Zwei Mammutaufgaben und ein Teddy-Bear-TossGegen Ratingen und Dortmund

Zwei Mammutaufgaben und ein Teddy-Bear-TossZwei Mammutaufgaben und ein Teddy-Bear-Toss
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Wenn der Neusser EV am kommenden Wochenende innerhalb von 24 Stunden auf die beiden besten Teams der Liga trifft, könnten die Trauben sportlich wohl kaum höher hängen. Am Freitag (20 Uhr) tritt die Mannschaft des Trainergespanns Fuchs/Benske bei den Ratinger Ice Aliens an, die die Tabelle nach 15 Spielen verlustpunktfrei anführen.

Nachdem das Eishockey in der Dumeklemmer-Stadt in der jüngeren Vergangenheit wirtschaftlich wie organisatorisch (zwischenzeitliche Schließung der Eissporthalle wegen dringender Sanierungsarbeiten) schwierige Zeiten durchgemacht hat, ist die aktuelle Erfolgsserie Balsam für die Seelen der Außerirdischen. Mit einem Blick auf den Kader überrascht diese jedoch maximal hinsichtlich der weißen Weste, zu überdurchschnittlich und ausgeglichen ist der Spitzenreiter in allen Mannschaftsteilen besetzt. Das gute Dutzend etablierter Ratinger Spieler wurde vor der Saison mit erfahrenen Akteuren aus der Oberliga und einigen Talenten aus dem Umland sinnvoll ergänzt und so eine Mischung gefunden, die offensichtlich gut passt. Neben Liga-Topscorer Dennis Fischbuch (Duisburg) und Routinier Milan Vanek (Memmingen) zog es auch die Torhüter Christoph Oster (Hamburg) und Dennis Kohl (Hamm) zurück in heimatliche Gefilde.

Die Qualität der Ratinger beweist sich angesichts der erfreulich ausgeglichenen Liga nicht durch Kantersiege gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte, sondern in den Duellen mit direkten Verfolgern. Das letztwöchige Spitzenspiel gegen die Hammer Eisbären entschied die Truppe von Trainer Alexander Jacobs mit 7:3 für sich, wobei sie nach dem ersten Drittel noch mit 0:3 zurück gelegen hatte. Dass die Außerirdischen nun das Ziel verfolgen, mit Siegen in den verbleibenden drei Spielen die perfekte Vorrunde zu komplettieren, ist nur allzu verständlich. Der NEV würde da gerne zum Stolperstein werden und hat nach der sehr überzeugenden Vorstellung gegen Dinslaken neuen Mut geschöpft. Eine kleine Chance könnte sein, dass die Gastgeber auf zwei gesperrte Verteidiger verzichten müssen (Lucas Becker, Jan Philipp Priebsch), doch auch dem NEV wird mit Paul Gebel eine Defensivkraft fehlen.

Nicht einmal 24 Stunden nach dem Spiel gegen Ratingen muss die Truppe um Kapitän Holger Schrills erneut zu den Schlägern greifen, wenn am Samstag um 18.30 Uhr die Eisadler Dortmund im Südpark gastieren. Wie schon im Vorjahr nutzt der NEV ein Aufeinandertreffen mit einem Spitzenteam zu einem Benefizspiel, mit dem die „Aktion Lichtblicke“ unterstützt wird. Neben vergünstigten Eintrittspreisen wird es auch einen Teddy-Bear-Toss geben, worüber der Verein bereits vor zwei Wochen umfangreich informierte. Über diverse Medien und mit einem Stand im Neusser Rheinpark-Center wurde für die Veranstaltung geworben, um möglichst viele Zuschauer für die Charity-Aktion gewinnen zu können, die auch vom sportlichen Gegner unterstützt wird. Der NEV hofft daher, dass auch zahlreiche Anhänger der Westfalen den Weg in den Südpark finden werden. Geschenke werden jedoch nur am Rande der Partie verteilt, auf dem Eis ist davon auszugehen, dass die Aufgabe im Vergleich zum Vortag nicht einfacher wird. Zwar starteten die Dortmunder als Aufsteiger in die neue Spielklasse, sein Potenzial hat der souveräne Regionalliga-Meister der vergangenen Saison jedoch bereits im Vorjahr angedeutet. Erst vor zweieinhalb Jahren gegründet profitieren die Blau-Gelben davon, dass es an gut ausgebildeten Spielern im Ruhrgebiet wahrlich nicht mangelt. Insbesondere aus Essen, Unna und Herne zog es zahlreiche Spieler nach Dortmund, die den Weg in die inzwischen zusammengelegte Oberliga Nord nicht mitgehen konnten oder wollten. So verwundert es nicht, dass die Schützlinge von Trainer Krystian Sikorski nach zwei Aufstiegen in Folge nun schon wieder auf dem zweiten Tabellenplatz rangieren und die Meisterrunde bereits sicher gebucht haben. Die diesjährige Bilanz gegen den NEV gibt ein sehr uneinheitliches Bild ab. Während der Neusser 5:4-Sieg in der Vorbereitung als Überraschung einzustufen war, behielten die Eisadler zweimal deutlich die Oberhand und setzten sich mit 5:2 und sogar 15:3 durch. Vor allem die mit Abstand höchste Saisonniederlage haben die Quirinusstädter nicht vergessen und werden beweisen wollen, dass sie sich dabei deutlich unter Wert verkauft haben. Dass der Gegner im Vergleich mit dem NEV den Vorteil aufweist, aufgrund des spielfreien Freitags ausgeruht in die Partie zu gehen, macht die Aufgabe für Neuss zwar nicht einfacher, aber auch nicht weniger reizvoll. Mit der Hoffnung auf gut gefüllte Ränge und eine gelungene Veranstaltung zu Gunsten einer guten Sache sieht man dem Samstag mit einiger Vorfreude entgegen.

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