Der Weg zum Stanley Cup führt über Titelverteidiger Tampa BayVorschau Central Division - Top 4

Titelverteidiger Tampa Bay konnte sein Team zusammehalten - und geht als einer der Favoriten in die verkürzte Spielzeit 2021. (JASON FRANSON)Titelverteidiger Tampa Bay konnte sein Team zusammehalten - und geht als einer der Favoriten in die verkürzte Spielzeit 2021. (JASON FRANSON)
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Die Chicago Blackhawks scheinen vor einer sehr komplizierten Saison zu stehen, Vorjahresfinalist Dallas Stars will mit seiner Erfahrung punkten. Für eine Überraschung gut sind die Nashville Predators, Carolina Hurricanes und Columbus Blue Jackets. Trotz der Verstärkung mit dem deutschen Nationaltorhüter Thomas Greiss gehen die einst so stolzen Detroit Red Wings bestenfalls als Außenseiter ins Rennen, auch die Florida Panthers starten mit einigen Fragezeichen in die verkürzte Spielzeit 2021.

Tampa Bay Lightning 

Wenn es einen Favoriten gibt, dann muss es der Titelverteidiger sein. Der zweifache Champion (2004, 2020) konnte sein eingespieltes Meisterteam zusammenhalten, so dass Tampa weit oben auf der Liste der „Cup Contender“ geführt werden muss.

Tor: Mr. „Wall“ Andrei Vasilewsky blieb, ist aber mit einem Gehalt 9,5 Millionen Euro einer der teuersten Keeper der NHL. Back-up McElhinney ist auch schon 37 Lenze, so dass es auf dieser Position bei einem Ausfall gefährlich werden könnte.

Abwehr: Mit Victor Hedman, Gewinner der Conn Smythe-Trophy als wichtigster Spieler der Playoffs und Ryan McDonagh sind zwei Top-Leute geblieben. Luke Schenn, der Defender mit dem kleinsten Vertrag, hat spielerisch einen großen Sprung nach vorne gemacht. Er wird wohl an der Seite von Michail Sergachev in die Saison starten, der im Sommer eine ordentliche Gehaltserhöhung erhalten hat. 

Sturm: Das magische Trio um Steven Stamkos, der nach langer Verletzung wieder voll einsatzfähig ist, Brayden Point und Ondrej Palat ist, ebenso wie die zweite Reihe um Alex Killorn, Tyler Johnson und Anthony Cirelli geblieben. Allerdings wiegt der Ausfall von Nikita Kutcherov, der frühestens in den Playoffs zurückkehren wird, schwer. Spannend wird zudem sein, wie sich die beiden Youngster Gage Goncalves und Jack Finley entwickeln.

Mit dieser Konstanz und dieser Erfahrung ist jedoch die Grundvoraussetzung für eine starke Saison, vielleicht sogar die Titelverteidigung gegeben.

Dallas Stars

Die Texaner überraschten die Fachwelt mit ihrem Finaleinzug und sind jetzt gewillt, dem Cup-Sieg von 1999 nach der verlorenen Finalserie einen zweiten Triumph folgen zu lassen.

Tor: Eine interessante Mischung: Die letztjährige Nummer Drei, der 22jährige Jake Oettinger, wird zu Saisonbeginn als Back-Up von Routinier Anton Khudobin agieren, weil Ben Bishop verletzt ist. Zudem wurde Letzterer am Ende der vergangenen Saison nicht mehr berücksichtigt.

Abwehr: Hier sind die Texaner skandinavisch angehaucht. Ein Schwede und gleich drei Finnen sind im Team. Topstar John Klingberg blieb und setzte damit ein Zeichen. Da die Defensive eingespielt ist, ist dies sicherlich ein nicht zu verachtendes Plus.

Sturm: Im Angriff herrscht Erfahrung pur: Gleich sechs Spieler sind älter als 30, werfen zusammen haben mehr als 7.000 Spiele NHL-Spiele in die Waagschale. Zu diesem Kreis zählen etwa Joe Pavelski oder Alexander Radulov. Das kann über mangelnden Speed hinweghelfen. Das Top-Duo mit Jamie Benn (2012/13 in Hamburg) und Tyler Seguin, letzterer mit Vertrag bis 2027, darf sich dennoch keinen Hänger leisten. Zudem ist europäische Linie mit Radek Faksa, Roope Hintz und Joel Kiviranta nicht zu unterschätzen.

