„Es war der absolute Höhepunkt!“

Stanley-Cup-Gewinner und Ex-Bundestrainer Uwe Krupp, Foto: Daniel Fischer (stock4press)Stanley-Cup-Gewinner und Ex-Bundestrainer Uwe Krupp, Foto: Daniel Fischer (stock4press)
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1996 war es, als Uwe Krupp mit Colorado Avalanche den Stanley Cup als erster Deutscher gewann. Dazu schoss er das entscheidende Tor in der dritten Verlängerung des vierten und letzten Spiels gegen die Florida Panthers. Ein weiterer Cup-Sieg folgte 2002 mit den Detroit Red Wings. Im Hockeyweb-Interview erzählt der 45-Jährige von seiner Stanley-Cup-Zeit, den zwei deutschen NHL-Finalisten und wie es für ihn als Trainer der Kölner Haie weitergeht.

Herr Krupp, wie war das damals für Sie, als erster Deutscher den Stanley Cup in den Händen zu halten – noch dazu als Torschütze des Siegtreffers im entscheidenden Spiel?

Es war der absolute Höhepunkt, wie für jeden NHL-Spieler. Ich war der erste deutsche Spieler im Ausland, in der NHL und dann gewinn ich auch noch den Stanley Cup. Aber ich muss zugeben, dass mir das in dem Moment gar nicht so viel bedeutet hat. Mir ging es einfach nur darum, mit meiner Mannschaft den Cup gewonnen zu haben.

Fünf Jahre später hatten Sie ein weiteres Mal die Ehre, den Cup zu gewinnen – diesmal mit den Detroit Red Wings. Doch leider konnten Sie verletzungsbedingt nur in zwei Play-off-Spielen auflaufen, so dass laut Reglement Ihr Name nicht auf dem Pokal festgehalten wurde.

Ja, das war eine ganz andere Situation. Ich hatte einige Verletzungen und eine andere Rolle. Ich war aber die ganze Zeit bei der Mannschaft, in jeder Runde, habe im Training die jüngeren Spieler unterstützt. Mein Job war es, die Atmosphäre im Team zu komplettieren. Daher bin ich auch auf den zweiten Cup stolz, obwohl es schwierig war, nicht zu spielen.

Jeder Stanley-Cup-Sieger darf den Pokal für zwei Tage mit nach Hause nehmen. Hier gibt es spektakuläre Geschichten von Spielerkollegen. Die Nutzung der Trophäe als Blumenvase dürfe noch eine der harmlosesten sein. Welche „Funktion“ hatte der Cup bei Ihnen?

1996 hatten wir eine Party bei mir zu Hause in Colorado, so dass Freunde und Familie den Pokal bewundern konnten. Das zweite Mal wohnte ich bereits in Montana. Da der Cup noch nie dort war, habe ich ihn in Seeley Lake ausstellen lassen. Er wurde in der Stadt präsentiert, unter anderem in der Turnhalle. Doch im Nachhinein tut es mir leid, den Cup nie nach Deutschland mitgenommen zu haben. Aber das können ja jetzt Christian oder Dennis nachholen.

Wie aufs Stichwort: Christian Ehrhoff und Dennis Seidenberg – beide stehen im NHL-Finale und einer von ihnen wird Ihr deutscher Nachfolger als Stanley-Cup-Gewinner sein. Sie kennen beide: Was sind ihre Stärken?

Beide sind unterschiedliche Verteidiger. Bei Christian liegen die Stärken vor allem in der Offensive, im Powerplay hat er den nötigen Druck und sein Schuss von der blauen Linie ist seine Waffe. Dennis hat eine andere Rolle. Er hat in seinem Team als Verteidiger die meiste Eiszeit und die meisten geblockten Schüsse. Es ist bemerkenswert, was für ein Pensum er leistet. Vor zwei Jahren hätte ich noch gesagt, Christian ist der bessere Spieler, aber man muss die Arbeit von Dennis wirklich anerkennen. Beide sind Leistungsträger auf ihre Art.

Der DEB hat entschieden: Ihr Nachfolger als Bundestrainer ist Jakob Kölliker. Denken Sie, er wird Ihre Arbeit der vergangenen Jahre mit dem Nationalteam fortführen?

Dazu kann ich nichts sagen, doch ich hoffe es natürlich. Es war die Entscheidung des Präsidenten, ich hatte mit dem ganzen Prozess nichts zu tun. Aber ich kenne Kölliker natürlich als Assistenztrainer von Ralph Krueger im Schweizer Nationalteam und als Coach der U20-Mannschaft. Unsere Tätigkeiten waren ja nahezu gleichzeitig.

Herr Krupp, wie geht es nun in den kommenden Wochen für Sie weiter?

Ich bin gerade in Köln, werde aber bald zum NHL-Draft in die Staaten fliegen und am Coaches Symposium teilnehmen. Danach geht es dann weiter mit der Saisonvorbereitung bei den Haien, den letzten Spielerverpflichtungen. Die jungen Deutschen sind ja bereits am Trainieren.

Apropos junge deutsche Spieler: Ihr Sohn spielt kommende Saison für die Füchse Duisburg, den Kooperationspartner der Haie. Haben Sie schon daran gedacht, Björn bald nach Köln zu holen?

Das ist noch eine Zukunftsvision. Duisburg bietet mit seinen Förderlizenzen viele Möglichkeiten. Wir werden die Vorbereitungsspiele abwarten, die Spieler werden noch getestet. Dann werden wir sehen.

Zum Schluss noch Ihr Tipp: Wer holt den Stanley Cup?

Das ist schwer zu sagen, im Spekulieren bin ich nicht so gut. Aber ich würde sagen, dass die Mannschaft, die das zweite Spiel gewinnt, den Cup holen wird.


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