Denkwürdiges Derby mit 172 Strafminuten

Islanders siegen im DerbyIslanders siegen im Derby
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Den New York Islanders ist die Revanche für die bittere 4:5 Heimniederlage gelungen. Das Derby im Big Apple ist immer etwas besonderes aber das gestrige Duell bei den New York Rangers hatte es absolut in sich. 4:0 nach dem ersten Drittel durch einen Hattrick von Alexei Yashin, der erste Faustkampf in der 7-jährigen Karriere des russischen Superstars, 172 Strafminuten (davon 113 für die Rangers)- Randnotizen eines denkwürdigen Lokalderbys. Den Kommentar des Tages brachte jedoch enfant terrible Theo Fleury bei seiner Meinung über Islanders tough guy Eric Cairns: "Da kann man mal sehen, was für ein Gockel das ist. Mein 5-jähriger Sohn schlägt härter. Der wirft mit Muffins. Er springt mich von hinten an, typisch für ihn. Ich habe absolut keinen Respekt vor solchen Typen." Aber zurück zu den Fakten. Die Islanders führten nach dem ersten Drittel mit 4:0 durch Mark Parrish und die drei Tore von Yashin und Mike Richter, der Held des letzten Derbys liess sich entnervt in der ersten Drittelpause auswechseln. Im zweiten Drittel kochten die Emotionen über und was folgte waren zwar keine Tore, aber Strafminuten en masse, wobei sich zwischenzeitlich sogar die Goalies Chris Osgood und der eingewechselte Dan Blackburn an die Wäsche wollten. Den Doppelschlag im letzten Drittel durch Manny Malhotra beantworteten die Islanders mit der Entscheidung durch Claude Lapointe und das zweite Tor von Parrish. Obwohl die Rangers im letzten Drittel alles versuchten (Schußverhältnis 16:4) blieb es beim 6:3 durch Jeff Toms. Neben den Torschützen überzeugte bei den erfolgreichen Gästen insbesondere Vorbereiter Marius Czerkawski mit drei Assists.

 

Beim Prestigeduell um die Vorherrschaft im Big Apple geriet das eigentliche Topspiel im Osten zwischen den Ottawa Senators und Spitzenreiter Philadelphia Flyers, die trotz Führung im ersten Drittel durch Jeremy Roenick mit 1:3 in Kanada unterlagen, etwas in den Hintergrund. Im letzten Abschnitt brachten Zdeno Chara, Marian Hossa und Todd White mit einem empty net goal den verdienten Heimsieg unter Dach und Fach.

 

Die Flyers bleiben dennoch Tabellenführer in der Eastern Conference, wobei Verfolger Boston Bruins den Abstand verkürzen konnte, obwohl sie nach einer 2:0 und 3:1 Führung gegen die Montreal Canadiens wieder einmal in die Verlängerung mussten. Die Führung für die Gäste erzielten Sergej Samsonov und Bill Guerin, der sich mit seinen beiden Treffern wie im letzten Jahr pünktlich vor den All-Star Game in Topform präsentiert. Nach den Anschlußtreffern von Sergej Bererzin und Oleg Petrov, war es 32 Sekunden vor der Schlußsirene wieder einmal Oldie Doug Gilmour, der eigentlich schon im Ruhestand sein sollte und mit seinem Treffer zum 3:3 die Kohlen aus dem Feuer holen konnte. Nach 1:16 Minuten in der Verlängerung sicherte Sean O‘Donnell dem Overtime -Spezialisten aus Boston den verdienten Zusatzpunkt.

 

Auch die Toronto Maple Leafs untermauerten ihre Position in der Spitzengruppe durch einen klaren 6:0 Sieg bei den Atlanta Thrashers. Curtis Joseph musste nur siebzehnmal eingreifen und verbrachte einen geruhsamen Abend. Nach den Treffern durch Jonas Hoglund, Gary Roberts, Shayne Corson, Mats Sundin, Jyrkki Lumme  und Darcy Tucker konnte er sich nicht nur über den dritten Shutout der Saison, sondern auch über einen jederzeit ungefährdeten Auswärtssieg seiner Leafs freuen.

