuvor waren Phil Kessel und Taylor Hall an Predators-Keeper Juuse Saros gescheitert. Als Nashvilles Stürmer Matt Duchene in der 15. Minute auf die Strafbank musste, nutzte dies Clayton Keller nach Vorlage von Phil Kessel und Christian Dvorak aus. Zum Glück für Nashville traf Philip Forsberg exakt zwei Sekunden vor der ersten Drittelpause zum 1:3, wobei der anfangs erwähnte Kuemper den Schuss zwar abwehren konnte, die Scheibe sich aber über seine Schulter selbstständig machte und ins Tor fiel. In der 37. Minute dann die Vorentscheidung. Nashville hatte ein Powerplay, der einzige Österreicher im Spiel, Arizonas Michael Grabner spritzte zwischen ein Zuspiel, fuhr einen direkten Konter, überwand Saros und es stand zum Entsetzen von Nashvilles Trainer John Hynes 4:1 für Arizona. Michael Grabner: „So ein Tor gibt einem den nötigen Schwung für eine schwierige Serie. Wir können es schaffen.“

Doch zuvor wurde es für die Coyotes noch ein hartes Stück Arbeit. Bereits nach dreißig Sekunden im dritten Drittel verkürzte Ryan Ellis im Powerplay auf 2:4. Kuemper war dabei die Sicht versperrt. Auch das dritte Tor von Nashville entsprang einer Powerplay-Situation. Filip Forsberg verkürzte bereits in der 49. Minute. Danach erhöhten die Predators, die im Spiel auf die Dienste von Korbinian Holzer verzichteten, weiter den Druck, aber die Coyotes hielten diesem stand und brachten das 4:3 über die Ziellinie. Coyotes-Trainer Rick Toccet: „Meine Mannschaft zeichnet die Kommunikation aus. Sie reden die ganze Zeit miteinander und zeigen so, dass sie sich als Team fühlen. Das ist es, was man braucht für große Taten.“ Auf der anderen Seite endete eine große Serie für Nashvilles Keeper Pekka Rinne. Seit dem 16. April 2010 hatte Rinne in 89 Play-Off-Begegnungen hintereinander im Tor gestanden, jetzt war sein Nachfolger Saros dran. Dazu Predators-Trainer John Hynes: „Wer im zweiten Spiel im Tor stehen weiß ich noch nicht. Nach dem mäßigen ersten Drittel zeigte Saros danach eine konzentrierte Leistung. Unser Gegner hat im ersten Drittel sehr gut gespielt und alle Chancen genutzt.“

Philadelphia Flyers – Boston Bruins 4:1 (0:0,3:1,1:0)

Serienstand: 1:0

Eine starke Leistung der Flyers verhagelte den Bruins den Start in die Platzierungsrunde. Dabei hatten die Bruins in den ersten zwanzig Minuten einige Torchancen, aber Flyers-Torhüter Carter Hart verhinderte für sein Team schlimmeres. Im zweiten Drittel dann ein Schock für Boston. Nach brillantem Pass in die Spitze von Travis Sanheim versenkte der Österreicher Michael Raffl die Scheibe per Rückhand an Bostons Keeper Jaroslav Halak vorbei zum 1:0. Beim 2:0 in der 30. Spielminute konterten die Flyers schnell und Nate Thompson jagte das Spielgerät an Halak vorbei in die Maschen. Jetzt musste Boston kommen, tat dies auch und schien in der 39. Minute endlich das Glück auf seiner Seite zu haben, als Chris Wagner direkt vor Keeper Carter Hart die Scheibe erhielt und diesen mit einem Drehschuss ins lange Eck überraschte. Die Freude der Bostoner Anhänger hielt genau acht Sekunden, dann führten die Flyers wieder mit zwei Toren Vorsprung. Bostons Stürmer Charlie Coyle rutschte in seiner Verteidigungszone aus, Teamkollege Anders Bjork war noch in der Vorwärtsbewegung und überließ Philippe Myers den Puck und dieser nutzte die einmalige Chance mit einem Handgelenkschuss aus. Fast eine Parallele dann das 4:1 in der 45. Minute. In diesem Fall verdaddelte Bruins-Defender Brando Carlo die Scheibe an Scott Laughton, dieser startete durch und überwand mit einem Schuss ins linke obere Eck Bostons Keeper Jaroslav Halak. Bostons Trainer Bruce Cassidy war nach dem Spiel auch entsprechend bedient: „Ein komplett gebrauchter Tag von uns. Wir haben so viel falsch gemacht, dass die Flyers gar nicht verlieren konnten. Jetzt müssen wir viel korrigieren, damit es ab sofort besser läuft.“

