Zwei bittere Niederlagen für die LuchseEC Lauterbach

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Zum Auftakt des Doppelwochenendes mussten die Luchse zum Tabellenführer der Regionalliga West, den Kassel Huskies 1b, zum Hessenderby reisen. Hier entwickelte sich von Anfang an ein echter Krimi auf dem Eis. Vor rund 250 Zuschauern schenkten sich beide Teams am Nikolaustag nichts. Von Beginn an kämpften Luchse und Huskies um jeden Zentimeter Eis und gingen kompromisslos zu Werke. Die etwa 60 mitgereisten Fans der Luchse, sahen vom ersten Bully an eine siegeswillige Luchse Mannschaft, die diesen Sieg unbedingt wollte. Als Kassel in der sechsten Spielminute eine Strafzeit erhielt, schlugen die Luchse, in Person von Pierre Kracht, das erste Mal an diesem Abend zu. Als Kassel kurz darauf erneut mit einem Mann weniger spielen musste, war es Jens Feuerfeil, der auf Zuspiel seines Bruders Horst das 2:0 für die Luchse nachlegte. Allerdings zeigten sich die Huskies von den beiden frühen Gegentoren wenig beeindruckt und kamen durch zwei Tore in der 10. durch Hilgenberg und durch den ehemaligen Lauterbacher Spieler Kalb in der 14. Spielminute, zum Ausgleich. Doch die Luchse machten genau so weiter wie sie angefangen hatten und setzen die Kasseler Defensive gewaltig unter Druck. Innerhalb von vier Minuten hatten die Luchse sechs hochkarätige Chancen auf dem Schläger, schafften es aber in dieser Phase nicht, den starken Kasseler Schlussmann zu überwinden. Als ausgerechnet in dieser heißen und druckvollen Phase, Lauterbachs Marcel Patejdl seine Nerven nicht im Griff hatte und sich fünf Minute und eine Spieldauerdisziplinarstrafe abholte, schlugen die Huskies durch einen weiteren Ex-Lauterbacher eiskalt zu. Kassels Topscorer Ernst Reschetnikow brachte seine Huskies in Überzahl mit 3:2 erstmals in Führung.

Mit diesem knappen Ergebnis ging es ins zweite Drittel. Hier waren die Huskies, auf Grund der fünf Minuten Strafe gegen Patejdl, noch in Überzahl in der 22. Spielminute erneut erfolgreich und erhöhten auf 4:2. Doch nur zwei Minuten später waren die Luchse den Huskies wieder auf den Fersen. Der kanadische Blueliner Jake Fardoe erzielte in der 24. Spielminute den 3:4 Anschlusstreffer für die Luchse. Die Lauterbacher Kufencracks machten weiter Druck aufs Tor der Schlittenhunde, ohne jedoch den hochverdienten Ausgleich zu erzielen. Die Huskies dagegen spielten zu diesem Zeitpunkt immer einen Tick cleverer als die Luchse und erzielten in der 30. Spielminute den Treffer zum 5:3. Trotz des erneuten Rückschlages gaben sich die Luchse aber nicht auf und rackerten weiter. Auf Zuspiel von Naumann, war es erneut Torjäger Pierre Kracht der in der 33. Spielminute, mit seinen zweiten Treffer an diesem Abend, die Luchse und die mitgereisten Fans jubeln ließ. 4:5 aus Sicht der Luchse und die Partie war wieder offen. Doch der wohl routinierteste Spieler der Liga, Stephane Robitaille, war nur drei Minuten später für die Huskies erfolgreich und schoss sein Team zum 6:4 in Führung.

