Boston Bruins wehren ersten Matchpuck in St. Louis erfolgreich ab5:1-Erfolg bei den St. Louis Blues in Spiel sechs

Brad Marchand bejubelt sein Tor für die Boston Bruins in Spiel sechs gegen die St. Louis Blues. (Foto: dpa/picture alliance/AP Images)Brad Marchand bejubelt sein Tor für die Boston Bruins in Spiel sechs gegen die St. Louis Blues. (Foto: dpa/picture alliance/AP Images)
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Der Verteidiger der Boston Bruins, Charlie McAvoy, sagte nach dem Spiel, dass der Druck des Gewinnenmüssens vor der Begegnung extrem gewesen sei: „Allein der Gedanke, dass mit einer Niederlage die gesamte Anstrengung in der Vorrunde sowie in den Play-offs umsonst gewesen wäre, war furchtbar. Zum Glück waren wir ein Team und wir haben uns an der Aufgabe förmlich festgebissen und dürfen jetzt zur Belohnung noch Spiel sieben spielen.“ Auf der anderen Seite stand ein Gegner, der, es lebe die Statistik, einen analogen Partner in der DEL hat, bzw. gehabt hätte, würde dieser noch in der höchsten deutschen Spielklasse antreten. Die Hannover Scorpions, in der Saison 2009/10 im November noch Klassenletzter und ein halbes Jahr später Deutscher Meister. Genau die gleiche Geschichte könnte St. Louis bevorstehen, denn die Blues standen im Januar dieses Jahres noch ganz hinten in der Tabelle, um dann einen Siegeszug par excellence hinzulegen. Dazu Trainer Craig Berube: „Wenn man mir vor vier Monaten gesagt hätte, dass ich im Finale stehen würde, ich hätte vermutlich nur ungläubig geguckt. Wir haben uns nicht nur am Riemen gerissen, wir haben vor allem aus auswärts gezeigt, dass wir stark sind. Vor Spiel sieben haben wir Respekt aber keine Angst.“

Tatsächlich zeigten die Blues von Anfang an keine Zurückhaltung, stürmten und setzten die Bruins-Defensive, die wieder mit ihrem trotz Kieferbruchs angetretenen Kapitän Zdeno Chara angetreten war, schwer unter Druck. Besonders beim ersten Powerplay nach vier Minuten musste Bruins-Keeper Tuukka Rask all seine gymnastischen Künste in die Waagschale werfen, um den befürchteten Rückstand zu vermeiden. In der elften Spielminute fiel dann auch das erste Tor, aber ausgerechnet auf der Gegenseite. Einer der bisherigen Play-off-Helden, der Kanadier Ryan O‘Reilly, schaufelte die Scheibe in leichter Bedrängnis über die Bande, bekam eine Strafe und diesen Vorteil nutzte sein Landsmann Brad Marchand von den Bruins mit dem 1:0 aus.

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Im Mitteldrittel artete das Spiel zu einer Defensivschlacht der Bruins aus, die sich über 20 Minuten mit Glück und Können dem unglaublichen Druck der Blues ohne Gegentor entziehen konnten. Alleine Sundqvist, Tarasenko, Schenn und Schwartz hätte Tore für die Blues erzielen müssen, aber neben einer aufopferungsvollen Defensive um Bruins-Star Chara setzte vor allem der Finne Rask im Tor der Bruins merkliche Akzente.

Das Schlussdrittel hatte kaum begonnen, da fiel das zweite Tor und wieder für die Bruins. Brandon Carlo versuchte einen Handgelenkschuss von der blauen Linie und hatte unglaubliches Glück, dass einer der Hauptakteure für den bisherigen Erfolg der Blues, Keeper Jordan Binnington, ausgerechnet in dieser wichtigen Phase patzte. Ihm glitt die Scheibe unter dem rechten Hosenträger durch und damit hatten die Blues jetzt ein richtiges Problem. Jetzt war der Druck noch größer und das nutzten die Gäste in der 50. Minute eiskalt aus. Tyler Bozak von den Blues verlor die Scheibe im Mitteldrittel, Bostons David Krejci spritze dazwischen, passte zu Karson Kuhlman und der frühere US-U18-Nationalspieler ließ Binnington bei seinem Schuss ins obere rechte Eck keine Abwehrmöglichkeit. Jetzt hieß es von St. Louis nur noch alles nach vorne zu werfen und in der 53. Minute hatte dann auch Glücksgöttin Fortuna endlich ein Einsehen mit den Gastgebern. Ryan O‘Reilly, Schuldiger beim 0:1, traf mit viel Glück, denn Tuukka Rask kam noch ins bedrohte Eck, aber scheinbar fünf Hundertstel zu spät.

Die Hoffnung hielt aber nur für ganze 125 Sekunden. Blues-Stürmer Samuel Blais, der sich hinter seinem eigenen Torhüter an der Bande befand, ließ sich nach einem harten, aber fairen Einsatz von Sean Kuraly (Boston) die Scheibe abjagen. Dieser setzte Marchand ein und Marchand bediente den heranjagenden David Pastrnak und gegen dessen Schuss aus höchstens fünf Metern hatte Binnington wiederum keine Abwehrmöglichkeit. Tor fünf fiel schließlich, als St.-Louis-Coach Berube seinen Torhüter vom Eis genommen hatte, durch den Kapitän der Bruins, Zdeno Chara.

Damit steht die Serie, die über die maximalen sieben Spiele geht, ausgeglichen 3:3. Wie hoch der Respekt des Siegers immer noch ist, zeigt ein Abschluss-Statement von Bruins-Keeper Tuukka Rask: „Ein Spiel ist eine Teamleistung. Die Blues werden defensiv und vor allem sehr diszipliniert spielen und sie werden hoffen, dass ihnen das erste Tor gelingt. Dann wird es gegen sie richtig schwer.“ 

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