Colorado Avalanche – St. Louis Blues 2:1 (0:1,0:0,2:0)

Serienstand: 1:0

Das war ein absolut verrücktes Finish, das zuvor keiner erwartet hatte. Eine Zehntelsekunde vor Spielende gelang Nazem Kadri in Überzahl Colorados Siegestor. Dabei war der Start gar nicht nach dem Geschmack von Colorado. St. Louis, dass als selbstbewusster Titelverteidiger auftrat, gelang in der 17. Minute, ebenfalls in Überzahl, die Führung, als David Perron mit einem Diagonalschuss traf. In den zweiten zwanzig Minuten waren beide Mannschaften sehr aktiv, erspielten sich viele Chancen aber die Defensivreihen beider Parteien waren auf der Hut und die Keeper, Philip Grubauer bei den Avalanche und Jordan Binnington bei den Blues zeigten, warum sie zu den besten Keepern der NHL gehören.

Im dritten Drittel fiel dann doch das hochverdiente 1:1 für Colorado nach einer nicht zu erwartenden Finte von Ryan Graves. Der 25jährige Kanadier, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, kam in Nahdistanz zum Schuss, traf den Puck nicht richtig, brachte aber die gerade verteidigenden Blues-Spieler Brayden Schenn und Marco Scandella aus dem Konzept, kam ein zweites Mal zum Schuss und diesmal traf er. Mit dem 1:1 schien es in die Verlängerung zu gehen, als Gabriel Landeskog zwei Sekunden vor Spielende Binnington prüfte, der Puck von der linken Schulter des Torhüters abprallte direkt auf den Schläger von Kadri und der keine Probleme mit dem Siegestor hatte.

Fair nach dem Spiel Colorados Trainer Jared Bednar: “Das war äußerst knapp. St. Louis war sehr stark und stellenweise auch besser. Wir hatten Glück und auch einen großen Siegeswillen, mit dem wir noch weit kommen können. Ja, und Grubauer war heute ausgezeichnet. Nach dem Gegentor zeigte er seinen fantastischen Siegeswillen. Jetzt kommen erst einmal Dallas und Vegas auf uns zu und diese beiden Mannschaften denken ebenso wie wir. “ Blues-Stürmer Ryan O`Reilly: „Es ist frustrierend so zu verlieren, zumal Binnington hervorragend gespielt hat. Wir hätten in der Overtime eine gute Siegeschance gehabt. Jetzt müssen wir einen Weg finden wie wir wieder aus dem Tief herausfinden.“


Columbus Blue Jackets – Toronto Maple Leafs 2:0 (0:0,0:0,2:0)

Serienstand: 1:0 

Columbus-Trainer John Tortorella stand vor dem Spiel in Toronto vor der schweren Frage, welchen Keeper er einsetzen sollte. Er selbst nannte einen Münzwurf kompetenter, denn er hatte die Wahl zwischen dem Finnen Joonas Korpisalo und dem Letten Elvis Merzlikins, der in der letzten Saison noch im schweizerischen Lugano die Pucks gefangen hatte. Tortorella entschied sich für Korpisalo und lag in diesem Fall richtig, denn der Finne hexte sein Team zum Sieg gegen Toronto und bescherte seiner Mannschaft den ersten Shut-out in einer Play-Off-Phase seit Beginn der Franchise im Jahr 2000. Korpisalo realisierte 28, teilweise spektakuläre, Paraden, meinte aber nach dem Spiel, dass seine Jungs vor ihm auch ein exzellentes Defensivspiel hingelegt hätten.