Somit hieß es für die Luchse im letzten Drittel alles oder nichts. Die Lauterbacher spielten mit hoher Einsatzbereitschaft und Vollgas auf den Anschlusstreffer, kämpften um jeden Puck, jedoch ohne das notwendige Glück auf ihrer Seite zu haben. Als Kassel in der 47. Spielminute erstmals in diesem Spiel eine drei Tore Führung erzielte, schienen die Luchse geschlagen. Aber unter Trainer Roger Nicholas geben sich die Luchse erst nach 60 Minuten geschlagen und nicht vorher. Im Gegenteil, die Luchse verschärften das Tempo noch einmal und befeuerten das Kasseler Gehäuse aus allen Lagen. Als dann der pfeilschnelle Verteidiger der Luchse, Emanuel Grund, in der 49. Spielminute auf 5:7 für die Luchse verkürzte, nahm die Partie nochmals mächtig Fahrt auf. Die Luchse schnürten die Huskies in deren Drittel phasenweise ein und schafften durch Jens Feuerfeil, in der 54. Spielminute den zu diesem Zeitpunkt nicht mehr für möglich gehaltenen Anschlusstreffer zum 6:7. Vor dem Kasseler Tor brannte es nun lichterloh. Als nach einem Schuss von Paul Schmelzer, dem Ausgleichstreffer, der Pfosten des Kasseler Tores im Weg stand, hatten die Fans den Jubelschrei schon auf den Lippen. Die Luchse gaben nicht auf. Zwei Minuten vor Ende des Spiels, nahm Trainer Nicholas den starken Lauterbacher Goalie Sebastian Grunewald, zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Als dann 20 Sekunden vor Schluss Jens Feuerfeil aufs Tor feuerte aber wiederum das Metall des Tores den Treffer verhinderte, war klar, es sollte an diesem Abend einfach nicht sein. Trotz dieser schmerzlichen Niederlage, konnten die Luchse erhobenen Hauptes das Eis verlassen.

Zum vorletzten Heimspiel in der Regionalliga West Vorrunde, hatten die Lauterbacher Luchse die Amateure der Kölner Haie zu Gast in der heimischen EissportArena im Steinigsgrund.

Da beide Mannschaften noch um den begehrten vierten Platz in der Tabelle kämpfen, stand schon vor dem Spiel fest, dass der Gewinner dieser Partie den Vorteil auf der Zielgraden dann auf seiner Seite hat.

Zu Beginn des Spiels dominierten die laufstarken und sehr aggressiv spielenden Gäste aus der Domstadt das Geschehen auf dem Eis. Die Luchse schienen den großen Strapazen des intensiven Spiels gegen die Huskies 1b nur 48 Stunden vorher Tribut zu zollen. Immer wieder fanden die Haie eine Lücke in der Lauterbacher Hintermannschaft und kamen gefährlich vor das Tor von Goalie Olli Ebenrett. Die Luchse dagegen taten sich zunächst ungewohnt schwer im Spiel nach vorne und wirkten etwas nervös und hektisch. Doch auch die Luchse hatten ihre Chancen vor dem Kasten der Kölner, scheiterten aber immer wieder am starken Keeper der Haie. Besser machten es dann in der 13. Spielminute die Gäste. Nach einem Abstimmungsfehler in der Lauterbacher Abwehr, konnte der Kölner Dunkel alleine auf Lauterbachs Goalie Ebenrett laufen und traf zur 1:0-Führung für die Haie. Eine vielleicht spielentscheidende Schwächung traf die Luchse 20 Sekunden vor Ende des ersten Drittels. Lauterbachs Verteidiger Emanuel Grund bekam nach einem sauberen Check gegen einen Kölner Spieler eine 5+Spieldauerdisziplinarstrafe wegen Verletzungsfolge vom Hauptschiedsrichter aufgebrummt.

Der Kölner Spieler konnte die Partie nach dem Check jedoch fortsetzen. Nach dieser Aktion beendete der Schiedsrichter das erste Drittel vorzeitig und schickte beide Teams in die Kabinen.  Die 5minütige Strafzeit gegen die Luchse, nutzten die Kölner Haie gleich zu Beginn des zweiten Drittels und zogen durch zwei glücklich erzielte Tore, in der 22. Spielminute, auf 3:0 davon. Ab diesem Zeitpunkt fanden aber auch endlich die Luchse ins Spiel. Das Team von Roger Nicholas drängte auf den ersten Treffer an diesem Abend. Phasenweise spielten die Luchse bei gleicher Spieleranzahl Powerplay im Drittel der Haie. Doch das Tor war wie vernagelt. Die Haie warfen sich mit „Mann und Maus“ auf den Puck und verteidigten ihr Tor mit aller Macht. War der Goalie schon bezwungen, war immer wieder entweder ein Schlittschuh oder ein Schläger eines Kölner Spielers im Weg. Den Luchsen wollte kein Treffer gelingen. Mehr Glück hatten dann erneut die Gäste vom Rhein.

