10. Winter Classic: Rangers-Keeper Henrik Lundqvist behält weiße WesteHeißkalte Leidenschaft in New Yok bei minus 20 Grad

Aufgrund einer Herzerkrankung kann Henrik Lundqvist nicht in der neuen Saison für die Washington Capitals spielen  (picture alliance/newscom)Aufgrund einer Herzerkrankung kann Henrik Lundqvist nicht in der neuen Saison für die Washington Capitals spielen (picture alliance/newscom)
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Was für ein Spektakel. Eishockey im Baseball-Stadion der New York Mets. 41821 Zuschauer. Der Kältewelle in den USA zum Trotz. Schnee! Minusgrade. Die New York Rangers haben das traditionelle Outdoor-Spiel der NHL am Neujahrstag gegen die Buffalo Sabres mit 3:2 nach Verlängerung gewonnen. Paul Carey (5.) und Michael Grabner (9.) brachten die Rangers im ersten Drittel in Führung. Sam Reinhart (21.) und Rasmus Ristolainen (41.) glichen mit frühen Treffern im zweiten und dritten Abschnitt aus, J.T. Miller sorgte in der dritten Minute der Overtime dann doch noch für den umjubelten Sieg der Rangers.

Seit 2008 geht es in der besten Eishockey-Liga der Welt kurz nach dem Jahreswechsel unter Freiluft-Himmel zur Sache, wenn die NHL das mittlerweile legendäres Winter Classic Match veranstaltet. Neujahr kam es zum Jubiläum. Schauplatz war dieses Mal das Citi Field in New York, sonst als Heimspielstätte des Baseball-Klubs New York Mets bekannt. Obwohl das Spiel im „Big Apple“ stattfand, hatten bei der 2018er-Auflage die Buffalo Sabres, der Klub aus der zweitgrößten Stadt des US-Staates New York, Heimrecht. Bei bitterkalten Temperaturen lief ein Mann völlig heiß. Henrik Lundqvist, der legendäre Keeper aus Schweden, behielt im Schnee genauso wie die Rangers seine weiße Outdoor-Weste. Er gewann auch gegen die Philadelphia Flyers 3:2 im NHL Winter Classic im Citizens Bank Park in Philadelphia sowie gegen die New Jersey Devils 7:-3 und New York Islanders 2:1 im Rahmen einer Stadion-Serie im Yankee Stadium in New York.


Ja, er ist 35 Jahre alt. Ja, er wird am 2. März 36. Aber er spielt immer noch auf absoluten Weltklasse-Niveau. "Er kann wahrscheinlich noch drei oder vier Jahre effektiv spielen“, schwärmte Torwart-Legende Tony Esposito (74), der selbst von 1968 bis 1984 für die Montréal Canadiens und Chicago Black Hawks ebenfalls bis zu seinem 40. Lebensjahr auf dem Eis stand. „Er muss weitermachen. Ich verstehe nicht, warum er aufhören sollte, nur weil er ein gewisses Alter erreicht hat. Die großen Torhüter der Geschichte haben alle gespielt, bis sie 40 waren.“

Für Lundqvist sind Freiluftspiele eine heißkalte Leidenschaft. Für ihn geht es nicht nur um Siege. Es geht um die Atmosphäre. Das spezielle Gefühl. Die Stimmung. Das unvergessliche Erlebnis. „Du spielst nicht oft draußen. Also bedeutet dir so eine Veranstaltung extrem viel. Man will unbedingt gewinnen, damit man sich im Sommer entspannt hinsetzen- und auf eine tolle Erinnerung zurückschauen kann“, sagte der skandinavische Hexer zwischen den Pfosten. "Das ist nicht einfach nur ein Spiel. Es ist so, als würde man Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele oder sogar ein Spiel 7 spielen", erklärte Lundqvist. "Ein Fehler kann dich das Spiel kosten."    

Die Teams absolvieren das Winter Classic mit speziellen Trikots im Vintage-Look, auch Trainer und Offizielle tragen dem Anlass gebührende Heritage-Outfits - oft College-Jacken im speziellen Design. Außerdem glänzen manche Akteure auf dem Eis angesichts der teilweise extremen Minus-Grade mit Wollmützen über dem Helm. Viele Spieler fühlten sich an ihre Kindheit erinnert, als sie bei extremen Witterungen auf zugefrorenen Seen und anderen Gewässern zum ersten Mal auf Puckjagd gingen. Wie Siegtorschütze Miller. „Es war wie früher als kleiner Junge“, strahlte er begeistert, nachdem er im Jubel an die Bande gesprungen war und anschließend unter seinen Mitspielern begraben wurde. Auch die Fans feierten mit pyrotechnischen Freudenfeuern, als sie die eiskalten Windböen und arktische Temperaturen, die auf -20,5 Grad (!) abstürzten, überstanden hatten. NY-Verteidiger Kevin Shattenkirk erklärte die im positiven Sinne frostige Symbiose zwischen Zuschauern und Spielern. „Es war wie früher, als wir als Kinder draußen auf dem Eis gespielt haben und uns die Menschen zugeschaut haben. Das verbindet alle, die unser Spiel lieben.“ Fazit von  Lundqvist: „Es ist eine tolle Erfahrung, Teil von etwas zu sein, das nicht selbstverständlich ist.“ Und der Super-Goalie ergänzte: "Wenn man gewinnt." Na dann. Auf ein Neues.  

 


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