Warum einfach, wenn's auch kompliziert gehtAnlaufschwierigkeiten bei den Aliens

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Wenn der Tabellenführer Ratinger Ice Aliens gegen den Tabellenletzten Wiehl Penguins antritt, dann kann aus Ratinger Sicht eigentlich wenig schief gehen – bis zur 36. Minute sah das Spiel der Außerirdischen gegen die Gäste aber aus, als würde einiges schief laufen, denn der Favorit nahm nur sehr langsam Fahrt auf, um die Partie am Ende doch mit 6:3 (0:1, 2:2, 4:0) für sich zu entscheiden und damit den achten Sieg im achten Spiel einzufahren.

Obwohl am Ratinger Sandbach an diesem Abend mehr oder weniger „Einbahnstraßeneishockey“ gespielt wurde, fehlte den Aliens anfänglich ein wenig der Biss, sodass Torchancen, die für mehrere Siege gereicht hätten, vergeben wurden. Nach 33 gespielten Minuten und einem Blick auf den Anzeigewürfel musste man sich dann auch die Augen reiben und eine Menge Humor mitbringen.  In der siebten Minute das 0:1 der Gäste durch einen klassischen Konter, in der 32. Minute absolutes Chaos in der Ratinger Verteidigung, Aliens-Keeper Christoph Oster, ohne Schläger und am Boden liegend, machtlos gegen das 0:2 und Wiehl setzte 41 Sekunden später beim 0:3 noch einen oben drauf. Für dieses eher kurios anmutende Ergebnis zeichnete zusätzlich insbesondere ein Mann verantwortlich: Penguins-Keeper Nils Isselhorst allein gegen die Ice Aliens. Betreuer-Urgestein Siggi Diessner brachte es auf der Ratinger Spielerbank kurz und knapp auf den Punkt: „Irgendwie schafft es dieser Teufelskerl immer wieder, im Weg zu stehen:“

Ein Kompliment gebührt aber auch der Stehtribüne, die am Sieg des Heimteams anscheinend trotz dieses frustrierenden Zwischenstands wenig Zweifel hegte und die Außerirdischen weiter anfeuerte.

Mit zunehmender Spieldauer erreichten die Rot-Weißen dann auch langsam „Betriebstemperatur“. Dennis Fischbuch eröffnete in der 36. Minute die Aufholjagd, gefolgt von einen phänomenalen Alleingang Kevin Wilsons, der in der 38. Minute das gegnerische Gehäuse umkurvte und mit einem Winkelschuss den winzigen Spalt, den der gegnerische Goalie nicht abdecken konnte, zum 2:3 vor der Pause nutzte. In den letzten zwanzig Minuten sorgten dann Milan Vanek (47.), Jan Philipp Priebsch (51.), Dennis Fischbuch (57.) sowie Pascal Behlau (60.) für klare Verhältnisse.

Trotzdem fahren die Wiehl Penguins mit erhobenem Haupt nach Hause, weil sie einen überlegenen Gegner ziemlich lange ärgerten und ihn fast ins Straucheln brachten – allerdings machten es sich die Aliens selber schwer, indem sie trotz drückender Überlegenheit zunächst ein „Gastgeschenk“ nach dem anderen verteilten. Der Blutdruck von Aliens-Coach Alexander Jacobs, urteilt man nach seiner zeitweiligen Gesichtsfarbe, dürfte jedenfalls ungesund hoch gewesen sein.

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