Boston Bruins: Der Favorit mit sieben VerfolgernVorschau East Division: Die Top 4

Hier noch Gegner, in der kommenden Spielzeit Teamkollegen: Caps-Superstar Alex Ovechkin (r.) und Bostons langjähriger Kapitän Zdeno Chara (l.) (picture alliance/AP Photo | Nick Wass)Hier noch Gegner, in der kommenden Spielzeit Teamkollegen: Caps-Superstar Alex Ovechkin (r.) und Bostons langjähriger Kapitän Zdeno Chara (l.) (picture alliance/AP Photo | Nick Wass)
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Einige bekannte Namen wechselten innerhalb der neu geschaffenen East Division ihren Arbeitgeber. Nicht nur deswegen dürfte die eine der spannendsten der kommenden NHL-Spielzeit im Kompaktformat werden.

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Boston Bruins

Der Meister von 2011 setzt auf Kontinuität und geht als Favorit dieser Division ins Rennen.

Tor: In Boston nichts Neues: Jaroslav Halak hat als Back-Up und sogar Nummer Eins in den Playoffs, nachdem Tuukka Rask auf die Endrunde verzichtet hatte, seine Heimat in Boston gefunden. Die finnische Nummer Eins ist ohnehin seit Jahren eine feste Größe im Bruins-Kader.

Abwehr: Hier mussten die Bruins zwei herbe Verluste hinnehmen. Torey Krug entschied sich für einen Wechsel zu den St. Louis Blues und Zdeno Chara wurde nach 14 Jahren, davon zwölf als Kapitän der Braunbären, nach Washington abgegeben. Es heißt, er habe sich mit seiner „reduzierten Rolle“ im neuen Team der Bruins nicht anfreunden können. Mit 43 Jahren ist Chara sicher etwas über seinen Zenit hinaus, aber definitiv noch ein Spieler, der einem ambitionierten Team mit seiner Erfahrung und seiner Physis weiterhelfen kann. Direkt kompensiert wurden die Abgänge nicht. Offenbar erwartet man von den etablierten Kräften wie Matt Grzelcyk, Brandon Carlo und vor allem Charlie McAvoy, dass sie die Lücke füllen.

Sturm: Große Konstanz Angriff herrscht hingegen in der Offensive. Die meisten Spieler blieben an Bord, insbesondere das Top-Trio um „Bad Guy“ Brad Marchand, Torjäger David Pastrnak und Kapitän Patrice Bergeron wird weiter wirbeln. Auch in den hinteren Reihen gab es nach einigen Korrekturen im Februar des vergangenen Jahres keine nennenswerten Änderungen. Wichtige Spieler wie Jake DeBrusk, Spitzenverdiener David Krejci und Charlie Coyle stehen ebenfalls weiter zur Verfügung.

Der Meister von 2011 geht als Favorit auf den Division-Titel ins Rennen und dürfte sogar ein ernstes Wörtchen um den Stanley Cup mitreden, wenn die Verluste in der Defensive kompensiert werden, Tuukka Rask an seine alte Leistungsfähigkeit anknüpft und das Powerplay wieder eine echte Macht wird.

Pittsburgh Penguins

Die Penguins haben den Umbruch eingeleitet: Aus den Meisterjahren 2016 und 2017 sind kaum noch Akteure an Bord – und im Sommer wurde mächtig umgebaut im Kader der Pinguine.

Tor: Der zweimalige Stanley Cup-Gewinner Matt Murray wurde nach einer durchwachsenen Saison in der „Steel City“ zu den Ottawa Senators abgegeben. Tristan Jarry, der im Dezember 2019 schon einmal für einige Zeit Starting Goalie der Penguins war, geht nun als Nummer Eins in die Saison. Ihm zur Seite steht Casey DeSmith, der auch schon auf einige NHL-Einsätze kommt.

Abwehr: Hier haben die Verantwortlichen des fünffachen Stanley Cup-Siegers am meisten aufgeräumt: Nick Schultz wurde nach Washington abgegeben, Jack Johnson sogar aus seinem Vertrag herausgekauft, um Platz zu machen zu machen für Mike Matheson, der im Zuge des Hörnquist-Deals aus Florida kam, und Cody Ceci. Gemeinsam mit den erfahrenen Defendern Kris Letang und Brian Dumoulin sowie den beiden Jungen Marcus Petterson und John Marino sollen sie den Laden dicht halten.

Sturm: Superstar Sidney Crosby und Jake Guentzel hatten in der vergangenen Saison mit Verletzungen zu kämpfen, insbesondere Guentzel fiel länger aus. Ihnen wurde nun der extrem schnelle Kaspari Kapanen, der aus Toronto in die Stahlstadt wechselte, zur Seite gestellt. Er könnte genau der Richtige sein, um mit den beiden Top-Stürmern der Penguins eine äußerst gefährliche Reihe bilden. Und dann gibt es ja auch noch Evgeni Malkin, der wohl an der Seite von Bryan Rust und Jason Zucker in die Saison startet. Interessant ist zudem Mark Jankowski, der seine Stärken in der Defensive hat und bereits sieben Unterzahltore in seiner noch jungen NHL-Karriere erzielt hat.

