Boston Bruins und San Jose Sharks ziehen in die nächste Runde einSpiel 7 - Ein Overtime-Drama und ein klarer Sieg

Bostons Sean Kuraly (verdeckt) erzielte das "Series Wining Goal" gegen die Toronto Maple Leafs. (picture alliance / AP Photo / Charles Krupa)Bostons Sean Kuraly (verdeckt) erzielte das "Series Wining Goal" gegen die Toronto Maple Leafs. (picture alliance / AP Photo / Charles Krupa)
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Sonder-Quoten für die NHL Playoffs

Boston Bruins – Toronto Maple Leafs 5:1

Play Off-Stand: 4:3

Ingolstadts Trainer Doug Shedden sagte vor dem alles entscheidenden Spiel seiner Panther gegen die Kölner Haie in den diesjährigen Play Offs der DEL: „Für ein Spiel 7 lebst Du als Eishockey-Profi, es sind die Spiele, die in Erinnerung bleiben – und oft auch von Spielern entschieden werden, von denen man es nicht unbedingt erwartet.“ Spiel 7 der Original Six-Serie zwischen den Boston Bruins und den Toronto Maple Leafs war ein sehr schönes Beispiel dafür: Die vierte Reihe mit Joakim Nordström und Sean Kuraly sorgte für die Vorentscheidung in dieser Serie, die wie schon im vergangenen Jahr wieder über die volle Distanz ging – und an deren Ende wieder die Bruins die Nase vorn hatten.

Nordström brachte nach einer knappen Viertelstunde den Puck aus spitzem Winkel irgendwie an Leafs-Schlussmann Freddie Andersen vorbei zur Führung für die Bruins, Sean Kuraly traf nach feiner Einzelleistung mit einem perfekten Handgelenkschuss über die Schulter von Andersen zum entscheidenden dritten Tor. Zuvor hatten noch im ersten Abschnitt Marcus Johannson nach einem Scheibengewinn hinter dem Kasten der Leafs die Führung ausgebaut und Torontos John Tavares wieder verkürzt. Den Zwei-Tore-Vorsprung verteidigten die Bruins bis in die Schlussphase, ehe sie mit zwei Empty Net-Goals durch Charlie Coyle und Patrice Bergeron – Letzteres bei 59:59 – den Einzug in die nächste Runde perfekt machten.

Ein wahrhaft historischer Abend für die Boston Bruins: Mit nunmehr 15 Siegen in einem Spiel 7 haben sie die Montreal Canadiens überholt, Zdeno Chara bestritt zudem zum 13. Mal diesen ultimativen Showdown, wodurch er mit Legenden wie Patrick Roy und Scott Stevens gleichzog. Ebenfalls rekordverdächtig war die Powerplay-Quote der Braunbären, die mit fast 44 Prozent an einem mehr als 40 Jahre alten Rekord für eine Play Off-Serie kratzte.

Die Bruins treffen nun auf die Columbus Blue Jackets, die Leafs müssen weiter auf den ersten Sieg in einer Serie seit 2004 warten.

San Jose Sharks – Vegas Golden Knights 5:4 (OT)

Play Off-Stand: 4:3

Ganz anders hingegen lief das Spiel der San Jose Sharks gegen die Vegas Golden Knights: Nach 43 gespielten Minuten sahen die Goldenen Ritter aus der Wüste Nevadas wie der sichere Sieger aus. William Karlsson, Cody Eakin und Max Pacioretty hatten die Gäste mit 3:0 in Führung gebracht. Doch dann bissen die Sharks innerhalb von vier Minuten viermal zu. Zum Thema „In den Play Offs entscheiden die Special Teams“: Bei allen vier Treffern spielten sie in numerischer Überlegenheit, nachdem Torschütze Cody Eakin eine große Strafe für einen Bandencheck mit Verletzungsfolge gegen Joe Pavelski erhalten hatte. Logan Couture, Tomas Hertl, erneut Couture und schließlich Kevin Lebanc mit einem platzierten Handgelenkschuss vom rechten Bullypunkt brachten die Sharks erstmalig in Führung in dieser denkwürdigen Partie - und die Arena in San Jose mit ihren vier Toren zum Kochen.

Aber damit ging das Drama erst so richtig los: 47 Sekunden vor dem Ende, Knights-Goalie Fleury hatte seinen Arbeitsplatz längst verlassen, traf Jonathan Marchessault zum späten Ausgleich für die Gäste aus der Spielerstadt Las Vegas, so dass dieses Elimination Game in die Verlängerung ging – mehr Dramatik geht kaum!

In der Overtime knackten jedoch die Sharks den Jackpot: Nach etwas mehr als 78 Minuten umkurvte Barclay Goodrow nach feinem Zuspiel von Erik Karlsson Knights-Goalie Marc-Ándre Fleury und traf zur endgültigen Entscheidung für die Sharks, die nach einem 1:3-Serienrückstand und dem 0:3-Rückstand in Spiel 7 ein mehr als nur bemerkenswertes Comeback hingelegt haben - auch weil während der Strafe gegen Eakin auf einmal auch das bis dahin schwächelnde Powerplay funktionierte. „Letztes Jahr waren wir im Finale und es war sehr hart, das zu verlieren – aber heute Abend war es noch einmal härter zu verlieren – vor allem so zu verlieren“, sagte ein völlig enttäuschter Golden Knights-Trainer Gerard Gallant.

Damit weiß nun auch Philipp Grubauer, mit wem er als nächstes zu tun bekommt. Zur zweiten Runde muss der Rosenheimer mit seinem Team zunächst in Kalifornien antreten - und dabei auch einen Weg finden, Erik Karlsson in den Griff zu kriegen. Der schwedische Offensiv-Verteidiger der Sharks erzielte neun Punkte in der Serie gegen Vegas: Mehr haben in einer Serie nur die beiden Legenden Paul Coffey und Al MacInnis erzielt (je elf Zähler). 

Sonder-Quoten für die NHL Playoffs