 

Die Carolina Hurricanes haben die Pole Position in der Southeast Division fast schon in trockenen Tüchern, da der Vorsprung nach dem 3:1 Sieg bei den Tampa Bay Lightning bereits auf 12 Punkt angewachsen ist, obwohl sie zuvor sieben Spiele (davon jedoch 5 Remis) sieglos blieben. Nach der Führung der Lightnings durch Pavel Kunbia spielte Goalie Nikolai Khabibulin zwar erneut überragend und wehrte 37 Schüsse ab, aber bei den Gegentreffern von Sami Kapanen, Bates Battaglia und Rod Brind‘Amour war der Torhüter des russischen Olympiateams machtlos.

 

Die Punktverlust zuvor konnten die Hurricanes locker verschmerzen, da der einzige Konkurrent der Southeast Division, die Washington Capitals weiter eine einzige Enttäuschung bleibt. Den St.Louis Blues, die nach zehn  Siegen in Serie zuletzt drei Spiel in Folge unterlagen, kamen die Hauptstädter als Aufbaugegner gerade recht. Das 0:1 durch Cory Stillman konnten die Capitals zwar in Unterzahl durch Colin Forbes ausgleichen, aber bereits im zweiten Drittel stellten die Blues den 1:4 Endstand her durch Mike Eastwood und einen Doppelschlag von Pavol Demitra. Die Capitals, die als Favorit auf den Stanley Cup gestartet waren, haben vor der All-Star Game Pause eine ernüchternde Bilanz von 20 Siegen und 26 Niederlagen vorzuweisden.

 

Auch die New Jersey Devils profitieren von der Schwäche der Capitals und konnten sich nach dem zweiten Sieg in Folge unter Kevin Constantine auf Platz 8 im Osten festsetzen. Nach dem 1:0 durch Jim McKenzies’s erstes Tor nach 26 Spielen erzielte Phil Housley zwar zu einem vermeintlich optimalen Zeitpunkt zwei Sekunden vor  der ersten Drittelpause den Ausgleich für die Chicago Blackhawks, aber bereits im zweiten Drittel präsentierten die Devils den scheinbar neuen Geist beim letzjährigen Finalisten. Nach Vorarbeit von Scott Gomez sorgten Sergej Brylin und Bobby Holik bereits im zweiten Drittel für den 3:1 Endstand, da der hervorragende Martin Brodeur (27 Saves) seinen Kasten  sauber hielt.

 

Während fast alle aktuellen Play-Off Aspiranten in der Eastern Conference erfolgreich waren, blieben neben Washington auch die anderen Saisonenttäuschungen sieglos, wobei die Pittsburgh Penguins zuletzt nach der Rückkehr von Mario Lemieux deutlich aufsteigende Tendenz zeigten. Nach der 3:6 Heimniederlage gegen die San Jose Sharks war der Eigentümer und Superstar in Personalunion sichtlich angefressen. Die Gastgeber kassierten vier Gegentreffer innerhalb von 18 Minuten und lagen nach zwei Dritteln mit 3:4 durch Brad Stuart, Vincent Damphousse, Scott Thornton und Alexander Korolyuk zurück, da nur der Block um "Super Mario" und die Torschützen Alexei Kovalev (2) und Alexei Morozov NHL-tauglichkeit bewies. Im letzten Drittel sorgten Teemu Selanne und Owen Nolan nach Vorarbeit von Marco Sturm  für die Entscheidung.

