Die Draisaitls – ein großes Stück Eishockey-GeschichtePeter Draisaitl erklärt, was ihm in Bezug auf Leon wichtig ist

Peter Draisaitl und Leon Draisaitl - beide haben Meilensteine gesetzt. (Fotos: dpa/picture alliance und dpa/picture alliance/CITYPRESS 24 / Montage: the)Peter Draisaitl und Leon Draisaitl - beide haben Meilensteine gesetzt. (Fotos: dpa/picture alliance und dpa/picture alliance/CITYPRESS 24 / Montage: the)
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Seine Eishockey-Gene hat er offenbar geerbt, denn sein Vater Peter Draisaitl war selbst ein herausragender Eishockeyspieler, der genau beurteilen kann, was sein Sohnemann aufs Eis bringt. Aber letztlich ist er eben auch Leons Vater. „Wir haben früh gemerkt, was da in ihm schlummert“, berichtet Peter. Mit 13 Jahren sagte Leon zu seinen Eltern: „Mama, Papa, ich ziehe aus.“ Er ging ins Mannheimer Eishockey-Internat. „Das fiel gerade seiner Mutter schwer. Ich hatte Verständnis für ihn. So etwas kannst du ihm nicht verbieten“, sagt Peter Draisaitl.

Leons Fanwahl ist Peter wichtiger als die Zahlen

Sein Traum hieß Nordamerika, den er sich 2012 erfüllte, als er ins Juniorenteam der Prince Albert Raiders wechselte. Dort beeindruckte Draisaitl junior mit unglaublichen Scoringwerten. „Mir als Vater waren die Zahlen nicht so wichtig. Er wurde in Prince Albert aber zweimal von den Fans zum beliebtesten Spieler gewählt. Da zählt der Charakter. Das ist mir wichtig.“ 2014 wurde Leon Draisaitl von den Edmonton Oiles aus der NHL gedraftet. An dritter Stelle. So früh, wie noch kein Deutscher jemals zuvor.  Aktuell ist er einer der besten Spieler der Oilers. „Ja“, gibt Vater Peter Draisaitl zu, „manchmal beeindruckt er mich.“

Während des Penalty-Jubiläums in Florida

Wenn es geht, besucht der Vater seinen Sohn. Erst vor kurzem war Peter Draisaitl in Florida – die Oilers waren damals auf einer Auswärtstour, spielten gegen Tampy Bay Lightning und die Florida Panthers. Die Reise von Draisaitl senior fiel dabei zusammen mit dem 25. Jahrestag des berühmtesten Penaltys der deutschen Eishockey-Geschichte. Klingt fast so, als wollte er sich nach dem historischen Fehlschuss bei den Olympischen Spielen von 1992 verstecken – zumal sein Handy auch noch eine tschechische Vorwahl hat. Aber so ist es nicht. „Ich habe etwas Urlaub gemacht und Leon besucht“, sagte der 51-Jährige. Das Angenehme konnte Peter Draisaitl also mit dem Angenehmen verbinden. Und mit dem Nützlichen: „Ich habe dort ein paar Agenten getroffen“, sagt er. Denn seine Trainerkarriere soll bald weitergehen.

Penalty-Erinnerung nur dann, wenn er gefragt wird

Und der Penalty von Méribel? „Daran denke ich kaum noch“, sagt er. „Nur wenn mich Journalisten danach fragen. So wie Du jetzt.“ Früher hat er mal durchblicken lassen, dass ihn die Fragen danach nerven. Das ist ihm nicht zu verübeln. Heute sagt er: „Warum soll mich das stören?“ Peter Draisaitl war schon immer ein Mann des subtilen Humors. Was am 18. Februar 1992 passierte, ist längst olympische Eishockey-Geschichte geworden. Ist von „dem“ Penalty die Rede, fragt kein Eishockey-Fan: Von welchem Penalty? Es war das Viertelfinale. Das zu erreichen, war schon ein Erfolg. Das Team spielte gut – und traf auf Kanada. Damals mit dem erst 19-jährigen Eric Lindros, der ansetze, ein NHL-Star zu werden. Was folgte, war eines der besten und legendärsten Eishockey-Länderspiele einer deutschen Mannschaft in der jüngeren Geschichte. Nach einem 0:1-Rückstand gingen die Deutschen durch Jürgen Rumrich und Didi Hegen in Führung. In der 54. Minute lag Kanada wieder vorne. Vorbei? Nein, denn zweieinhalb Minuten vor dem Ende glich Ernst Köpf aus. Die Verlängerung blieb torlos. Im Penaltyschießen führte Kanada mit 3:2 – und Peter Draisaitl lief zum letzten Penalty an. Das folgende hat sich ins kollektive Bewusstsein des deutschen Eishockeys eingebrannt: Draisaitl läuft an, schießt, tunnelt Kanadas Torhüter Sean Burke. Der Puck kullert hinter ihm raus, trudelt auf der Kante, fällt, bleibt liegen. Exakt auf der Torlinie. Deutschland war raus, Kanada stand im Halbfinale.

