Geoff Ward: Konnte Olympia als Fan genießenDer Co-Trainer der Boston Bruins

Geoff Ward - Foto: Ivo JaschickGeoff Ward - Foto: Ivo Jaschick
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Herzlichen Glückwunsch, Sie haben mit Ihren Boston Bruins in einer sehr guten Partie hier im Madison Square Garden mit 6:3 gewonnen – wie haben Sie das Spiel gesehen?

Danke! Wir haben das Spiel relativ langsam angefangen und mussten uns erst hineinfinden. Wir mussten uns nach der Olympiapause wieder richtig organisieren - das ist uns heute Abend wieder sehr gut gelungen. Über den körperlichen Einsatz und Willen haben wir unseren Weg wieder gefunden!

Wie haben die Bruins die Olympiapause überstanden? Gestern wurde gegen die Capitals verloren!

Die Pause war auf alle Fälle gut für uns! Wir haben in den letzten Jahren sehr viel Eishockey gespielt und sind in den letzten drei Spielzeiten zweimal bis ins Finale vorgestoßen. Wir haben also genug Hockey gespielt und deswegen kam uns die Pause ganz gelegen. Zugegeben, wir hatten keinen allzu guten Start nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebes – aber da machen wir uns keine großen Gedanken, da dies normal ist. Wir können eine gewisse Entwicklung feststellen, dass wir mit jedem Spiel nach der Pause einen Schritt nach vorne gemacht haben. Lassen wir das erste Drittel des heutigen Spiels mal beiseite, so haben wir dann doch gezeigt, wozu wir in der Lage sind!

Olympia – für welches Team hat Ihr Herz geschlagen? Die Liga und Ihre Spieler sind international – Sie haben fast in jeder Mannschaft einen Akteur!

(lachend) Ja, das ist wahr! Aber ich bin, tief in meinem Herzen, ein Kanadier und habe deswegen auch zu Kanada gehalten. Aber selbstverständlich wollte ich auch, dass unsere Spieler – auch wenn sie auf der anderen Seite stehen, den größtmöglichen Erfolg haben! Es war ein tolles, ein schönes Turnier – auch weil ich es nicht aus der Trainerperspektive beobachten musste, sondern es als Fan genießen konnte! Ich saß auf der Couch und konnte mich an den Spielen erfreuen. Auf einen kurzen Nenner gebracht: Ich war froh das Kanada Gold gewonnen hat, aber mindestens genauso erleichtert, dass unsere Bruins-Jungs gute Leistungen gezeigt haben!

John Tavares von den New York Islanders hat eine schwere Knieverletzung bei Olympia erlitten. Die NHL-Teams stehen einer Unterbrechung des Spielbetriebs für Olympia so wie so mit gemischten Gefühlen gegenüber – wie werden die Vereine in Zukunft entscheiden?

Die Diskussionen über dieses Thema werden durch die Verletzungen bei Olympia natürlich weiter angeheizt werden. Auf der einen Seite kann ich verstehen, dass es Fragen über einen Einsatz von NHL-Spielern während einer Saison gibt, aber auf der anderen Seite sind Verletzungen ein Bestandteil des Eishockeyspiels. Die Akteure können sich natürlich verletzen, aber auch vor so einem Turnier. Es wird auf jeden Fall eine interessante Debatte zu diesem Thema geben und ich bin mal gespannt, wie sie ausgehen wird!

Wer wird aus Ihrer Sicht Stanley-Cup-Gewinner 2014?

Das ist schwer zu sagen! Es gibt sehr viele Mannschaften, die das Zeug zum Champion haben! Wir gehören sicherlich auch dazu. Es sind noch 21 Partien bis zum Play-off Start und das Wichtigste dürfte sein, diese zu erreichen. Unser Fokus liegt ganz klar darauf, dass wir zum Start der Endrunde, dem wichtigsten Teil der Saison, unser bestes Eishockey spielen. Wir haben in den letzten drei Jahren genug Erfahrung gesammelt und so wissen wir auch, wie wir bis ins Finale kommen könnten. Dabei spielen Faktoren wie Gesundheit, Selbstbewusstsein und Vertrauen ins eigene Spiel eine große Rolle.

Ist noch irgendwie ein Trade zur kommenden „Deadline“ geplant? Im letzten Jahr wurde noch ein wichtiger Mann aus Pittsburgh losgeeist – Jerome Iginla!

Das ist eine Angelegenheit des Managements und ich als Assistant Coach werde da nicht mit einbezogen. Peter (Chiarelli) unser GM führt dann auch die Telefonate. Klar, sollte ein Spieler zu haben sein, der unser Spiel noch weiter voranbringt, werden wir noch aktiv!

Vielen Dank für die offenen Worte und viel Glück!