Auf der anderen Seite zeigte sich der für Toronto antretende dänische Nationaltorhüter Frederik Andersen kaum schwächer. Er musste 36mal einschreiten, musste sich nur zweimal geschlagen geben. Dazu Toronto-Stürmer Zach Hyman: „Columbus hat Play-Off-Hockey gespielt, d.h. sehr konstruktiv und zielstrebig. Wir haben uns bemüht, aber wenn man nicht trifft kann man auch keine Spiele gewinnen.“

Eine verständliche Reaktion, denn die Maple Leafs hatten leichte optische Vorteile, konnten sich auch einige Topchancen herausarbeiten. Die beste hatte im Mitteldrittel Auston Matthews, der mit seiner Direktabnahme alles richtig machte und trotzdem an Korpisalo scheiterte. Wie aus dem nichts fiel dann in der 41. Minute das 1:0 für Columbus, als Cam Atkinson, nicht gut bedrängt von Morgan Rielly, abziehen konnte und Andersen im Tor der Maple Leafs auch nicht die beste Figur abgab. Die Führung bestärkte die Blue Jackets in ihrem Selbstbewusstsein und das Team aus Ohio ließ jetzt gegen die physisch nachlassenden Kanadier kaum noch Chancen zu. Da sie selbst in der Offensive auch nichts mehr zustande brachten, musste ein Empty-Netter, 19 Sekunden vor Schluss von Alexander Wennberg erzielt, für die Entscheidung herhalten.

Der Torschütze zum 1:0 Cam Atkinson nach dem Spiel: „Beim Schuss habe ich die Augen geschlossen und gehofft.  Mit dem Tor habe ich nicht gerechnet, der dann aber um so schöner war und mich beflügelte.“

Minnesota Wild – Vancouver Canucks 3:0 (1:0,1:0,1:0)

Serienstand: 1:0

Auch in dieser Partie wurde das Spiel zwischen den beiden Torhütern entschieden. Interessant dabei, dass der Stammkeeper von Vancouver, Jacob Markström, fast fünfmal höher entlohnt wird als die Nr. 2 von Minnesota Alex Stalock und doch stahl der, im direkten Vergleich, 14cm kleine Stalock seinem großen Konkurrenten die Schau. Beeindruckend nach dem Spiel der selbstkritische Kommentar von Markström: „"Das war nicht der erhoffte Rundenstart und ich hatte einen ziemlichen Anteil an der Niederlage, muss zwei Tore auf meine Kappe nehmen. Dagegen hat Stalock keinen Fehler gemacht, kein Gegentor zugelassen und somit haben die Wild das Spiel verdient gewonnen. Wir müssen uns deutlich verbessern, wenn wir noch einmal zurückkommen wollen.“ Für den Spieler des Tages Alex Stalock war es im Übrigen der erste Einsatz, der über die reguläre Saison hinaus geht, seit dem April 2014, damals noch im Trikot der San Jose Sharks. Ziemlich entgegen kam den Wild natürlich ihr Blitzstart, wobei Markström der erste seiner zwei groben Schnitzer passierte. In der dritten Minute versuchte Kevin Fiala einen Gewaltschuss von der blauen Linie, den Markström klar sehen konnte und trotzdem unter seinen Schonern durchrutschen ließ. Auch wenn Markström im Laufe des ersten Drittels ein paar gefährliche Angriffe stoppen konnte, der Rückstand nagte schwer am Offensivspiel der Canucks. Beim 2:0 in der 30. Spielminute, erzielt von Jared Spurgeon war Markström ebenfalls nicht chancenlos, weil er die Beine beim Schuss nicht zusammenbekam. Im dritten Drittel versuchte Vancouver alles, konnte aber die gegnerische Defensive nicht überwinden. Dafür traf in der Schussminute Jared Spurgeon mit einem Empty-Netter zum Endstand 3:0. Der Torschütze zum 1:0 Kevin Fiala: „Ich bin froh wieder zurück zu sein. Das Team hat heute einen unglaublichen Job gemacht, war vor allem diszipliniert und hat sich gegenseitig unterstützt. So muss eine Mannschaft funktionieren.“ Canucks-Stürmer Elia Pettersson sah es nüchtern: „Minnesota ist sehr erfahren und das hat man gemerkt. Es war das zu erwartende hochintensive Spiel und ich freue mich schon jetzt auf die nächste Begegnung.“ 

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