Fünf Deutsche im CHL-Import-Draft gezogenDie Nachwuchs-Chance in Übersee

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Am Dienstagabend begann der CHL-Import-Draft. Die drei besten Nachwuchsligen Nordamerikas, bestehend aus der Western Hockey League (WHL), Ontario Hockey League (OHL) und Quebec Major Junior Hockey League (QMJHL) zogen die besten Nachwuchsspieler aus Europa. Die insgesamt 60 Teams dürfen in jeder Saison zwei ausländische Spieler aufs Eis schicken.

Am Dienstag fingen die Acadie-Bathurst Titan an und zogen Vladimir Kuznetsov. Sollte übrigens eines der Teams bereits mit einem oder zwei Importspielern ausgestattet sein, so können die Teams ohne weiteres passen und auf einen Draft verzichten. Der Draft ist für die Teams allerdings relativ wichtig, da die Importspieler meist als Aushängeschilder des Teams dienen müssen. So kommt es oft vor, dass sich die Teams der CHL im Vorfeld vertraglich bei den Spielern absichern, dass die jungen Cracks tatsächlich nach Nordamerika kommen. Denn ein junger Spieler, der nicht nach Nordamerika wechseln möchte, wäre ein „verschwendeter“ Pick.

In diesem Jahr wurden fünf Deutsche von CHL-Teams ausgewählt. Der Erste ist Max Kislinger von Red Bull Salzburg. Der 17-Jährige wurde an 48. Stelle vom North Bay Battalion gezogen. Kislinger spielte in der letzten Saison hauptsächlich in der U18-Mannschaft von Red Bull Salzburg und kam in 27 Spielen auf fünf Tore und sieben Assists bei 51 Strafminuten. Für Kislinger ist es schon der zweite Einsatz in Nordamerika. 2013/14 war Kislinger bereits in Peterborough in den AAA Minors aktiv. Neben der Schule, die er besuchte, spielte er für Peterborough und kam inklusive der Play-offs auf 45 Spiele, 18 Tore und 17 Vorlagen. Der Sohn von Georg Kislinger spielt in der kommenden Saison in der OHL.

Direkt nach Kislinger kam Manuel Wiederer (hierzu das Hockeyweb-Gespräch mit Wiederer) von den Straubing Tigers. Nach 29 DEL-Spielen und Einsätzen für den ESV Kaufbeurern in der DEL2 drafteten ihn die Moncton Wildcats. In der QMJHL wird Wiederer allerdings nicht „alleine“ sein, denn an 109. Stelle zogen die Wildcats erneut einen Deutschen: Maximilian Gläßl kommt ebenfalls von Red Bull Salzburg. Dort spielte der Verteidiger in der russischen Nachwuchsliga, schoss ein Tor bereitete vier weitere Treffer in 35 Spielen vor. „Natürlich freue ich mich, gezogen worden zu sein. Im Mutterland des Eishockeys, in der höchsten Junioren-Liga spielen zu dürfen, ist wirklich eine große Ehre für mich“, sagte er gegenüber Hockeyweb. Er fuhr fort: „Solch eine Chance bekommt man nicht oft im Leben, deswegen werde ich sie nutzen“, sagte er auf die Frage, ob er den Sprung nach Nordamerika wagen wird.

Kurz vor Ende des Draftes wurde noch Jakob Mayenschein von den Erie Otters ausgewählt. Die Otters „verloren“ gerade erst ihr Supertalent Connor McDavid an die NHL. Große Fußstapfen, in die Mayenschein treten muss. Dies wird aber auch nicht sein Ziel sein. Sein Hauptaugenmerk dürfte auf einer guten ersten Saison liegen.

Aber bevor Mayenschein gezogen wurde, kam es noch zu einer kleinen Besonderheit. Die Sarnia Sting drafteten Louis Latta. Es ist insoweit besonders, da die Sarnia Sting bereits vor einigen Jahren Schauplatz der Künste eines Lattas waren. 2010 wurde Nick ebenfalls von den Sarnia Sting gedraftet und spielte fortan vier Jahre für die Sting. „Ich freue mich, das ist eine Riesenchance für mich, die ich nutzen werde, die nicht jeder bekommt“, freut sich Louis Latta über den Draft. Für ihn ist „es sehr besonders, da ich auch durch meinen Bruder weiß, dass es eine Top-Organisation ist.“ Auch glaubt er, dass es vorteilhaft war, dass sein Bruder in Sarnia aktiv war. „Es hat sicherlich geholfen, dass er dort erfolgreich spielte und Kapitän war.“ Aber bei Louis läuft es ein wenig anders ab. Er wird erst seine Schule hier in Deutschland beenden und dann nach Sarnia wechseln. Vorerst spielt er also für das DNL-Team der Kölner Haie.

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