Die ersten 25 MinutenPhilipp Grubauer über sein NHL-Debüt

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Einen dieser „Call-Ups“, also eine Berufung hoch in die NHL, hat Philipp Grubauer letzten Dienstag bekommen. „Nach dem Washington-Spiel gegen Carolina habe ich davon erfahren“, sagt der Rosenheimer.

Auf einmal heißen die Teamkameraden also nicht mehr Cameron Schilling oder Jeff Taffe, sondern Alexander Ovechkin und Nicklas Bäckström. Aber für den 21-Jährigen ist das nichts Neues: „Mich hat es zwar gefreut, aber ich war es ja schon von den Trainingscamps her gewohnt.“

„Ich bin sehr herzlich von meinen Teamkollegen empfangen worden“, berichtet Grubauer von seinem Tag in der NHL. Also ging Grubauer mit einem guten Gefühl ins Warmmachen und setzte sich später auf die Ersatzbank. Das Spiel lief vor sich hin und die Capitals lagen nach 23:54 Minuten bereits mit 0:3 zurück. Dies konnte kein schöner Abend für Washington werden. Als dann nach 34 Minuten und 55 Sekunden das 4:0 durch Talbot fiel, schlug die Stunde für Philipp Grubauer. Er betrat das Eis und spielte die letzten 25 Minuten und die ersten Minuten auf NHL-Eis in seiner Karriere. „Ich war konzentriert auf das Spiel, für den Fall, ich würde eingewechselt“, sagt Grubauer über die 35 Minuten, die er vorher auf der Bank verbracht hat. Natürlich war er auch Nervös, doch wie Olaf Kölzig nach dem Spiel zu den Medien sagte: „Er meistert all seine Aufgaben mit Bravour.“

Sonderliche Absprachen waren für seinen ersten Einsatz kaum nötig. „Ich denke, auf diesem Level weiß jeder, was er zu tun hat. Jedoch sprechen wir im Meeting noch mal kurz über die Aufgaben“, gibt Grubauer Einblick. Dass Grubauer seine Sache gut im Tor machte, daran lassen auch die 14 gehaltenen Schüsse keinen Zweifel.

Doch so „magisch“ der Moment für Grubauer in der NHL war, konnte er sich schon am selben Tag denken, dass es schnell wieder in die AHL geht: „Mir war das bewusst, weil Neuvirth am selben Tag wieder trainiert hat.“ Torhüter Neuvirth laborierte nur an einer Erkältung.

Nach dem Spiel gab es dann allerdings erstmal Presserummel in der Kabine. „Ich musste nach dem Spiel sehr viele Fragen der Presse beantworten.“ Erste Einblicke also in die Profi-Karriere als NHL-Spieler. Wann die NHL zum nächsten Mal ruft, das weiß Grubauer freilich nicht. „Natürlich spricht man hinterher über das Spiel, doch über den nächsten Call-Up wurde nicht gesprochen.“ Und auch sonst blieb Grubauer nach seinem Spiel auf dem Boden. Er hat zum Beispiel nicht den Puck seines ersten NHL-Spiel eingesammelt. „Nur positive Erfahrungen“ hat „Grubi“ gesammelt.

Aufgelaufen ist Grubauer übrigens mit einer Washington-Capitals-Maske, die er sich schon vor einer Weile machen ließ. „Das Design konnte ich mir selbst zusammenstellen. Dass sich das Design von uns drei Torhütern (Branden Holtby, Michel Neuvirth und Grubauer) ähnelt liegt daran, dass wir denselben Maskenkünstler, nämlich David Gunnarsson, haben.“