„Beim nächsten Lockout spiele ich in Berlin“

Lesedauer: ca. 4 Minuten

Die Stars der National Hockey League

(NHL) zu Gast in Berlin – Deutschlands Meister lieferte sich in der Hauptstadt

einen interessanten Schlagabtausch mit den Tampa Bay Lightning. An Bord auf

Seiten des Stanley-Cup-Spiegers von 2004: Alle Topspieler des Klubs. Während

nach der Partie vor allem Berlin-Rückkehrer Olaf Kölzig und der genese Superstar

Vincent Lecavalier im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit standen, unterhielt sich

hockeyweb in der Gäste-Kabine mit einem aufgehenden Stern am Eishockeyhimmel:

Supertalent Steven Stamkos. In seinem ersten Interview mit der deutschen Presse

plauderte der sympathische 18-Jährige ausgesprochen fröhlich über die

lautstarken Berliner Anhänger, erzählte, wer ihn auf dem Eis beschützt und

verriet, wo er während des nächsten NHL-Lockouts am liebsten seine Schlittschuhe

schnüren würde.

Hockeyweb: Ihr seid schwer in die

Partie gekommen, habt ihr den Deutschen Meister unterschätzt oder wie erklärst

Du Dir euren schwachen Start?

Stamkos: Nein, wir wussten, dass

die Eisbären ein starkes Team sind. Viele von den Jungs haben schon einmal auf

NHL-Eis gestanden. Wir mussten uns zu Beginn erst an die größere Eisfläche und

die Spielweise der Berliner gewöhnen. Die Eisbären haben stark angefangen und

uns so zeitweise in Schwierigkeiten gebracht. Dazu hatten sie eine super

Unterstützung von ihren Fans.

Hockeyweb: Die Stimmung ist

bestimmt etwas, dass du aus den Staaten nicht gewohnt bist. Wie war das für

Dich?

Stamkos: Die Atmosphäre war

fantastisch, die Stimmung ist echt beeindruckend. Die Fans hier sind so laut und

unterstützen ihr Team das ganze Spiel. Ich habe im Rahmen der U-18-WM schon

einmal in Europa gespielt, kannte daher die Fans hier schon etwas und wusste,

was mich heute erwarten könnte. Aber es war noch besser, als ich es erwartet

hatte.

Hockeyweb: Dir scheint es hier in

Deutschland bzw. in Berlin gut zu gefallen. Beim nächsten Lock-Out werden wir

Dich dann bestimmt im Eisbären-Dress auflaufen sehen?

Stamkos: (lacht) Das ist eine gute

Idee - vielleicht, ja. Vor solcher Kulisse spiele ich gerne nochmal und die

Arena ist klasse, genauso spitze wie unsere aus der NHL. Warum nicht?

Hockeyweb: Kommen wir auf die

anstehende NHL-Saison zu sprechen. Du wurdest von den Lightning an erster Stelle

gedrafted, bist eines der größten Talente dieses Sports. Die Erwartungen an Dich

könnten dementsprechend nicht größer sein. Wie gehst Du damit um, ist die hohe

Erwartungshaltung der Leute ein Problem für Dich?

Stamkos: Das liegt alles nicht in

meiner Hand, ich habe mit diesen Erwartungen kein Problem, befasse mich damit

gar nicht so sehr. Ich bestreite einfach jedes Spiel bestmöglich, versuche mich

weiter zu verbessern. Da ich sowieso nichts anderes tun kann, fokussiere ich

mich voll auf den Sport.

Hockeyweb: Calder-Trophy-Winner

2009 (Anm.: Auszeichnung für den besten NHL-Rookie der Saison): Steven

Stamkos?

Stamkos: (lacht) Klar, das wäre

eine super Sache und ein großartiger Erfolg für mich! Aber an erster Stelle

steht natürlich der Erfolg der Mannschaft, der geht vor jede persönliche

Auszeichnung für mich.

Hockeyweb: Nicht nur die

Erwartungen an Dich sind hoch, auch das Team muss sich nach der miserablen

letzten Saison beweisen und hat einiges gut zu machen. Wie ist die Situation bei

Euch in Florida? Fans und Medien machen bestimmt mächtig Druck.

Stamkos: Klar, nach so einer

Saison wie sie das Team letztes Jahr hatte, ist das zwangsläufig so. Es hat sich

im Sommer soviel in der Organisation getan. Neues Management, neuer Trainer,

usw., das muss sich natürlich alles erstmal richtig finden und einspielen. Ich

denke aber, dass wir mit dieser Truppe die verkorkste Vorjahressaison vergessen

machen können.

Hockeyweb: Wie sieht Deine

persönliche Zukunft in Tampa aus? Du bist der Center der zweiten Reihe, im

ersten Block ist Vincent Lecavailer als Mittelstürmer gesetzt. Muss bald einer

von Euch auf den Flügel ausweichen, damit ihr zusammen mit Martin St. Louis die

neue Topformation bilden könnt?

Stamkos: (lacht) Das wird die Zeit

zeigen. Vinnie ist die klare Nummer eins im Team und unser Top-Center. Er war

selber einmal der Top-Draftpick, an ihm führt kein Weg vorbei, wenn es um die

Besetzung der Mittelstürmerposition geht. Damit habe ich aber überhaupt kein

Problem. Ich spiele gerne in der zweiten Reihe und versuche mich in den nächsten

drei Jahren einfach bestmöglich zu entwickeln und damit für einen neuen, guten

Vertrag zu empfehlen.­


(Hockeyweb-Redakteur Daniel Pietzker überreicht Steven Stamkos ein Hockeyweb-Basecap als kleines Andenken aus Deutschland)
­­

Hockeyweb: Letzte Frage, anderes

Thema: Was passiert, wenn Du auf dem Eis herausgefordert wirst und sich ein

Gegner mit Dir anlegt. Bist Du bereit, selber die Handschuhe wegzuwerfen oder

überlässt Du die dreckige Arbeit den harten Jungs? Wann werden wir Steven

Stamkos‘ ersten NHL-Fight sehen? Sidney Crosby hat fast 200 Spiele dafür

gebraucht.

Stamkos: (lacht) Ich weiß, wie ich

mich verteidige und stecke nie zurück. Aber ich überlasse diesen Job lieber unseren

„Tough-Guys“, wie Ryan Malone. Er ist ein knallharter Spieler und passt auf dem

Eis gut auf mich auf. Das hat er ja auch heute wieder unter Beweis gestellt

(Anm.: Malone verprügelte Berlins Richie Regehr, nachdem dieser Stamkos in die

Bande gecheckt hatte). In einem Fight kannst Du dich schnell verletzten, dir das

Handgelenk brechen oder solche Sachen, insofern halte ich mich dabei lieber

zurück. Aber wenn es hart auf hart kommt, stehe ich natürlich meinen

Mann.

Hockeyweb: Steven, vielen Dank für

das Gespräch!

(Das Interview führte Daniel Pietzker. Fotos Matthias Eckart)  

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Montag 20.01.2020
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