Connor McDavid schießt die Edmonton Oilers ins Conference Finale und trifft auf Colorado 5:4-Auswärtssieg nach Verlängerung

Connor McDavid freut sich mit seinen Kollegen über das Weiterkommen in die nächste Runde. (picture alliance / ZUMAPRESS.com | Jeff Mcintosh)Connor McDavid freut sich mit seinen Kollegen über das Weiterkommen in die nächste Runde. (picture alliance / ZUMAPRESS.com | Jeff Mcintosh)
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Es war wie ein Urschrei in die Stille des Saddledomes in Calgary hinein: Oilers-Kapitän Connor McDavid traf nach fünf Minuten in der Verlängerung – und schrie die Freude aus voller Lunge heraus: Spiel entschieden, Serie entschieden – und das gegen den ewigen Rivalen aus Calgary in deren Arena. Damit stehen die Oilers erstmals seit 16 Jahren wieder im Finale der Western Conference.

In der regulären Spielzeit hatten sie 0:2 und 3:4 zurückgelegen. Zunächst schossen sie drei Treffer in Folge zur Führung und glichen dann, nachdem die Flames ihrerseits das Spiel gedreht hatten, durch Evan Bouchard erneut aus. In dieser vollkommen verrückten Phase des schossen beide Mannschaften innerhalb von 71 jeweils zwei Tore – NHL-Rekord für Play-off-Spiel!

Im Schlussdrittel erholten sich beide Teams von diesem wilden Ritt – es fielen keine weiteren Tore, so dass die Verlängerung entscheiden musste. Nach fünf Minuten dann die entscheidende Szene: Die Oilers schossen die Scheibe ins Drittel der Flames. Der Verteidiger beförderte sie etwas halbherzig über die Rundung in Richtung neutrale Zone. Dort fing Leon Draisaitl den Puck ab, behauptete ihn mit seiner ganzen Kraft und Erfahrung, leitete sie im Fallen weiter zu Connor McDavid, der aus zentraler Position sofort abzog und Jacob Markström im Tor der Flames überwand zur Entscheidung.

Leon Draisaitl leistete wieder vier Torvorlagen, er und McDavid stehen nun bei 26 Punkten aus zwölf Spielen – atemberaubende Werte in der heißesten Zeit des NHL-Jahres!

Nach einigen Höhen und – insbesondere in den Play-offs – vielen Tiefen steht diese Oilers-Generation nun vor ihrem bisher größten Erfolg. Fortsetzung folgt in der Vorschlussrunde gegen die Colorado Avalanche.

Colorado hat mit einem Last-Minute-Tor 5,6 Sekunden vor Ende durch Darren Helm Spiel 6 der Best-of-seven-Serie gegen die St. Louis Blues mit 3:2 gewonnen und steht damit im Conference-Finale. Zunächst deutete einiges darauf hin, dass St. Louis die Serie zum 3:3 ausgleichen könnte. Justin Faulk brachte die Blues kurz vor Ende des ersten Abschnitts mit 1:0 in Front. Auf den Ausgleich von J.T. Comphers erstem Tor in den diesjährigen Playoffs hatte Jordan Kyrou die passende Antwort parat und brachte die Gastgeber erneut in Führung. Im Schlussabschnitt glich dann aber Compher mit seinem zweiten Treffer der Partie in Überzahl zum 2:2 aus, bevor Routinier Darren Helm (ebenfalls erstes Tor der aktuellen Playoffs) sich ein Herz fasste und per Schlagschuss den Lucky Punch zum 4:2-Seriengewinn setzte. Der deutsche Avs-Stürmer Nico Sturm kam erneut nicht zum Einsatz und musste von der Tribüne aus zuschauen. Die Avalanche steht erstmals seit 2002 wieder im Conference-Finale und genießt dort Heimrecht gegen die Edmonton Oilers. Die Best-of-seven-Serie startet in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch.

In der Eastern Conference wartet Meister Tampa Bay auf seinen Gegner in der Runde der letzten Vier. Dies könnten die Carolina Hurricanes werden, die Spiel 5 auf eigenem Eis gegen die New York Rangers gewannen. Sie bleiben damit vor heimischem Publikum ungeschlagen, warten aber auf einen Auswärtssieg. Den bräuchten sie streng genommen gegen die Bolts auch nicht, weil sie das Heimrecht auf ihrer Seite haben.


Holger Neumann / Timo Helfrich


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