Eine neue ÄraNHL Teamcheck: Detroit Red Wings

Datsyuk und Zetterberg-Veteranen und Führungsspieler (Foto: Imago)Datsyuk und Zetterberg-Veteranen und Führungsspieler (Foto: Imago)
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Bei den Detroit Red Wings beginnt eine neue Ära. Nach 10 Jahren verließ im Sommer Headcoach Mike Babcock die Wings und  unterschrieb bei den Toronto Maple Leafs. Das Team aus Michigan konnte in der letzten Saison zum 24. Mal in Folge in die Playoffs einziehen, die längste Serie aller US Sport Teams. Besonders zeichnet sie der Mix aus sehr starken Veteranen und talentierten jungen Spielern aus. Das ganze System ist von Kopf bis Fuß durchdacht. Die Red Wings draften seit Jahren sehr gute Spieler, sie haben vermutlich das beste Scouting aller NHL Teams in Europa. Eine Besonderheit in der Ausbildung junger Spieler ist, dass sie immer die gleiche Rolle spielen. Egal ob in den Juniorenteams oder in der AHL. Der Sprung in die NHL fällt diesen Spielern deutlich leichter, da sie auf der großen Bühne genau diese Rolle einnehmen, die sie zuvor gelernt haben. Die besten Beispiele aus der nahen Vergangenheit sind Tomas Tatar und Gustav Nyquist.

Der Verlust von Babcock wiegt natürlich schwer. General Manager Ken Holland entschied sich gegen einen neuen externen Headcoach und ernannte Babcocks Assistenten Jeff Blashill zum neuen Headcoach des Teams. Dies ist auch ein Beispiel dafür, dass man in Detroit eher an der Kontinuität, als an kurzfristigen Erfolgen interessiert ist. Dennoch, der letzte Stanley Cup, der Titelverwöhnten Franchise aus Detroit, liegt schon 8 Jahre zurück. Dieses Jahr haben sie einige Veränderungen an der Kaderstruktur vorgenommen, um mit der starken Konkurrenz im Osten (u.a. NY oder Tampa Bay) auch in den späten Playoff-Runden mithalten zu können.

Auf der Torhüterposition gehen sie mit dem Duo der letzten Saison an den Start. Jimmy Howard und Petr Mrazek sind zwei sehr solide Torhüter. Howard ist die Nummer eins, aber Mrazek zeigte letzte Saison, als Howard verletzungsbedingt ausfiel, dass er das Potential hat, selbst die Nummer eins zu sein. Knappe 92% der Schüsse auf seinen Kasten hielt der Tscheche in den 27 Spielen, die er spielen durfte. Mrazek behielt den Platz im Tor bis in die Playoffs hinein. Beide Goalies werden jeden Abend spielen wollen, sie werden sich pushen und sich auch im Training nichts gönnen. Dieser Konkurrenzkampf kann den Red Wings in einer langen Saison gut tun.

Das Herzstück der Red Wings Defensive ist der 34 Jahre alte Schwede Niklas Kronwall. Er spielt die härtesten Minuten aller Red Wings Verteidiger, gegen die besten Reihen des Gegners. Kronwall spielt immer mit einer hohen Intensität, nicht umsonst gibt es den Spruch „You got Kronwalled“, wenn er einen seiner harten Checks fährt. Seine Stärke liegt klar in der eigenen Hälfte, jeden Wechsel spielt er, als ginge es um Alles oder Nichts und ist somit ein großes Vorbild für die jüngeren Verteidiger im Team. Aber auch offensiv hat Kronwall einiges zu bieten. 35 Assists sammelte er im vergangenen Jahr. Sein Partner ist Jonathan Ericsson. Er hält Kronwall den Rücken frei, wenn es sein muss. Vor allem im Penalty Kill ist der Schwede einer der Besten in der Liga. Neu an der blauen Linie ist Mike Green. Der offensiv denkende Verteidiger kommt als Free Agent nach Detroit. Zuvor hat er bei den Washington Capitals gespielt. Mit Green haben die Red Wings die rechte Seite in der Verteidigung verstärkt und gleichzeitig einen sehr guten Aufbauspieler für das Powerplay gefunden.

Auch im Sturm haben die Red Wings sich ungewohnter Weise auf dem Free Agent Markt verstärkt. Richards gewann im letzten Jahr zum zweiten Mal in seiner Karriere den Stanley Cup. Auch wenn seine Leistung während der Hauptrunde eher durchschnittlich war, so legte er in den Playoffs nochmal zu. Er wird eine präsente Rolle im Line-Up der Red Wings einnehmen und auch als eine Art Backup für Pavel Datsyuk fungieren. Das Alter (37) macht dem Russen mehr und mehr zu schaffen. Aber er gehört noch immer zur Elite der NHL. Er produziert noch immer ca. 1 Punkt pro Spiel. In der letzten Saison machte er 65 in 63 Spielen. Datsyuk ist großartig mit der Scheibe, er ist fast gar nicht von ihr zu trennen. Was den Russen so besonders macht, ist allerdings seine Stärke in der Puckeroberung. Jahr um Jahr ist er in der Top3 der besten defensiv-denkenden Stürmer. An seiner Seite Henrik Zetterberg. Der Schwede ist der Kapitän und neben Datsyuk und Kronwall der Leader der Red Wings. Zetterberg spielt sowohl Center, als auch Flügel. Unter Babcock wurden Datsyuk und Zetterberg öfter getrennt, um das gegnerische Team in Matchup Probleme zu bringen. Blashill wird diese Taktik sehr wahrscheinlich weiter verfolgen. Auch der jüngeren Spieler der Red Wings entwickeln sich großartig. Nyquist unterschrieb diesen Sommer einen neuen Vertrag in Detroit, Tatar sammelte im letzten Jahr hinter Datsyuk und Zetterberg die meisten Punkte des Teams und mit Riley Sheahan entwickelt sich ein weiterer guter Center in die richtige Richtung.

Die Red Wings sind besser aufgestellt als im letzten Jahr. Mit den Neuverpflichtungen haben sie Probleme der Vorsaison angesprochen. In der Division sind sie die dritte Macht, hinter den Tampa Bay Lightning und den Montreal Canadiens. Die 25. Playoff Teilnahme ist fast sicher. Dann wird sehr viel davon abhängen, ob die Superstars gesund bleiben, denn mit ihnen kann es dieses Jahr sehr weit gehen. 

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