Zunächst pfiffen die Schiedsrichter, nach einem Befreiungsschlag der Kölner Haie, das klare Icing nicht. Als dann auch noch der Lauterbacher Verteidiger Daniel Hornivius hinter dem Tor von einem Kölner Spieler gehalten wurde, blieb der Arm des Schiedsrichters unten. Der Puck kam vor das Tor der Luchse und Köln erzielte in der 35. Spielminute das 4:0. Der Genickbruch für die Luchse, so dachten zumindest die meisten der rund 650 Zuschauer. Doch wer das Geschehen rund um die Luchse in den letzten beiden Wochen verfolgt hat, konnte sich sicher sein, dass sich die Luchse nicht aufgeben und bis zum Ende Volldampf geben. Trotz deutlicher Überlegenheit in den verbleibenden Minuten im zweiten Drittel, wollte noch kein Treffer fallen.

Das sollte sich aber im letzten Drittel ändern. Gut fünf Minuten Anlaufzeit brauchten die Luchse im letzten Drittel, um auf Touren zu kommen. In der 45. Spielminute war es dann so weit. Von Sven Naumann mustergültig bedient, erzielte Pierre Kracht den 1:4 Anschlusstreffer für sein Team. Als dann erneut Pierre Kracht nur 27 Sekunden später, auf Zuspiel von Benni Schulz, gleich noch einen nachlegte, erwachte die Lauterbacher Fangemeinde und glaubte wieder an die Mannschaft. Die Luchse spielten sich in einen wahren Rausch und hatten das Momentum auf ihrer Seite.

Nur zwei Minuten später klingelte es erneut im Tor der Haie. Paul Schmelzer setzte sich durch und verkürzte in der 47. Spielminute auf 3:4 für die Luchse. Kölns Trainer sah den sicher geglaubten Sieg in Gefahr und nahm nach dem Anschlusstreffer eine Auszeit um seine Spieler zurecht zu weisen.

Der Spielfluss der Luchse war nach dieser Auszeit erst mal unterbrochen und die Haie kamen wieder zurück in die Partie. Durch zwei individuelle Fehler, konnten die Haie in der 50. Spielminute und 52. Spielminute auf 6:3 aus Sicht der Gäste erhöhen. Zu diesem Zeitpunkt war das Ergebnis absolut unverdient, denn die Luchse waren die klar spielbestimmende Mannschaft. Doch noch war genug Zeit um wieder heranzukommen, und es sollte den Luchsen gelingen. Mit einer wahren Energieleistung und unbändigem Willen, brachten sich die Lauterbacher Kufencracks zurück ins Spiel. Der unter dem neuen Trainer wie ausgewechselt spielende Stürmer der Luchse Pierre Kracht, erzielte in der 56. Spielminute seinen dritten Treffer an diesem Abend und verkürzte auf 4:6. Doch damit gab sich der sympathische Torjäger noch nicht zufrieden. 70 Sekunden später ließ er den Puck erneut im Netz der Kölner zappeln und brachte die Lauterbacher Eishalle zum Kochen. Zwei Minuten waren noch zu spielen, Trainer Nicholas nahm eine Auszeit und motivierte seine Mannschaft nochmal. Als er dann den Goalie Olli Ebenrett zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm, lag der Ausgleichstreffer förmlich in der Luft. Die Luchse belagerten das Tor der Haie. Doch eine unnötige Strafzeit gegen die Luchse, eine Minute vor Ende der Partie, raubte den Männern um Roger Nicholas die letzte Chance, den Ausgleichstreffer zu erzielen. Köln spielte nun die Zeit herunter und sicherte sich den Sieg im Vogelsberg.

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