Wenn Tristan Jarry sich als stabile Nummer Eins behauptet, die Abgänge in der Verteidigung kompensiert werden können und wenn Kaspari Kapanen tatsächlich die perfekte Ergänzung der ersten Sturmreihe ist, sollte der Playoff-Qualifikation nicht viel im Wege stehen.

Washington Capitals

Der Meister von 2018 will es wieder wissen und hat einige Veränderungen vorgenommen. Meister-Goalie Braden Holtby wurde nach Vancouver abgegeben, mit Zdeno Chara Führungsstärke und Erfahrung verpflichtet.

Tor: Rangers-Legende Hendrik Lundquist sollte in der kommenden Spielzeit gemeinsam mit dem aufstrebenden Ilya Samsonov das Torhüter-Gespann bilden. Nachdem der Schwede aber wegen einer Herzoperation diese Saison nicht mehr auf das Eis gehen wird, verpflichteten die Capitals den 39jährigen Craig Anderson aus Ottawa als Try-Out, der mit seiner Routine Samsonov den Sprung zur Nummer Eins der Hauptstädter ermöglichen soll.

Abwehr: Wie die ewigen Rivalen aus Pittsburgh haben auch die Washington Capitals ihr Augenmerk auf die Neuausrichtung der Defensive gelegt: Mit Nick Schultz, der aus Pittsburgh kam, Zdeno Chara, der für lediglich 800.000 Dollar Gehalt auf das Eis geht, und Trevor van Riemsdyk möchten die Caps den Hebel ansetzen, die Zahl der Gegentore deutlich zu reduzieren. Fast 3,5 Treffer erzielten ihre Gegner im Schnitt seit Ende Dezember 2019 – ein Problem, das sich in den Playoffs fortsetzte und folgerichtig das frühe Aus gegen die New York Islanders brachte. Gemeinsam mit den Etablierten um Top-Verteidiger John Carlson sollte dies gelingen.

Sturm: Im Angriff sind die Capitals um Kapitän Alex Ovechkin und seinen kongenialen Partner Nicklas Bäckström gut besetzt. In der letzten Saison war jedoch Evgeni Kuznetzov ein bisschen der russische Problembär. Seine Produktion stockte, es fehlte ihm an Konstanz. Mit der Entlassung von Coach Tood Reirden, der durch Peter Laviolette ersetzt wurde, soll nun wieder alles besser werden für „Kuzie“. Washingtons GM Brian MacLellan hat ihn auch indirekt in die Pflicht genommen.

Ob es für die Capitals gleich wieder zu einem Angriff auf den Cup reicht, wird man angesichts der etwas turbulenten Off-Season abwarten müssen. Die Playoff-Qualifikation sollte für die Caps jedoch kein großes Problem darstellen, wenn sich das hohe Durchschnittsalter von mehr als 30 Jahren im dichtgedrängten Terminkalender dieser Saison den Hauptstädtern keinen Strich durch die Rechnung macht.

Philadelphia Flyers

Die Flyers haben wollen in dieser Saison zu einem echten Cup-Anwärter werden und haben dafür punktuell nachgebessert in ihrem Kader.

Tor: Der junge Carter Hart und der erfahrene Brian Elliot bilden das Torhüter-Gespann. Eine gute Kombination: Elliot kann dem jungen Schlussmann erforderliche Pausen verschaffen, die angesichts des straffen Spielplans immer wieder mal nötig sein werden.

Abwehr: Gesucht wird der Partner von Top-Verteidiger Iwan Provorov. Der neuverpflichtete Erik Gustafsson oder Philippe Myers haben wohl die besten Chancen. Der „Unterlegene“ gilt als sicherer Partner für die zweite Verteidigung mit Travis Sanheim. Dahinter konkurrieren fünf Spieler im die freien Plätze, darunter die beiden Rookies Mark Friedman und Egor Zamula.

Sturm: Die ersten beiden Sturmreihen sind mit den Routiniers Claude Giroux, Jakub Voracek und Sean Couturier sowie Oscar Lindblom, Travis Konecny und Kevin Hayes gut besetzt. Dahinter befindet sich Einiges im Fluss. Hier kämpft unter anderem der Österreicher Michael Raffl um seinen Platz. Besonderes Augenmerk liegt zudem auf James van Riemsdyk, der eine Schüsselrolle spielen könnte bei der Verbesserung des zuletzt etwas schwächelnden Powerplay.

Gelingt es, die Kaderbaustellen zu schließen, könnte es klappen mit der Endrundenteilnahme, allerdings liegen die Teams qualitativ nah beinander, so dass sich die Flyers keine Schwächephase leisten dürfen.


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