Eisbären: Nathan Dempsey - Verstärkung vom großen Bruder aus LA?

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Der hauptstädtische DEL-Vertreter schickt sich offenbar an, seine mitunter bröckelige Verteidigung weiter zu verstärken. Was der „Tagesspiegel“ bereits kürzlich als Gerücht zu vermelden wusste, wird wohl nach der Länderspielpause Realität: Verteidiger Nathan Dempsey von den LA Kings wird bis zu einem möglichst späten Saisonende die Lücken im Abwehrgefüge des Vizemeisters stopfen. In Hohenschönhausen ziert man sich zwar noch, aber die Gerüchte um eine Verpflichtung des Rechtsschützen verdichten sich insofern, als dass die NHL.PA den 30-jährigen bereits als in Europa und dort bei den Eisbären spielendes Mitglied führt. Der in Spruce Grove (Kanada) geborene Defender ist zwar alles andere als ein Megastar, absolvierte aber in der vergangenen Spielzeit seine punktbeste NHL-Saison (12 Tore/ 20 Assists), die er im Trikot der Chicago Blackhawks begann. Am 2. März des Vorjahres wechselte er für ein Viertrunden-Draftrecht aus „Windy City“ in die kalifornische Metropole zu den Kings. Dempsey stand 196 mal auf NHL-Eis nachdem er 1992 von den Toronto Maple Leafs gedraftet wurde und erzielte dabei bisher insgesamt 19 Tore und 57 Assits. Insbesondere seine AHL-Statistiken lassen darauf schließen, dass er ein eher offensiv orientierter Defenseman ist. Neben dem gerade für das Powerplay so wichtigen Vorzug eines Rechtsschützen sammelte Dempsey lediglich bescheidene 66 Strafminuten auf seinem eigenen Sünderkonto an, was sich im Hinblick auf die hiesige Regelauslegung durchaus als positiv erweisen könnte. Wird dieser Transfer in den nächsten Tagen auch offiziell bestätigt, vermutlich erst wenn EHC-Manager Peter John Lee aus der Schweiz und Coach Pierre Pagé von seinem Super Bowl-Trip zurückgekehrt sind, ist Dempsey erst der zweite Spieler, der innerhalb der Anschutz-Organisation zu den Eisbären wechselt. Nationaltorsteher Oliver Jonas bildete hier bisher die Ausnahme.

In Nordamerika nimmt die mittlerweile nervende Hängepartie zwischen Spielergewerkschaft und den Besitzern der NHL-Klubs kein Ende. Beide Seiten trennten sich nach mehrstündigen Gesprächen in den vergangenen Tagen erneut ohne ein greifbares Ergebnis. Dass die „Big Boys“ mit Comissioner Gary Bettman und NHL.PA-Boss Bob Goodenow seit längerem wieder in die Verhandlungen involviert waren, verhalf der Sache scheinbar auch nicht zu nennenswerten Fortschritten. Auf Spielerseite beginnt es allerdings inzwischen zu rumoren, forderten doch Stars wie Enfant Terrible Jeremy Roenick eine Abstimmung unter den Spielern, ob eine der vorgeschlagenen Salary Cap-Versionen zu akzeptieren und damit der Spielbetrieb noch in dieser Saison aufgenommen werden könne. Ob es dazu kommt, bleibt, trotz eines sich immer mehr schließenden Zeitfensters, weiter abzuwarten.

Derweil folgen viele Gewerkschaftsmitglieder, also die Spieler, der Empfehlung ihrer Interessenvertretung und nehmen Engagements auf dem alten Kontinent an, wie zuletzt die beiden Goalies Jean-Sebastien Giguere (Anaheim) in Hamburg und Nationaltorhüter Olaf Kölzig bei den Eisbären in Berlin.

Nun, so lange sich die Herrschaften in Übersee im Streit um das liebe Geld nicht einig werden, bleibt den Fans hierzulande, zumindest bis 15. Februar wenn die Transferliste schließt, das fast vorweihnachtliche Gefühl der frohen Erwartung auf noch mehr Lockout-Cracks also weiter erhalten. (mac - Foto: NHL)


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