„Pure Enttäuschung“: Nur ein Sieg hätte zur Medaille gefehlt

„Beim Abdrehen habe ich dem Puck hinterher geschaut“, sagt Draisaitl. Wie knapp es war, realisierte er erst später. Was er damals fühlte? „Pure Enttäuschung“, erinnert er sich. „Aber nicht wegen dieses einen Penaltys. Wir hätten schon nach 60 Minuten gewinnen können, waren richtig gut. Und wenn wir im Halbfinale gewesen wären, hätte uns nur noch ein Sieg zu einer Medaille gefehlt.“

Doch Peter Draisaitl ist so viel mehr als nur der Schütze dieses Penaltys. Als Spieler nahm er an drei Olympischen Spielen teil, trug 146 Mal das DEB-Trikot, wurde 1995 Deutscher Meister mit den Kölner Haien. Knappe Worte für einen bemerkenswert guten Stürmer. 2001 begann seine Trainerkarriere, die ihn 2012 nach Tschechien führt. Draisaitl ist der erste und bis heute einzige Deutsche, der im Land des zwölffachen Weltmeisters (einschließlich der sechs Titel als Tschechoslowakei) Coach in der Extraliga wurde. Ein Deutscher in Tschechien? Draisaitl: „Ins Gesicht hat es mir niemand gesagt, aber manchmal hatte man das Gefühl, dass jemand denkt: Will mir der Deutsche jetzt Eishockey erklären?“

Prägende Zeit als Trainer beim HC Mountfield

Seine Zeit beim HC Mountfield hat ihn geprägt: „Das ist meine beste Zeit als Trainer gewesen“, sagt er. Draisaitl wurde in der Tschechoslowakei geboren, ehe sich seine Eltern zur Flucht entschieden, als er 13 Jahre alt war. „Ich hatte gedacht, dass ich nur ein paar Wochen brauchen würde, bis ich wieder flüssig Tschechisch sprechen würde“, sagt Draisatil. Letztlich dauert es ein Jahr.

Die Trainerkarriere von Peter Draisaitl begann 2001 bei den Revier Löwen Oberhausen. Außerdem coachte der die Fischtown Pinguins Bremerhaven, Straubing Tigers, Eisbären Regensburg, Füchse Duisburg, Ravensburg Towerstars (mit denen er Zweitliga-Meister wurde) und die Nürnberg Ice Tigers. 2012 ging er als erster Deutscher nach Tschechien. Der Mountfield HC spielte zunächst in Budweis, 2013 wurde die Lizenz nach Hradec Kralove verkauft. Dort blieb Draisaitl bis 2015/16. Danach schloss sich noch eine kurze Zeit beim HC Pardubice an.

Der Penalty von Méribel. Das ist für Peter Draisaitl längst Vergangenheit und nur ein kleiner Teil einer bemerkenswerten und noch andauernden Karriere. Und Leon Draisaitl ist gerade dabei, die familäre Eishockey-Geschichte weiterzuschreiben.


Du willst die wichtigsten NHL-News & Spielberichte direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die Hockeyweb-App mit Push-Nachrichten für die wichtigsten News Deiner Lieblings-Sportart. Erhältlich im App-Store für Apple​  und Android​.
Schweizer Abwehrstar überragt mit drei Punkten und dem Siegtor
NHL Global Series Challenge: Josi führt Nashville zum Sieg gegen SC Bern

Bei der NHL Global Series Challenge waren die Nashville Predators zu Gast beim Schweizer Erstligisten SC Bern und siegten knapp mit 4:3....