Die Erfahrung und die Qualität sollten eine Endrundenteilnahme sicherstellen, vielleicht geht sogar was in Richtung Division-Titel, kurioserweise wohl im Duell mit dem letztjährigen Finalgegner aus Florida. 

Carolina Hurricanes

2006 wurden die Hurricanes nach zwei Jahren ohne Play-Offs überraschend Meister, verschwanden danach jedoch wieder in der Versenkung. In elf von zwölf Jahren mussten sie bereits Anfang April die Sommerferien einläuten. Erst in der Saison 2018-2019 wurden die Fans wiede r aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt.

Tor: Alle drei Keeper, Petr Mrazek, James Reimer und Alex Nedeljkovic, blieben. Gegangen sind Anton Forsberg und der letztjährige „Hero for a Day“, Eismeister David Ayres. Das Goalie-Team ist eingespielt, muss aber wieder so eine starke Saison spielen wie im letzten Jahr.

Abwehr: Vier der bisher sieben unter Vertrag stehenden Defender sind Amerikaner. Dazu kommen zwei Kanadier und ein Schwede. Carolina will hier Qualität, hat mit Gardiner, Hamilton, Skjei und Slavin gleich vier Spieler unter Vertrag, die mit jeweils fünf Millionen Dollar entlohnt werden. Die Überlegung von GM Don Waddell ist, dass aufgrund der Kürze der Trainingseinheiten sich die Mannschaft bereits vor Saisonbeginn sehr gut kennen muss.

Sturm: Starspieler ist der Finne Sebastian Aho, der auf dem linken Flügel und als Center eingesetzt werden kann. Zusammen mit dem aufstrebenden Andrei Svechnikov, Routinier Jordan Staal, Teuvo Teravainen und dem Schweizer Nino Niederreiter soll er die Angriffslinien führen. Wichtig für die Hurricanes ist, dass auch die zweite Garnitur um Ryan Dzingel, Warren Foegele und Vincent Trocheck sofort funktioniert und erfolgreich in die Saison startet.

In den letzten Spielzeiten waren die Hurricanes zwar in den Playoffs, konnten diese jedoch erst mit einem Schlussspurt erreichen, nachdem sie sich während der Saison jeweils längere Durchhänger gönnten. Das darf in dieser verkürzten Spielzeit nicht passieren.

Nashville Predators

Befinden sich die Predators ebenfalls auf dem absteigenden Ast? Scheinbar ja, denn das Team aus Tennessee, das 2017 im Finale gegen die Pittsburgh Penguins mit 2:4 verlor, scheiterte danach zweimal in der ersten Runde und in der letzten Saison war schon nach Qualifikation Ende. Headcoach John Hines hat daher darauf geachtet, dass er ein talentiertes Team hat, das gleichzeitig bereits Erfahrung sammeln konnte.

Tor: Zwei Finnen, die beide Spiele entscheiden können, bilden das Torhüter-Gespann: Pekka Rinne und Juuse Saros, wobei Rinne bereits 38 Jahre alt ist und in der dichtgedrängten Saison keine Zeit für Pausen ist. Die beiden sind aber ein eingespieltes Team und vielleicht macht der junge Saros einen Schritt nach vorn.

Abwehr: Mit dem Schweizer Roman Josi (Vertrag bis 2028) und Ryan Ellis (bis 2027) hat man zwei Top-Verteidiger unter Vertrag. Dazu werden vermutlich Matt Benning, Mark Borowiecki und Matthias Ekholm gesetzt sein. Die restlichen Akteure müssen sich beweisen – das Gerüst in der Abwehr ist aber stabil.

Sturm: Eine internationale Abteilung mit den Topstars Matt Duchene, Ryan Johansen und Colton Sissons. Dazu eine interessante skandinavische Mischung mit den Schweden Viktor Arvidsson, Filip Forsberg und Calle Jörnkrok sowie den Finnen Mikael Granlund und Neuzugang Eelt Tolvanen. Insbesondere die zweite Garnitur muss sich beweisen, denn in der letzten Saison kam hier zu wenig Unterstützung für Duchene und Johansen. Zudem haben mit Craig Smith und Nick Bonino zwei wichtige Spieler den Club verlassen.

Die Predators haben sicher das Zeug für die Endrundenteilnahme, dafür muss es aber gelingen, den Abwärtstrend der letzten Jahre trotz jeweils großer Namen im Kader zu stoppen.

Manfred Schneider / Holger Neumann


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