Das schwierige Leben des dritten Torhüters.
Timo Pielmeier geht es gut. Er sitzt auf der Terrasse eines Hauses am Kalifornischen Strand und entspannt. Luca Sbisa kommt auf die Terrasse und hat ein Bier für beide mitgebracht. Timo wurde von seinem Syracuse Crunch im kalten New York nach Anaheim zu den Ducks in das warme Kalifornien berufen. Später steigen sie mit Flip Flops und kurzen Hosen ins Auto und fahren zum Honda Center nach Anaheim zum Spiel. Das ist die schöne Seite des NHL Lebens. Doch Timo ist nur für kurze Zeit in Kalifornien. Einer der Stammtorhüter der Anaheim Ducks ist nicht einsatzfähig. Also ruft Anaheim bei seinem Farmteam in Syracuse an und meldet, dass sie Timo benötigen. Das Flugticket liegt am Flughafen bereit. Timo Pielmeier packt seine komplette Torhüterausrüstung ein sowie die Sommerkleidung. Dann geht es los. Zirka 4350 Km mit dem Flugzeug durch Amerika. Flug von New York nach Los Angeles mit Zwischenstopp in Phoenix oder Atlanta. Knapp 6 Stunden vom tiefen Winter ins sommerliche Los Angeles. Von dort geht es nun zu Luca Sbisa und ins Stadion.
Wenn es so läuft, ist es für Timo alles andere als ein schweres Leben. Doch es gibt auch andere Möglichkeiten. Timo wurde in dieser Saison bereits zwei Mal in die NHL berufen. Zuerst ist Curtis McElhinney Vater geworden, weshalb er für das Spiel am 22. Januar in Montreal nicht für Anaheim den Platz als Back Up einnehmen konnte. Timo flog hin und danach wieder zurück. Er absolvierte zwei Spiele für sein Team der Syracuse Crunch, ehe am 4. Februar dann der erneute Anruf kam. Pielmeier flog von New York über Philadelphia nach Denver, um einen Tag später beim Spiel in Colorado Jonas Hiller zu ersetzen, welcher mit einer Grippe im Bett lag. Spielen durfte Pielmeier nicht, Curtis McElhinney bekam den Vorzug. Nach dem Spiel wurde Pielmeier aufgrund einer Salary Cup Regelung nach Las Vegas geschickt, um dort mit dem Farmteam der Ducks, den Elmira Jackals, zu trainieren, die für zwei Auswärtsspiele, in der ECHL, dort verweilten. Also flog er eine Stunde, von Los Angeles nach Las Vegas, um dort beim Training teilzunehmen. Dort erfuhr er auch, dass Anaheim sich die Rechte an Ray Emery sicherte. Unsicherheit. Timo Pielmeier telefoniert mit Anaheim und erfuhr, dass er sich keine Sorgen machen muss, Emery und Pielmeier werden sich in der AHL das Tor teilen. Er wird das Team nicht wechseln müssen. Also blieb Pielmeier in Las Vegas und durfte dann in der vergangenen Nacht zurück nach Anaheim fliegen, nur um bei seiner Ankunft zu erfahren, dass er direkt nach Vancouver weiter muss, um die Woche über in Kanada zu verweilen, da die Anaheim Ducks zwei Auswärtsspiele in Vancouver und Calgary bestreiten. Ob er hier allerdings die ganze Woche bleiben darf, ist noch ungewiss. Alles hängt davon ab, ob Jonas Hiller bis Freitag wieder gesund ist. Denn dann heißt es wieder zurück, durch ganz Amerika. Syracuse würde nach Pielmeiers Woche in Kanada nur ein Auswärtsspiel bestreiten, im 160 Meilen entfernten Adirondack. Danach gibt es fünf Heimspiele in Syracuse. Endlich wieder schlafen im heimischen Bett. Wie lange er diesen Luxus genießen kann, ist ungewiss. Jedenfalls solang bis es wieder heißt: „Timo, we need you!“
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