 

Auch die Florida Panthers unterlagen im Duell mit einem Team aus dem Westen. Die Phoenix Coyotes nahmen nach dem 3:1 beide Punkte mit nach Arizona und konnten sich dafür in erster Linie bei Goalie Sean Burke bedanken, der seine erneute Nominierung für das All-Star Game mit einer grandiosen Leistung und 41 Paraden gegen sein Ex-Team eindeutig rechtfertigte. Nach der Führung durch die Verteidiger Radoslav Suchy und Teppo Numminen und der Auswechslung des an diesem Abend glücklosen Roberto Loungo kam durch den Anschlußtreffer von Pavel Bure wieder Farbe ins Spiel aber Daniel Briere stellte im Mitteldrittel den alten Abstand wieder her. Im letzten Abschnitt stand Sean Burke dann im Blickpunkt, musste 17 Schüsse und vier Unterzahlsituationen entschärfen und durfte sich danach feiern lassen.

 

Der Sieg war im Hinblick auf die Play-Off Qualifikation umso wichtiger, da die Konkurrenz erfolgreich blieb. Die Los Angeles Kings sind derzeit wohl das Team, das die All-Star Game Pause am meisten bedauert, denn sie haben einen phänomenalen Lauf. Auch die Minnesota Wild konnte die Kalifornier nicht stoppen und Felix Potvin durfte nach dem 2:0 Auswärtssieg und 20 Saves den dritten Shutout im Januar feiern. Der 11.Sieg in diesem Monat wurde schließlich durch die Treffer von Phillipe Boucher und Nelson Emerson unter Dach und Fach gebracht.

 

Die Vancouver Canucks arbeiteten sich in den letzten Spielen parallel zu den Kings sukzessiv weiter nach vorne, mussten sich jedoch gegen die Edmonton Oilers mit einem 2:2 Unentschieden abfinden. Dabei konnten sie am Ende dennoch zufrieden sein, da die überlegenen Gäste zunächst durch Mike Comrie und Josh Green 2:0 führten. Durch die Treffer von Todd Bertuzzi im zweiten Drittel und Hendrik Sedin nach Pass seines Bruders Daniel in der 49.Minute blieben die Canucks auch im siebten Spiel in Folge ungeschlagen.

 

Nach zuvor 10 Niederlagen in 13 Spielen können auch die Mighty Ducks of Anaheim auf eine kleine Serie zurückblicken und gewannen nach dem 3:1 gegen die Columbus Blue Jackets nun das fünfte Spiel in Folge. Nach Rückstand durch Mike Sillinger sorgten Jeff Friesen, Andy McDonald und Matt Cullen für den Heimsieg.

 

 

Auch die Calgary Flames konnten ihren kleinen Durchhänger ausgerechnet gegen die Detroit Red Wings, wobei der 4:3 Heimsieg etwas glücklich war. Nach dem 2:0 durch Marc Savard und Jarome Iginla konnten Luc Robitaille und Igor Larionov zunächst aus. Nach der erneuten Führung durch Savard erzielte der selbe Spieler 1:24 Minuten nach dem erneuten Ausgleich durch Brendan Shanahan den Siegtreffer. Die beiden Matchwinner Jarome Iginla (32.Saisontor) und Marc Savard (3 Tore /1 Assist) waren  neben dem hervorragenden Roman Turek (31 Saves) die entscheidenden Faktoren beim wichtigen Heimsieg für die Flames.

 

Die Colorado Avalanche sehnt die All-Star Game Pause förmlich herbei, da der Titelverteidiger nach dem 4:6 gegen Los Angeles nun auch das zweite Heimspiel in Folge mit 2:5 gegen die Nashville Predators verlor. Trotz Rückstand durch Rookie Vadim Vrbata nahmen die Gäste die Punkte mit, da Vitali Yachmenev, Denis Arkhipov und Scott Hartnell trafen, wobei der 19-jährige gleich zweimal erfolgreich war. Während Joe Sakic zum zwischenzeitlichen 2:2 traf, sorgte Tom Fitzgerald mit seinem empty net goal für die Entscheidung.


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