Eishockey-Fan Frank Göbel: Mein Tag mit Leon Draisaitl Kölner Haie gegen Edmonton Oilers: Ein Feiertag!

Fantastische Stimmung: Die Arena war total ausverkauft. (picture alliance/nordphoto (1), Hockeyweb)Fantastische Stimmung: Die Arena war total ausverkauft. (picture alliance/nordphoto (1), Hockeyweb)
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Da war er nun. Der große Tag, an dem die Edmonton Oilers ihr Vorbereitungsspiel bei den Kölner Haien antreten würden. Connor McDavid, Leon Draisaitl oder Milan Lucic. Die Aufregung kannte gar kein Ende mehr. Und der KEC? Steven Pinnizotto, Ryan Jones oder Gustaf Wesslau sind die Namen auf der anderen Seite.

DEL gegen NHL, da prallen Welten aufeinander.

Als ich in Köln ankomme, merkt man schon, das hier heute was los ist. Zu dem üblichen Treiben am Hauptbahnhof sieht man viele bunte Eishockeytrikots aus allen Ligen. Man kommt wie üblich schnell ins Gespräch und dient als Wegweiser zur Lanxess-Arena. Aber auch Erfahrungsaustausch steht oben auf der Agenda auf den Weg zum Spielort. Man bejammert sich fast gegenseitig, weil man viel zu viel Geld für ein Testspiel ausgegeben hat. Und immer wieder die Entschuldigung : „…wann sieht man schon mal McDavid und Draisaitl…?“ Zugegeben, das lindert den schmerzlichen Verlust über hart erarbeitetes Geld nicht ganz, aber dafür gibt es ja in Köln die Kioske, die ihr Getränkeangebot zu sehr angenehmen Preisen verkaufen.

An der Halle mit dem Henkel angekommen gibt es keinen Zweifel, ganz Eishockey-Deutschland ist heute hier um das Vorbereitungsspiel gegen die Oilers zu sehen.


Letzten Endes sind es aber nur 18.400 Zuschauer, die in die Halle dürfen. Wie viele es vor dem Fernseher sind, die an diesem wunderschönen Feiertag nichts besseres zu tun haben und Sport1 kucken, wird man erst in den nächsten Tagen erfahren.

Die NHL ist natürlich nicht nur zum Spaß hier. Es geht um Kundenbindung /-gewinnung. Neben Torwandschießen und Messung des Schlagschusses, kann man sich auch eine persönliche Spielerkarte anfertigen lassen. Wenn man denn die lange Schlange davor bewältigt hat. Ich belasse es beim Torwandschießen und entspanne noch auf der Grünanlage bevor der Zirkus losgeht. In der Arena ist das Gewusel riesig. So voll ist es eigentlich nur gegen Düsseldorf. Wenn es Freikarten gibt. Schon beim Warm-Up kennt das Staunen kein Ende. McDavid und Draisaitl schlagen Pässe, wo sich „normale“ Sterbliche beide Arme brechen würden.


Hat Edmonton eigentlich auch Fans mitgebracht? So genau kann man das nicht sagen. Viele Deutsche haben verständlicherweise eine Oilers-Trikot an. Aber hier und da nimmt man englische Konversationen auf. Aber ich wage zu behaupten, dass nicht viele den Weg aus Edmonton zu diesem Spiel gemacht haben. Auf jeden Fall ist Bude gerammelt voll und ja, es wurden auch negative Stimmen laut. Die langen Schlangen an gewissen Shops waren natürlich nicht gut, aber ich denke, an Tagen wie diesen nachzuvollziehen. Ob man jetzt noch einen Shop hätte aufmachen müssen, ist reine Theorie. Aber vielleicht plant man sowas dann beim nächsten Spiel.


Und das Spiel an sich? Großes Tennis! Die Haie haben hier eine gute Partie abgelegt. Hätte man so am Freitag gegen Straubing (0:1) gespielt, wäre wohl ein Sieg drin gewesen. Aber der heutige Gegner ließ wohl viele Spieler zur Höchstform auflaufen. Profi hin oder her.

Die Stimmung war klasse. Beide Stehblöcke unterstützten die Haie lautstark. Als Jason Akeson zum 1:1 ausglich, stand die Halle Kopf. Nach 60 Minuten und einem bemerkenwerten 3:3 wusste man, dass man hier eine tolle Werbung für den Sport gemacht hat. Der Siegtreffer für die Oilers durch Strome war da eigentlich nur eine Fußnote.

Aber waren die Haie jetzt so gut oder die Oilers so schlecht? Der Jetlag könnte den ein oder anderen Spieler hier noch zugesetzt haben. acht Stunden Unterschied ist nicht gerade wenig und der Körper braucht Zeit, um sich daran zu gewöhnen.Die Größe der Eisfläche könnte den Haien in die Karten gespielt haben. In der NHL spielt man bekanntlich auf einer kleineren Eisfläche.

Was auch immer die Gründe waren, heute hat das Eishockey gewonnen. Und egal, ob du gestern Haie-Fan oder Oilers-Fan warst. Es hat einfach Spaß gemacht.

Auf dem Weg zurück zum Bahnhof gibt es natürlich noch viel Gesprächsbedarf. Auch mit Menschen, die man nicht kennt, kommt man schnell zusammen. Egal ob man Anhänger der Hannover Indians oder Herforder Ice Dragons ist.

Und was passiert jetzt? Bill Daly, der Deputy Commissioner der NHL, war vom Spielort Köln sehr angetan. Auch Oilers-Coach McLellan war von der Atmosphäre in der Arena beeindruckt. Die NHL hat schon in Aussicht gestellt vielleicht auch für ein reguläres Spiel nach Köln zurückzukehren. Auch wenn man hier geraderücken sollte, dass es selbst für ein NHL-Team ein enormer logistischer Aufwand ist. Nicht vergessen war die Aktion der Boston Bruins, die im vergangenen Jahr in China für einen Sponsor Halt gemacht haben. Es gab via Twitter Spielertweeds, die der Reise eher skeptisch gegenüberstanden.

Egal, gestern war ein wahrer Feiertag für uns alle.

Erfreuen wir uns noch daran, bevor es am Freitag wieder mit dem Liga-Alltag weitergeht.


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