Die Deutschen in NordamerikaSo sieht es in der neuen Saison aus

Lesedauer: ca. 4 Minuten

Von Christian Binas

Wer kommt neu hinzu? Wer ging? Was hat sich geändert?

In der NHL wird es wohl – sollte es keinen Lockout geben, einen „neuen“ Deutschen geben. Die Toronto Maple Leafs gaben Korbinian Holzer einen Ein-Jahres- und Ein-Weges-Vertrag für die NHL. Dabei wird er 575.000 Dollar verdienen. Torhüter Thomas Greiss startet in der kommenden Saison auch im Stammkader der San Jose Sharks. Sein Ein-Weges-Vertrag ist mit 625.000 Dollar dotiert.

Bei den Carolina Hurricans ist weiterhin Justin Krueger unter Vertrag und wird wahrscheinlich erst einmal im AHL-Kader starten. In der AHL wird er 90.000 Dollar verdienen. Sollte er die Saison komplett in der NHL verbringen, so werden die Hurricanes ihm 600.000 Dollar überweisen.

Mehr als wahrscheinlich ist, dass Philipp Grubauer in der AHL das Tor hüten wird. Der 20-Jährige Torhüter unterschrieb einen Entry-Level-Vertrag bei den Washington Capitals und wird bei den Hershey Bears bereits erwartet.

Ebenfalls für seinen Sprung in die AHL arbeitet Marcel Noebels. Der Tönisvorster wird sich im Camp der Philadelphia Flyers für „die NHL oder AHL“ bewerben, wie er sich selbst kämpferisch gibt. Dass natürlich auch die  Trenton Titans in der ECHL oder sogar die Quad City Mallards in der CHL (Central Hockey League) warten könnten, will er gar nicht erst wissen.

Einer bei dem es noch komplett ungewiss ist, ist Konrad Abeltshauser. Der Tölzer wird zwar ebenfalls am Camp der San Jose Sharks teilnehmen und dabei auf Thomas Greiss treffen, doch haben sich die Verantwortlichen noch nicht geäußert, wo sie ihn in der kommenden Saison gerne sehen wollen. Sehr wahrscheinlich wird er im so genannten „Overage“-Jahr zurück in die QMJHL zu seinen Halifax Mooseheads gehen. Dort würde er in einer Führungsrolle viel Eiszeit bekommen. Zunächst wird er ab dem 22. August das Camp der Mooseheads bestreiten und einen Monat später zum Main Camp der Sharks gehen. Danach wird man sehen, wohin es für den Rest der Saison geht.

Ebenso ungewiss ist die Zukunft von Tom Kühnhackl. Zwar ist klar, dass er weiterhin in Nordamerika starten wird. Aber noch nicht, ob es wieder die Niagara Ice Dogs sein werden oder ob er in Zukunft in der Organisation der Pittsburgh Penguins spielen wird. Seit dieser Woche befindet er sich in Wilkes-Barre, um sich auf die neuen Aufgaben vorzubereiten. Auch Kühnhackl hofft den nächsten Schritt in die AHL/ECHL machen zu können. Doch dies hängt von der Organisation der Penguins ab. 

In den Canadian Hockey Leagues gibt es nicht nur eventuelle Abgänge in die AHL oder ECHL, sondern auch Neuankömmlinge. Bei den Prince Albert Raiders heuert Leon Draisaitl an. Der Kölner wurde im letzten CHL Import Draft an zweiter Position gedraftet. Die Raiders waren in der letzten Saison Letzter der Western Hockey League. Das Main Camp der Prince Albert Raiders begann am 31. August.

Ein guter Freund von Leon Draisaitl geht mit ihm nach Nordamerika. Allerdings werden Dominik Kahun und er sie sich auf dem Eis nicht treffen. Die Sudbury Wolves haben ebenfalls im CHL Import Draft zugeschlagen und Dominik Kahun gezogen.

Einer, der zwar eine starke Saison hinlegte, aber wohl noch mal in der OHL auflaufen wird, ist Tobias Rieder. Zwar beschäftigen sich bereits viele Medienvertreter der Edmonton Oilers mit Rieder, aber genau wie bei Abeltshauser könnte er die kommende Saison noch weiterhin nutzen, um weiter Erfahrungen zu sammeln.

Ansonsten werden in der Ontario Hockey Leauge wie erwartet Nickolas Latta für Sarnia Sting, Mathias Niederberger für die Barrie Colts und Sebastian Uvira nach seiner Knieverletzung wieder für die Oshawa Generals auflaufen.

Sollte Konrad Abeltshauser wirklich die QMJHL verlassen, so bliebe diese Liga nicht ohne einen Deutschen. Marvin Cüpper wird das Tor bei den Shawinigan Cataractes hüten. Die Cataractes gehen als aktueller Memorial-Cup-Sieger in die neue Saison und werden daher besonders kritisch beobachtet. Doch schon jetzt nach den ersten Testspielen feiern ihn seine Mitspieler als „German Monster“. Allerdings spielte Cüpper bisher wenige Spiele und meist nur je 30 Minuten um dann, wie üblich in Testspielen, den anderen Torhüter spielen zu lassen. Zudem wechselte Trainer Denis Chalifoux auch fleißig aus und setzte Nachwuchstorhüter ein, so dass Cüpper nur auf der Tribüne saß. Voraussichtlich wird Cüpper das Tor zusammen mit William King hüten.

Zudem werden wir in der kommenden Saison auch über USHL berichten. Dort werden Frederik Tiffels, Philip Lehr und gegebenenfalls Jan Obernesser auflaufen. Die United States Hockey League besteht aus zwölf US Teams. Frederik Tiffels wird für die Muskegon Lamberjacks auflaufen, Philip Lehr für die Tri-City Storm und bei Jan Obernesser ist es vorerst ungewiss. Wie in der CHL ist die Liga für Spieler bis 20 Jahre vorgesehen. Obernesser ist bereits 19 Jahre alt, wäre demnach nur eine Saison für die Souix Falls Stampede spielberechtigt und dazu ist er unerfahren in der Liga. Sollten die Verantwortlichen sich dennoch für ihn entscheiden, laufen drei Deutsche in der USHL auf.

Ebenfalls gehen zwei Jungspunde nach Ontario. Genauer gesagt sind es Niklas Lahme und Robin Schütz, die auf die Ontario Hockey Academy gehen werden. Dies ist eine Privatschule, die speziell für Eishockeyspieler aufgebaut ist. Die Academy nimmt an einem Ligabetrieb teil und bildet damit die Spieler für weitere Schritte in Nordamerika aus.

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