Nico Sturm und Timo Meier von den San Jose Sharks im Interview vor der Global Series
Sturm: Werden besser sein, als die Experten uns einschätzen

Im Rahmen der Global Series gastieren die San Jose Sharks in der kommenden Woche zunächst bei den Eisbären Berlin, bevor der Saisonstart mit zwei Spielen in Prag geg...

Deutsche Talente kämpfen um Kaderplatz in der NHL
NHL-Preseason: Saisonvorbereitung hat in der NHL begonnen

Während Tim Stützle im ersten Spiel trifft, dürfen John-Jason Peterka und Lukas Reichel auf den Sprung in den Stammkader hoffen. Auch Kai Wissmann, Leon Gawanke und ...

Achtjahresvertrag mit jährlichem Gehalt von 12,6 Millionen US-Dollar
Stanley Cup-Sieger MacKinnon wird zum Topverdiener der NHL

Stanley Cup-Sieger Colorado Avalanche hat den Vertrag mit Superstar Nathan MacKinnon vorzeitig um acht Jahre verlängert und macht ihn vorerst zum bestbezahlten Spiel...

Yandle ist mit 989 Partien ohne verpasstes Spiel Rekordhalter in der NHL.
P.K. Subban und „Ironman“ Keith Yandle beenden ebenfalls ihre Karrieren

P.K. Subban beendet nach 13 Jahren seine NHL-Karriere und Keith Yandle stand 16 Spielzeiten in der besten Eishockeyliga der Welt auf dem Eis....

Stanley Cup und Norris Trophy die Karriere-Höhepunkte
Im Alter von 45 Jahren beendet Chara seine NHL-Laufbahn

Der 45-jährige Zdeno Chara hängt als Rekordhalter mit den meisten Partien eines NHL-Verteidigers nach 24 Spielzeiten seine Schlittschuhe an den Nagel. ...

Der Nationalspieler verdient 8,35 Millionen Dollar pro Jahr
Tim Stützle verlängert um acht Jahre bei den Ottawa Senators

Tim Stützle hat sich mit den Ottawa Senators auf eine hochdotierte Vetragsverlängerung bis 2031 geeinigt. ...

Jetzt streamen
Die NHL live mit Sky

NHL Hauptrunde

Freitag 07.10.2022
Nashville Predators Nashville
- : -
San Jose Sharks San Jose
Samstag 08.10.2022
San Jose Sharks San Jose
- : -
Nashville Predators Nashville
Mittwoch 12.10.2022
New York Rangers NY Rangers
- : -
Tampa Bay Lightning Tampa Bay
Los Angeles Kings Los Angeles
- : -
Vegas Golden Knights Vegas
Donnerstag 13.10.2022
Montréal Canadiens Montréal
- : -
Toronto Maple Leafs Toronto
Washington Capitals Washington
- : -
Boston Bruins Boston
Carolina Hurricanes Carolina
- : -
Columbus Blue Jackets Columbus
Colorado Avalanche Colorado
- : -
Chicago Blackhawks Chicago
Edmonton Oilers Edmonton
- : -
Vancouver Canucks Vancouver
Anaheim Ducks Anaheim
- : -
Seattle Kraken Seattle
Freitag 14.10.2022
Philadelphia Flyers Philadelphia
- : -
New Jersey Devils New Jersey
Buffalo Sabres Buffalo
- : -
Ottawa Senators Ottawa
Pittsburgh Penguins Pittsburgh
- : -
Arizona Coyotes Arizona
Toronto Maple Leafs Toronto
- : -
Washington Capitals Washington
New York Islanders NY Islanders
- : -
Florida Panthers Florida
Minnesota Wild Minnesota
- : -
New York Rangers NY Rangers
Nashville Predators Nashville
- : -
Dallas Stars Dallas
Calgary Flames Calgary
- : -
Colorado Avalanche Colorado
Vegas Golden Knights Vegas
- : -
Chicago Blackhawks Chicago
Los Angeles Kings Los Angeles
- : -
Seattle Kraken Seattle
Beste Wettquoten für die NHL
NHL Wetten & Wettanbieter